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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 45 (1860) · p. Seite 178

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
45 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
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178 Wett hell« sich vor feinen Auge» auf. I Er aber war bescheiden und wollte seinen Geist immer laehr noch bereichern mit Wissenschaft und sein Herz stark, n mir Liebe. Er fragte den Herrn, ob eS einen Weise, en tzede auf Erden als ihn, seinen Knecht, um hin zu «, Ufahrrrn und neue ihm noch unbekannte Weisheit zu lernen. „3?," sprach der Herr, „Chisr, mein Diener, der anr Zusammenfluß der beiden Meere wohnt, ist weiser als Du." Mose machte sich sogleich mit Joiu t auf die Reise und nahm, wie ihm der Herr geheißen, einen gedorrten Fisch als Wegzehrung mit. ChiSr war ein Prophet und ein Zeitgenosse Mose'S, „er Hüter den Duell des Lebens im 8, nde der Finsterniß und feine Gestalt ist die eines blühenden Jünglings in grünem Gewände mir grünendem Bartf aum um die Lippen. Grün ist die Farbe des Leben«, des WachSthumS, der Wiederverjüngung. Der Schein der Hoffnung, die'Kraft des Ruhmes und selbst die Starke de« ’l lrerS grünt. Wenn sich im Frühling.die Erde wieder verjüngt, so ist'« ChiSr, der-die Baume mit grünem Laube schmickt und den grünen Teppich der Fluren aupdreiter. Wenn verloschene Schönheit wieder aufblühen, und wenn das Alter sich wieder verjüngen soll, so ist «S ChiSr, dem der Herr da So oft der Herr Tobte zum Leben e Lehren und Ermahnung senden will, i zeug feiner Allmacht, das Organ sei auch dkr Vollzieher seine« Strafgericht Mose« und Josua gelangten auf iflrer Wanderung den arabischen Meerbusen entlang, bi« sie <nt die Stell« kamen, wo der rothe See mir dem Meere z, sammenfließr. Auf einem Steine, ruhten sie aus und Joj aa holte den letzten gedörrten Fisch au« dem Reisesacke hervoi. Ueber dem Steine sprudelte eine Duell« hervor und als I isua aus ihr schöpfte und ein Tropfen auf den Fisch siel, vurde dieser lebendig und sprang in'S. Meer. Mose,merkte^ daß ihm der Herr brn Fisch nicht allem als Wegzehrung, sondern auch als Wegweiser mitgegeden habe, und ohne daß ec gesehen haue, woher er gekommen sti, saß-Chisr neben ihm. „Seid mir gegrüßt, Redner Gotte« und Propheten der Kinder Israel!" Mose antwortete: „O ChiSr! willst Du mich auf jneiner Rückreise dei Geschäft übertragt. Decken, oder Königen ChiSr da« Werker Langmurh, oder gleiten; und mich in Deine Wissenschaft und Weisheit einweihens" . i ., „Ich mtU, Mose! aber Du bist ickigevulbig. Du hast den Egyptier erschlagen. Du hast, statt den Felsen um Wasser anznfprechen, ihn mit Deinem Stade getroffen. Du hast die Tafelm de« Gesetze« zerschmettert» aber nur Geduld bahnt den Weg zur Wissenschaft und gur Weisheit."" Mose versprach geduldig zu sein, tznd die drei gingen zu Schiffe. Im Lauwerk saß ein Vögleia und ließ einen Tropfen Wasser au« dem Schnadelchen fallen »nd.dann zwitscherte e« laut und fröhlich. Mose seine« Verbrechens gleich z« Beginn der Reise vergessend, fragte voll neugieriger Ungeduld, wa« diese Erscheinung zu bedeuten Hader ChiSc ecwiederre, das Vöglein singt:, „Menschliches Wissen im Vergleiche der Wissenschaft GotikeS ist noch winziger! als die« Tröpfen Wasser im Vergleichs mit dem Meere." So reiseten die Drei viele Tage zusammen. Manch,- Thun, manche Handlung ChiSr'S auf der Reise war Mose unverständlich, oft erschien sie chm widersinnig und immer wieder fragte oder! rügte er ungeduldig die Thaten ChiSr'S. JedeSmal aber bewies dieser Mosen den weisen Sinn, oder den vorsorgenden Gedanken, oder die Güte feiner Handlungen. Dann aber sprach er: „Ungeduldiger Mensch! Du magst Deine Reise allein forrsetzen, denn die Wissenschaft gesellt -sich schlecht zur Ungeduld. Nur Geduld ist der Schlüssel zu ihr und zur LebenSfteude. Du magst «in großer Redner und Gesetzgeber, Feldherr, oder gar Prophet sein, nie aber kannst Du ein großer Gelehrter werden." Und ChiSr war von seiner Seite verschwunden. Der Tod Arons. Dem Propheten war eS bewußt, daß seinem Bruder Aron-die Todesstunde nahe sei; ec lud ihn ein, mir ihm auf dem Felde zu lustwandeln. Sie ergingen sich in freundlichen Gesprächen und standen plötzlich vor einem Baume, den sie früher nicht gesehen hatten. Die Aeste waren eigenthümlich verschlungen, so daß sie eine Art grünen Baldachin bildeten, und viele süß duftende goldene Früchte hingen im Laube. Da« Seltsamste aber war ein prächtiger Thron, der unter dem Lauddaldachine stand; er schien au« purem Golde und ihn umspielte, wie von Edelsteinen ein seltsamer Glan;. „Ich möchte auf dem Throne fitzen!" äußerte Aron. „Ich führe Dich die Stufen hinan!" ^rwiederte Mose. Aron setzle sich auf den Thron, Mofe an den Stufen desselben und deidse entschliefen. Al« Mose erwachte, war der Baum, der Thron und sein Bruder verschwunden und er wußte, daß Aron gestorben ist. Er kehrte zurück zum Lager der Kinder Israel« und erzählte ihnen von dem schönen Sterben feines Bruders; sie aber g aublen es ihm nicht und dachten, Mose habe aus Eifersucht seinen Bruder, der auch Prophet war, erschlagen. Die Lampen. Als noch der Herr in mildert Art Den Menschen sich geoffenbart, Da dachte der Prophet, einst nach. Mir dem der Herr oft menschlich sprach. Ob auch den Herrn der Weltrnhalle, Der Hürnr und liebt, der Schlaf befallet Der Herr, langmüthig, mild gesinnt. Ein Barer jedem Menschenkind, Er schickt auf glänzendem Gefieder, Zu Mosen einen Engel nieder: „Zwei Lampen drenne leuchtend an, - Die mußt du unterm Himmelsplan Die ganze Nacht durch bis zum Tagen Auf vorgesireckren Armen tragen. Sei wach und sorge streng, Prophet, Daß ihre Flamme nicht vergeht!" Und der Prophet verwundert fast, Wett'« nicht zu feinem Denken paßt, Thur folgsam doch nach dem Befehle; Es steht ihm klar noch vor der Seel«,

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