Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 33 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
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131 „Da« mache Ihnen keinen Kummer, gnädiger Herr, Gon har geholfen." „Aber—aber, ich sehe es, Teufel, welcher Glanz! da« macht mir Vergnügen, ich versichere Dich. — Erzähle mir doch da« eia wenig, ich bin neugierig zu wissen, wie. . „Mein Herr Graf, Sie waren immer so gütig gegen mich, daß ich Ihnen nicht« verbergen will." Und Ephraim erzählt« die Geschichte der Nacht mir dem Affen di« in die kleinsten Detail«. Der Graf hatte mit dem lebhaftesten Interesse zugehört. Al« der Erzähler geendet hatte, wandte er sich gegen den Diener, der ihn begleitete und sagte: „Franz, kannst Du mir Aufllärung über diese Sache geben i Ist dieser Affe nicht unser Jakonino? Und die« Gold?" „Wenn der Herr Graf mir erlauben wollen, so werde ich sagen, wa« ich weiß." i „Ich befehle ,« Dir." „Nun wohl, hier ist di« Wahrheit. Jakonino war gestorben; der gnädige Herr hatte befohlen, baß er in dem Park beerdigt würbe; ich hatte Christoph, den Stallknecht damit beauftragt, aber später erfuhr ich, daß Christoph, \ anstatt die Befehle de« gnädigen Herrn auszuführen, während der Nacht au« dem Schlosse gegangen war, und um j Ephraim zu erschrecken, ihm den Affen in sein Zimmer | durch da« auf die Straße gehende Fenster geworfen habe."! „Da« ist abscheulich! Er soll streng bestraft werden. Ader da« Gold, da« Gold!" „Da« Gold? Wa« ich glaube, ist: de« gnädige Herr weiß, daß Jakonino Alle« wa« wir tharen, nachahaue. Eine» Lage« har mir der Herr Graf einen Sack Ducaten gegeben, um sie zu zahlen, zu wiegen und all« dt« zu bezeichnen, welche da« gesetzliche Gewicht nicht haben. Ich führte die« au« und gab allen den Stücken, welch« da« Gewicht nicht harren, «in Zeichen mit den Zahnen; Jakouino wird geglaubt haben, daß ich Ducaten äße, und mir hat nachahmen wollen; daher verschwanden jene hundert Ducaten, welche eine« Lage« auf dem Bureau de« gnädigen Herrn gelegen halten. Jakonino ist an den Folgen diese« Schmause» gestorben." „Herr Graf," sagt, Ephraim, „ich sehe, baß da« Geld, welche» wir gefunden haben. Ihnen gehört; ich will <« Ihnen wiedergeden. E« fehlt etwa« daran, weil wir davon Gebrauch machen zu können glaubten. Ich werde e« Ihnen später ersetzen." „Nein, mein Freund: Gott hat Dir diese« Geld gegeben, behalte e«, e« ist Dein. 3» der Lhar, ich verliere nicht« daran. Ich habe dafür eine Unterweisung empfangen, die ich mir zu Nutze machen werde. Du erinnerst Dich, Ephraim, daß ich da» letzte Mal, daß Du nach dem Schlosse kamst, Dir nicht« zu verdienen gab. Du sagtest beständig: „Gott wirb helfen," „Gott hat geholfen." Ich war anmaßend genug, um zu sagen: „Ephraim soll Nicht« von mir haben, um sich au« der Verlegenheit zu ziehen, in der er sich desinder; er sagt immer: Gott wird helfen, wohlan, ich bin neugierig zu sehen, auf welche Weise frirf Gott ihm zu Hülfe kommen werde!" Gott hat mich für meine Anmaßung bestraft. Er hat mir bewiesen, daß seine Boten zahlreich sind, und daß, wenn er «ine Absicht ausführen will, ein todler Affe ihm ebenso viel gilt, wie ein lebendiger Reichsgraf. David und Nathan. ,(2. Sam. Jt 12.) -—. 1. Bor seinem Thron in königlichem Prangen Der sieg, und ltederseiche David stand; Dom frischen Lorbeer! war die Stirn umfangen, Di« Schulter ring« von purpumem Gewand Ja anmurh«v»llem Faltenwurf umhangen; Ein Baldachin hoch oben aulgejpaaur. Darunter schwedend ob dem hohe» Throne Hing Ammon'« cenrnerschwere *) güldae Krone. 2. Er stand vor seinem Thron im Cedernsaal, Und ehrfurchtsvoll in weitem halben Kreise Versammelt war der Fürsten reich« Zahl. Zur Rechten Achitofes, er, der Weise, Edjatar drauf, der «inst in Leid und Dual Mit David treu getheilt die Wüstenrerse, **) Zur Linken Zruja's beide Heldenseihae Bedeckt mir Rarden und mit Ruhmesschöne. __ ». Wie Glied an Glied in einer golhaen Kette, So reiht sich Mann.an Wann zu beiden Seiten. Und ob sie draußen wohl in edler! Wette Um Ruhm und Ehre mit einander streiten: Hier kennt und ehrt jedweder stin^ Stätte, Mil Wonn' und FceUd', zu schaüen solche Zeiten, Da Ammon auch, der letzt« Fein^, besiegt, Zermalmt zu Füßen seine« David'« liegt.; 4. „Dank, Fürsten, Euch, den nächsten meinem Throne, „Daß neue Huld'guog Ihr nach freue» Sieg „Mir bringet; doch nicht mir, de« Erdeasohae, „Dem höchsten Gott-, zu dem mein Flehen stieg, „Daß huldvoll meine» rapfern Hehr« er schone „Und Sonn' .und Schild ihm sti im heil'gen Krieg, „Ihm lasser Sieg und Judellied Erklingen,. „Ihm lasset Huldigustg und Dans uns dringen." 5. I Noch waren nicht verklungen diese l Worte, Sieh da durchlief den Saal ein leises Woge«, Und alle Blicke starrten hi» zur Pforte, Durch die ein Mann soeben emgejogen. Er schkeitet fest,» Schritt« von jenem Orte Hindurch der Fürsten langgestrecktes Dogen Bi« in de« Saale« Mir», wo er> schweigend Den König grüßt, sich tief vor ih^n verneigend. 6. I Wer kennt ihn nicht, lRarhan, dm edlen Seher! Wer fühlet Ehrfurcht nicht und hfil'ge« Grauen, Wem schlägt in Won»e nicht der Busm höher. Ist'« ihm vergönnt, den Hehren änzusrhaurn! ________ .. — | •) 2. Sam. 12, SO. **) l!«rg 2, 2Ü.