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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 46 (1860) · p. Seite 184

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
46 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 184 (sequence 4)
Language
German
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184 Und reicht ei den zwei Töchtern bqt. Den Leid legt er fir sich zurück; Das war sein drittes Meisterstück. Da spricht der Wirrh zum Gast gewandt : „Und theilt man so m eurem Last Heul Mittag, hielt ich meinen Muid, Jetzt aber machst Du es;u dum/ „Und sagt' ich Dir nicht heule," Erricht Der Andre, „das versteh' ich «ichli Ließ ich mich aber doch drauf ein. So könnt' e» gar nicht besser sein. Fünf Hühner trugst Du erst herbe : Ein Huhn, Dein Weib und Du rnd drei, Zwei Söhne und ein Huhn sind!>rei, Zwei Töchter und ein Huhn sind -rei, Ich und zwei Hühner wieder drei, Kami Ihr um etwas nun dabei i — Jetzt aber bei dem Abendschmaus Theilt' ich auch diese Henne aus. Zuerst da« Haupt theilt' ich Dir ju. Denn dieses Hauses Haupt bist Du, Das Jnnre gab ich Deinem Wei>>, Denn Kinder schenkte Dir ihr Lei >. Dann nahm ich auch der Füße Paar, Und reichte sie den Söhnen dar, Und alfi) mußt' ich wieder theilen) Denn sie sind dieses Hauses Säulen. - Die Flügel nahm ich dann besgletchen, Um Deinen Töchtern sie zu reich«; Denn morgen fliegen sie Dir aus!, Und ziehn in ihrer Männer Hautz. Den Kiel Hab' ich für mich genommen. Denn auf dem Kiel bin ich gekommen. Und mir dem Kiele kehr' ich um j! So gieb mir denn mein Eigeathüm. (Mein Vater gab's in Deine Hände), Damit ich mich zur Heimarh wetrde!" Der Gastfceund gab ihm fein Vermögen, Und also schieden sie in Segen.! l Krafft. Eine merkwürdige Thontrolle.*) Die Israeliten von Paris rüsteten den israelitischen Neujahrsfeste, welches gangen wird. Bei dieser Gelegenheit sei denkwürdige Thorarolle sich im Bethause welche Napoleon III. mit einem Samm Juwelen und Perlen geschmückt, desch schichte dieser Thorarolle ist folgende: Als unter dem ersten Kaiserreiche die F nach der berühmten heldenmüthigen jü dem bevorstehenqußerst feierlich beerwähnt, daß eine üon Paris befindet, tnantel, reich mit n»l hat. Die Ge- Ver h *) Einem Feuilleton des in Wien crscheznenden „Fortschritt entnommen. SciWd 6cb Baamgärt wohnec erstürmt hatten und nun schrittweise Haus für Haus erobern mußten, war die Hitze eine so gewaltige, daß ihr fast noch mehr Opfer erlagen als den feindlichen Kugeln. Um rin Haus, welches die Sevillastraße beherrschte, wurde besonders lange gekämpft. Der entsetzlichste Durst quälte tzie Kampfer, man getraute sich aber nicht aus den Etadtbrunnen Wasser zu schöpfen, da man sie für vergiftet hielt; es schickten sich daher einige Soldaten an, einen Brunnen zu graben. Kaum*hatten sie die ersten Spatenstreiche gethaa, als sie auf ein verschlossenes Kästchen stießen, man zertrümmerte es, denn selbst große Schatze hatten in diesem verhängnißvollen Momente keinen Werth, und erblickte eine Pergamentrolle, welche die Finder bei Seite warfen. Corporal Bernard, ein Jude, verbarg den Schatz in seinem Tornister, dort fand man ihn, als Bernard auf dem Leichenhügel mit zerschmetterter Brust leblos gefunden wurde. Es war eine Thorarolle. Der Fund wanderte nach Paris ins kaiserliche Cabinet, von da in die Synagoge als Geschenk Napoleons an die Juden, welche diese Reliquie hoch hielten. Die Kaiserin Jofefine arbeitete ein Mäntelchen für diese Thora, hatte aber in ihrer Unkennrniß vom Judenlhum ein Kreuz hineingestickt. So lange Josefinens Glücksstern glanzte, stand auch das Kreuzchen auf dem Thoramantet, als aber der Napoleonische Kaiserrhron zusammenbrach, hörten die Rücksichten auf, die man bisher . harte, und das Kreuzchen verschwand aus der Stickerei. ' Napoleon III., der für alles, was aus dem ersten Kaiserreich 1 stammt, ein unverwüstliches Gedachmiß hat, besichtigte diese . Pergamentrolle und da die Gelehrten versichem, eS sei dies das älteste vorhandene Exemplar des alten Testaments, so , hat sie sowohl einen antiquarisch« als historischen Werth,! jedenfalls ist sie soviel werth als die Thorarolle von Metz, .welch«, als der Convent decretirte, alle diese Pergament- : rollen sollten sich in Trommelfelle verwandeln, im Schoße; der Erbe verborgen wurde, bissie unter Napoleons Herr- ' schaft in die Bundeslade der Metzer Synagoge wieder heraufstieg. 1 Die israelitische Bibelanstalt. Die Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln haben jetzt die Höhe von 5860 Thlr. 5 Ngr. 8 Pf. erreicht. s anzösen Saragossa eidigung der Be- ' Allgemeine Zeitung des Judenlhum«. No. 45. 1860. i. LeitendeArrikel: Die Gutachten der preußischen Univeri fitSten über die Zulassung der Juden zum Lehramt« an ihnen, aus dem Jahre 1847 (Schluß). — Literatur-Brief 4. von Dr. I. M. Jost in Frankfurt am Main. — Pariser Briese. II. — Die israelitische Bibelanstalt. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Großherzogthum Baden, Frankfutt. Preußen: Aachen. Rußland: Mitau. Holland: Bom Rheine. _Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Thaler. Verantwortlicher Redakteur: K. er « SaAfoaeiung ia Leipzig. — Dnick ton G. Lretzsiag ia Leipzig.

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