Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 45 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bolksvlatt. Zur I! , Lelehrung und Unterhaltung auf jüdischem flehiete. Hcransgegebm vo» Rabbiner vr. Ludwig Philipps«« in Magdeburg. lNo. 45. 1860.] von Hefe» ZrtSchnN erscheint wSchonttich ci«e RlUamrr. Prei» de» Iadrga»g< r Ttzlr. N,erielj«hri>, 7 X Nge. «0e vuchd-ariu,»e». Pofta»ler o»d Zcik»og««skerino»k, acb«e» BoffeUun^e» a«. 17. Isdrg. 4. Arabische Legenden von Mose. (Fortsetzung u. Schluß au« No. 4l.^ Da« goldene Kalb. Ein Perser von Geburt, Samlri, verfertigte au« den goldmen Geräthm, welche die Israeliten au« Egypten mitgenommen hatten, da« golden« Kalb. Ader es konnte nicht sprechen, eine Eigenschaft, welch,' die egyptischen Künstler den metallenen oder steinNnrn Thieren und Kolossen zu geben verstanden. I Eine Beobachtung Srimici'« half ihm dm Wunsch der Israeliten erfüllen. So oft der Erzengel Gabriel Mose besuchte, horte er die Erde unter seinen Tritten klingen. Von dieser sammelte er eine Hand voll und siehe da, e« war purer Goldstaub. Mir diesem rieb er die Zunge de« goldenen Kalbe« ein und e« gab tönmden Laut von sich. Al« der Prophet vom Berge herabkam, ging von seinem Zorne Feuer au«, welche« da« Kalb, dessen Anbeter, und den Erzgießer Samiri verzehrte. Der Goldklumpen, au« dem da« Kalb geformt war, lag zwar geschmolzen, aber noch Immer da. Mose wollte ihn völlig vertilgt haben und wandte sich an Carum, dem der Herr auf di, Bitte Mose'« die Kunst verlieh, Gold in Staub zu verwandeln und Staub in Gold. Mir dieser Legende ist nicht die arabische Geschichte der Kuh zu verwechseln, die im Koran enthalten und einer der schönsten Suren desselben den Titel gegeben hat. Der drohende Fels. Al« da« hartnäckige Volk der Israeliten da« Gesetz de« Herm nicht annehmen wollte, erbat sich der Prophet die Kraft, über d^n Volke ein Gebirge schwebend in der Luft erhalten zu können. Fort und fon drohte e« auf da« Volk heradzustürzen, und <« floh nach allen Seiten, um dem Demichtung drdhenden Dache zu entrinnen. Je mehr sie sich aber zerstreuten, um so mehr dehnte sich da« Gebirge über ihren Häuptern au«. Al« sie sahen, daß keine Flucht ihnen Rettung bringen könne, fügten sie sich und nahmen da« ihnen vom Propheten gebrachte Gesetz an. Der Fastenbruch. Der Prophet pflegte sich zuweilen zu kasteim und fastete einmal wieder vierzig Tage und vierzig Nächte; da rief ihn der Herr. Der Prophet wollte nicht mit dem durch da« lange Fastm verdordmen Odem au« dem Munde vor dem Herrn erscheinen und genoß von einem duftenden Kraute. Der Herr fragte ihn, warum er da« Fasten unterbrochen, und al< er ihm die Ursache genannt, sprach der Herr: „Der Odem au« dem Mund« eine« Fastenden ist mir duf» tender hl« Moschu«gerulch." Der Kampf mit Andseh. Der Sohn Anak« war der Riese Audsch, der so hoch in de» Himmel ragte, daß die Sündfluch ihm nur bi« an dl« Kaue reichte. Mir seiner Hand hob er einen Wallsisch au« de« Meere und hielt ihn so lange der Sonne entgegm, bi« er gebraten war, um sich von ihm zu emähren. Möse sandte ihm zwölf Kundschafter mtgegm. Al« ihn : diese erblickten, erhoben sie ein Schrecken«geschrei, wa« ihm in seinir Höhe wie ein * $(i,g,nfummm vorkam. Mit dem kleinen Finger der Linken herabreichend hob er di« zwölf Männe: zu seinem Oh« hinauf. Sie ßrgten ihm, daß ihr Volk it n mir Krieg überziehen wolle, worüber er unbändig zu lach n begann. Daß Lachen war wie ein Donner anzuhören und die Berg« zitterten ring« umher. Zufällig juckte et den Riesen im Ohre und erfuhr mit dem kleinen Fingers auf dem die Kundschafter saßen, sich hinein, wo sie wie in! einem Sumpfe bi« an dm Hat« im Ohrenschmalz« versanken. Da blieben sie bi« zum folgendm Morgen stecken. Al« der Riese erwachte, schüttelte er sich, al« ob ejne Kleinigkeit ihm in« Ohr gefallen wä« und e« stürztm die zwölf Kundschafter wieder zur- Erde. 2^ Bericht, al« sie zu ihrem Volke heimgekehrt waren, munter« dasselbe nicht jum Kampfe auf und sie zogen erst au«, als der Riese ihnen gerüstet entgegm kam, „er selbst höher ql« der höchste Berg, einen Berg auf dm Händm über dein Kopf emporhaltend, um mit einem Wnrfe da« ganze Volk zu vernichten." Mose flehte zum Herm und der Herr ließ eia Böglein, da« eia Steinchen igt Munde hatte, über dm Riesen «egfliegm. Al« e« über dem Berge, dm der Riese auf dem Kopfe trug, eben flog, ließ e« da« Sttinchen «u« dem Munde! fallen. Der Berg löste sich davon in kleine Stäubchen auf und nun näherte sich der Prophet dem Riesen mit seinem Stabe, der wie der Prophet selbst zwölf Schuh lang wgr. Der Prophet streckte den Stab zwölf Schuh hoch uird sprang an den Riefm hinan; er ttaf ihn aber nur an der Achillesferse, die er durchstieß, so daß der Riese zur Erde sank und vom Volke getödtet werden konnte. «it ShiSr. Mose war in di« Geheimnisse der Schöpfung eiage, dmngefl, Derdorgme« sah er klar und alle« Dunkel der