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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 42 (1860) · p. Seite 167

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
42 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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167 Herrschaft de« Recht«, der Tugend und der Freiheit zu begründen. Rein, niemal« haden die Juden irgend wen der Religion wegen verfolgt. Salomon, al< er feinen Tempel erbaute, flehet« für da- Glück aller Rationen und öffnete ihnen die Thore. Zn der ganzen heil. Geschichte de« alte« Testament« wird man nicht di« geringste Spur einer wirklich fanden wir un« getäuscht, al« wir uns nach Verlauf eine« Monat« von allen Seiten ein geschloffen strhenumd weite, keine AuSsichc hatten, al« eine« schändlichen Tod durch Hunger oder Frost. In dieser Lag« verliefen wir Mo«kau, um un« nach Smolensk zurückzuziehen, wo wir auch unttr vneadlichen lichen Verfolgung unter dem Vorwände de« sittlichen Heile« ' Leiden ankamen. Unsre Nahrung war unterwege« Nicht« finden. Nur die götzendienerischen Völker haben die Juden 1 al« Pferdefleisch und unser Lager die bloße Grd« um «in um ihrer Religion willen verfolgt und gemattert. Die j elende» Wachtfeuer, ungeachtet der grimmigsten Kälte, wo- Juden, wenn sie Sieger waren, glaubten sich rächen zu von wir bei un« gar kein Leistnel haden. Wie viel» Leiden können; aber niemal« haben sie ihren Glauben aufgedrungen,' meiner braven Mitmenschen deckt dlese Strecke Lande«, die selbst nicht ihren Wasserträgern und Holzspaltern au« Gib4on, entweder ein Opfer, der Kälte, de« Hunger«,, »der der die doch Kriegsgefangene waren. Man zwingt da« Erhaben« »ütdenden Krankheittu, Folgen dieser schlechte« Lebensart, den Niedrigen nicht auf; man zeigt sich so wie man ist, wurden. - und da« ist genug. Nun glaudrm wlr endlich, unsre Leide« üborstaäd» «Sott**«* zu haben, da wir vammrhett», daß wir, mmmehr dem ehemal« polnischen Gebiete nahe, vielleicht dm letztta Thest de« fürchterliche« Winter« hier zubringen würde»; «der «eit gefehlt, noch wett harter« Prüfungen standen in« Brief eines jüdischen Kapitäns in ftanzöfinach Wilna zu gingen, harten wir all« Tage ihr« Besuch«, bald vom, bald hiutm und bald in den Flanke» unsrsk scheu Diensten aus Rußland im 1.1813. MirgekbeiU von Emil BreSlaur. Wilna im Juni 1813. Theure Mutter und thmre Schwestern! mit jeder Stunde mehr schmelzmden Armee, und verehrten sie un« nur zu oft ihre treffen dm Kugel«. Die Angst war bei unfern Soldarm so groß, daß blo« bei dem Nachm derselben schon alle« floh, da keiner seine Waffe «w Schwäche Mit unaussprechlichem Vergnügen habe ich am 20. veri mehr zu tragen, vielwmiger sich chit derselben za vertheigangenm Monat« Euer werthe« Schreiben erhalten, woran« digen vermochte. ich ersah, daß Ihr, meine Theuren, Euch noch wohl de» I» dieser Lag«, u»ter täglichm Gefechtm, die mitunttr findet. Ich hatte fchon alle Hoffnung, Briefe von Euch > sehr blutig warm, kämm wir nach Bortsso«. 50 Meile« hier in Wilna zu erhalrm, aufgegeden, da ich vergeben«! von hier. Die Leichm beinah« unsrer gaazm Armee decktm verschieden« Briefe an Euch schrieb. Ihr könnt Euch daher! die Gefilde von Moskau bi« hierher, «ine Strecke von fast leicht vorstellen, wie sehr mich Euer Schreiben überraschte.! 100 Meilen. Da kannte man wahrlich keinen Schritt Au« demselbm habe ich zugleich Euren gemeinschaftlichen^! gehm, ohne von dem Körper eine« Pferde« oder dessen Wunsch ersehen, meine Begebenheiten au« dem russischm! Reiter« verhindert zu werdm, da derjenige, welcher dm Tag Feldzuge zu erfahrm. Ungeachtet e« meinem Herzen sehr 1 über, mit der größten Standhaftigkeit dem Hunger ttotzmb, weh thut, die beinahe verharrschten Wunden in demselben j dm mühevollm Marsch vollmdere, de« Nacht« unvermeidlich aufzureißen und den namenlosen Kummer, die leidmSvollen feinen Tod durch die grimmige Kältt fand. Hier in Do- Tage, die ich so gern au« meinem Gedächtnisse zu ver- I rissow sahen wir un« endlich total eingeschlossen, indem ha« dannen wünsche, in dasselbe zurückzurufen, obgleich ich überrussisch« Wirrgensteinsch« Korp« dm Weg über dm Fluß zeugt bin, daß diese« beispiellose Elend, welchenicht nur Beresina abg,schnitten hatte. Dennoch gelang e< Napoleon, mich, sondern auch viele Tausende meiner unschuldigm Miteine Brücke über diese» Fluß zu schlagm. Da diese aber drüber traf. Euch nicht erfteum wird: so will ich mir doch äußerst schwach war und überdies noch fortwährmd von nicht dm Borwurf machen. Eure Wünsche nicht erfüllt zu 1 russischm Bomben begrüßt wurde, so verschwand ße bald, haben. Ich schicke mich daher an. Euch zum wmigftm und nur ein Theil der Uederdleibsel unsrer Arme« war im einen kleinen Theil unserer Leiden au« der letzten Retirabe Stande gewesm, dieselbe zu passirm. Die Uebrigen fandm zu schildern. mtweder ihren Tod in dm Fluthen, oder wurdm von dm Meine Begegnisse auf dem Hinwege nach Moskau sind > russischen Kugeln getroffen oder gefangm genommen. Unttr Euch hoffentlich durch meinen Brief von Mosaisk so ziem-! der Anzahl der letzteren! war auch ich. Ich verlor bei dieser lich bekannt. Mein Lebm war damal« schon so manchmal in der größten Gefahr, und wurde ich nur von der Vorsehung auf so wunderbare Att gerettet, um noch mannigfaltigeren Leidm Vorbehalten zu werdm. Wir kamen endlich nach Moskau, dieser prächtigen, großm Kaisrrstadt, die zum Scheiterhaufen wurde. Hier glaubtta wir nun endlich da« Ziel unsrer Norh gefundm zu haden, indem wir nicht nur einig« Lebensmittel vorfandm, sondem auch in der beglückeudm Hoffnung lebrm, daß, einmal die Hauptstadt de« Lande« genommen, e« unfehlbar zum Friedm kommen würde. Aber wie schreck- Gelegenheit nicht nur meine Kostbarkeirm, sondem auch meiner Kleider, die ich auf mir hatte, wurde ich^tzerandr und war also halb nackt der gräßlichen Kältt au«gefitzt. Dank sei «< einem biedern, mssischen Generale, Ramm« Awitschin, welcher, al« er mich in solchem Auftuge sah <ta nämlich die Herrn Baschkirm sich nicht geschämt hatttn, rNir meine Beinkleider, die mir Gold gallenirt warm, amzuziehen), mich mitleidig, mit dm nokhweadigsten Kkeidun-ßstückm versah und mich, nebst mehreren dmrschm Offizierm, mit denm ich gefangm wordm war, anch in Loriffo», wohin wir anfänglich gebracht wurdm, mit den nothwen»

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