Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 45 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Seelenlebens ist — das Gehirn. Hier ist es, wo Leid und Geist in geheimnißvolle Verbindung treten, wo sie in eine Vereinigung treten, die der Natur Beider so sehr zu widersprechen scheint, wo der Geist dm Leib'regiert, und der Leib dem Geiste die Eindrücke der Außenwelt übergiebt. Allerdings ist aber darum auch das Gehim noch , die dunkelste Partie in der Anthropologie (Lehre vom Menschen), unsere Hülfsmittel, den Gang der Faserung zu ergründen, sind noch zu weit zurück, und die bisherigen Forscher haben sich zu sehr an's Aeußere gehalten, ohne die Seelenrharig-' die s. g. Vierhügel an Größe vorherrschend, dann tritt die keiren zu berücksichtigen. Wir geben unseren Lesem; Bildung des kleinen Gehirns hervor, diesen folgt die Ent- Wickelung-der Brücke, und endlich bekommen die beiden He- > misphären des großen Gehirns das Uebergewicht. Zuerst sind sie sehr klein, dann wachsen sie, nach hinten schreitend. Nasenhöhle, die beiden Sehnerven, die nach einer Durchkreuzung in die Augenhöhlen gehen, die Augenmuskelnerven, der Höcnerve, der Aungenschlundkopf-, Stimm - und Aungenfleischnerve. Das Gehim selbst besteht im Mittelpunkt aus weißer, gegen die Peripherie zu aus grauer Nervenfudstanz. 2. Die Vergleichung. Zm Fötusleben*) sind zuerst das verlängerte Mark und 1. die Beschreibung deS menschlichen Gehirns in der 'Kürze. — DaS Gehirn liegt im obem Theile des Kopfes (der, wie Plato sagt, gleich dem Himmelsgewölbe geformt ist), in der Schädelhöhle, die nur von harren festen Theilen, den Schadelüber alle anderen Theile des Gehirns hinweg. Wir können nun wohl annehmen, daß in der Entwickelungsgeschichte lebender Wesen, die Organe in der Reihenfolge auftreten, knochen, gebildet ist. Es ist verwahrt vor den Einwirkungen! wie sie allmählig sich nörhig machen. Ein Thier wird aber der Lußmwelt, wie kein Organ. Dir Höhle, in der es! erst vegetiren müssen, bevor es zu empfinden vermag; ruht, ist unregelmäßiges Oval, das seine größte Läng« von vorn nach hinten hat, , und hinten breiter als vorn ist. Von oben wird sie gebildet durch das convexe Schädelgewölbe, von unten durch den-Grund (Basis) deS Schädels. -^Veide entsprechen dem Gehirne, indem »sie Hervorragungen in die Vertiefungen des Gehirns senken, und Gruben haben, welche die Hervorragungen des Gehims aufnehmen. Die Schädelhöhle wird zuerst ausgekleidet von einer sehr festen, fibrösen, weißglänzenden Haut, die harte Hirnhaut (äurs maler» genannt, welche die ganze innec?^Oberfläche der Schädelhöhle überzieht, das Gehirn einschließt, so besten Lage sichern hilft, und aus zwei, fest mit einander v.r-t wachsenen Plärren besieht. Unter der harten Hirnhaut l:egt dann wieder wird es Empfindung haben müssen, ehe es zu höherer seelischer Thätigkeit, zu Anschauung, Erinnerung und Wille gelangt, auf die erst die Verstandesthäligkeit folgen kann. Demnachscheint es, daß die Enkwickelungsgeschichte der einzelnen Organe uns die Würde dieser klar macht: so daß also das verlängerte Mark und die Vierhügel für die vegetative Wirkung, die übrigen Theile des Gehirns je nach der Zeit ihres Auftretens für immer wichtigere und complicirtere Seelenthätigkeiten bestimmt sind. _ cKvrrsetzimg folgt.) *) Fötus, Embrvon heißt, der Mellich, so lange er noch nicht eine zweite, die Spinnwedenhaut, eine sehr dünne, durch-! sichtige, aber dennoch sehr dichte Haut, ohne Gefäße Und j Nerven. Unter dieser liegt noch eine dritte, die weiche Hirn-' haut (]»ia maler) die unmittelbar das Gehirn und Rücken-; mark umkleidet; sie ist sehr gefäßreich,!aber ohne. Nerven, ' also ohne Empfindlichkeit.! In diesen .frctt Häuten liegt nun da!s Gehirn, und füllt die ganze Schädelhöhle aus. Es ist aus mehreren Theilen zusammengesetzt-, nämlich: das große Oehim, die Brücke,- daS verlängerte Mark und das kleine £iehim. Durch eine von oben nach unten senkrecht eindriugende Längenspalte; wird daS Gehirn in zwei seitliche Hemi 'phären gelheilt, die ( wieder durch eine quere Spalte in zr >ei Lappen getheilt | werden, in einen vordem kleinem und ei len hinterü großem, j Beide Hemisphären werden miteinander durch einen ring.-; förmigen Wulst, -bie-Brücke genannt, verbunden. Hinters und unter ihr liegt das verlängerte M rk, das das Gehirn mir dem Rückenmark verbindet. Hin er und unter dem [ großen Gehirne aber liegt das kleine G Hirn, in der hintersten Schädelgrube, das ebenfalls dur h eine Längenfurche in zwei seitliche Hälftm getheilt, welch« in der-Mitte durch den s. g. Wurm verbunden sind. Außerdem ist das kleine Gehim durch eine seitliche Horizontal urch« in eine obere und untere Hälfte getheilt. Aus dem Gehirne entspringen zwölf Nervenpaare und treten aus der Schadrlhöhle heraus, von denen die vorzüglichsten sind: der Riechnerve nach der Notizen des Tages. Nach den neuesten Zählungen wohnen im österreichischen Kaiserstaate 1,050,036 Juden. — Bei der Derrheidkgung Ancona's hat Lamoriciere die dortige Synagoge, um eine Batterie zu erbauen, rasiren lassen. Die sich wrdersetzendm Israeliten wurden mit Gewalt zurückgetrieben. Daß die Gewallthar nichts gefruchtet hat, ist bekannt. Allgemeine Zeitung des JudenthumS. No. 44.1660- LeiteudeArtikel: Der unwiderstehliche Fortschritt.— Die Gutachten der preußischen Universitäten über die Zulassung der Juden als Lehrer an denselben, aus dem Jahre 1847. (Forts.) — Die Rede deS $rof. Dr. Böckh bei der Jubelfeier der Berliner Universität. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Die Schweiz: Aus dem Aargau. Frankreich: Paris. Holland: Amsterdam. Italien: Paris. Türkei: Bagdad. Amerika: Sk. Louis. Zu beziehen durch jede» Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Thaler. : Verantwortlicher Redacteur: K. Nabe. vertag »o» «a»«gärt»er'» Butbbaudtuag i» Leipzig- — Druck von S. Srrvkiug i« Leipzig.