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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 45 (1860) · p. Seite 179

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
45 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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-179 Wie er den Aon» einst auf sich lud, Da er in zweifelhaft«« Muth Pom Felsen Wasser,u erhalten^ Ihn statt mit Worten mit dem Stad gespalten. Will seinen Führ« seh'n noch tobt, Oer eS defreit aut Sklavennvth. Wie sie dal Trat aufthun mit Bete», Lag nur da- Herz drin des Prophetm. Er steht hindurch die Halde Nacht, Der Himmel glänzt in Steeuenpracht, Fast scheint ihm Spott in seinen Händen Oer Strahl, den seine Lampen senden. Wie sauer ihm die Mühe wird, Borstreckt er die Arme unbeirrt. Doch plötzlich fühlt er sich erschreckt, Durch Scherdenfall vom Schlaf geweckt. Die Lampen liegen rings zerstückt, Denn der Prophet war eingenickt. Da hört er von der Höhe nieder Del Engels helle Stimme wieder: ,^Ou lern« jetzt aus diesem Spiele, Wenn GotteS Auge Schlaf befiele, Es würden auch die Sternendallen, Die Weltenlampen, niederfallen!" Der Tod des Propheten. All Mose müde schon und alt Bon Silderlocken war umwallt, Da< heil'ge, wunderbare Licht Schon bleicher ward ums Angesicht, Da fühlt' er, daß ihn von der Erde Der Herr bald zu sich nehmen werde. Nicht möcht' er, daß sein Volk verwaist; Will noch bei regsam frischem Geist Dem Diener Josua, voll Gunst Vertrau'n der Herrschaft schwere Kunst. Wie wandelnd sie im Felde sich derathen. Steht da ein Mann,mit einem Sparen. Der gräbt und gräbt mir emsiger Hast Ein Bett für eine letzte Rast, Und der Prophet fragt den Gesell', So wie er war neugierig schnell, Der einst auf Horebs dunklen Hohen Selbst Gottes Antlitz wollte sehen: „Für wen bereitest du das Grad?" r „„Komm in den Grund zu mir herab, Den Tobten nenn' ich dir dann gern."' Und als nun der Prophet des Herrn Hinadstieg, lauschend seinem Wort«, Wölbt über ihm sich zu deS Grabes Pforte. ES war des TodeSengelS Hand, Die ihm die Seele sanft entwand; Denn nah'n darf er Propheten nicht Mit seinem Schreckensangesicht. Und Josua mit betrübtem Schritte Kehrt heim in seines Volkes Mitte. Und das erhob ein Klaggeschrei, Und eilte zu dem Platz herbei. Da ließen sie vom Weinen ab Und schlossen wieder fromm daS Grad. Eie fah'n als süße Tröstung drin. Daß unter ihnen ist sein Sinn, - Sein Fühlen, Denken und sein Liebe», Bei seinem Volk fei» Herz geblieben. Wo ist Mose? Als nun der Her« befahl dem TodeSengel, |Di« Seele des Propheten ihm zu dringen, Ging der zur Erde, um sie aufzusuchen; Der Engel aber konnte sie nicht finden. Da ging er an dm Strand deS großen MeereS: i,Jst Mose hier?" sprach er zum großen Meere. Uno daS erwiedertl ihm': „Ich sah ihn nimmer, Seit er das Volk geführt durch meine Wogen!" Da ging der Tod ^,Jst Mose hier?" Und die erwiedern Seitdem die Tafel >« Senge! zu den Bergen: sprach er zu atzen Bergen, ihm: „Wir sah'n ihn nimmer, 1 er am Berg empfangen." Dana ging der Tl»deSengel zum Gehenom: „Ist Mose hier?" 1 Da wurde ihm die Antwort: >rDrt Herr, der seinen Wandel wohl gemerkt, f jeiß, wo er jetzo I weilt. Zum ew'gen Leben st der Prophet« heilig eingegange»." Da« Gehirn. Mir haben eS als eiüe Aufgabe des „jüd. DoltSdlattes" bezeichnet, den Blick unsres Leser auf Schrift, Geschichte und Natur immerfort zu lenken, um aus diesen drei Erkmnmißquellen eine festere Ueberzeugung und eine glühendere Liede für alles Göttlich» und Wahre zu schöpfe». Wer iasondfrS die Wege des Schöpfers erforscht, wer nachzugehe» strebet dm Mitteln und Gebaakm, die lAott in feiner Schöpfung angewestdet und ausgeführt hat, wer da überall, im Großen und Kleinen, di« Spurm der Allweis» hetr, der Allgüle und der Allmacht gewahrt: deffm Stuft füllet sich mit jenem heiligenden Entzücke» der Erftaamiß, dem schwindet aller Zweifel, dem erstehet die unbedingteste, festwumelnde Gewißheit. >Ueberall erkennt er «ine» Zweck, siehet diesen Zweck durch die destm Mittel erreicht: da muß eein vollkommenstes Wesm gebest, dadies« Zweck hatte, und diese Mittel «nwaadtt! D»ch zunächst ziehet unsre Aofmeestamkeit auf sich — der Men sch. „Der Mmsch bleibet doch det Mmschm höchstes Studium," sagt Göthe. Wir habm hierdurch dm doopeltm Ruhen, m»S selbst kmnen zu-lernen, u»d an unS selbst Gott zu bewundern. Und hier ist e< wiederum zuerst haedelste, feinste Organ, welches wir unfter Be« trachtuüg unterwerfen, daS Organ, welches der Lode» unsres

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