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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 33 (1860) · p. Seite 132

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
33 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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132 Hochragend, männlich stolz, dem Greise nther, Di« Stirn gefaltetlang und voll die Brauen, Dahinter licht und groß zwei Augensterne,! Erschauend auch der dunkeln Zukunft Kerni. 7. 1 Ein langer Mantel hüllt die edlen Gliedes Ein Ledergurt umgürtet seine Lenden. Tief wallt der Bart, der Manne- Zier, hernieder, Tief wallt'- vom Haupt in Locken ohne Enden, Die glanzen, wie degrauen Aar'S Gefießer, Und eine Leier hält er leicht in Händen. Und David fragt: walenket Deine Schotte, Nathan, so ungewohnt in diese Mitte r 1 8. . j „Im Namen Gottedie- Dir darprlegen: „Zwei Männer, König, gab'» in einer Stadt, „Von denen einer reich an Srdensegen, „Der and're arm — ein einz'ge- Schäfchen hat, „Daer und seine Kinder treulich pflegend „Don seinem Tische ißt und trinkt esatt „Und ruht gleicht einem Kind in seinem Schoß, „Dann mit den Kindern wuchs es ihm. auch groß. 0. „Und gab sein Reich, sein Hau- und seine Krone „Und waer fein auch nannte. Dir zu eigen. „So muß sich vor dem rosigen Glanz der Sonne „De- Monde- Licht erblassend abwärts neigen. . .> „Und siege-froh, wie sie am Himmel-plane, „So schrittest Du di« stolz« Ruhme-dahne. (Ltb>»ß Anekdoten.! Die einzige Tochter eine- Juden in B. wurde von ' ihren Eltern verheirathei. Sie mußten, wie edott üblich; ist, vor der Hochzeit zum Notar, um die ehelichen Verhälti nisse zu Protokoll zu geben, und zwar wurde allenach ’ mosaischem Eherechr beh adelt. Jede-mal aber, wenn der j Notar anfing: wenn die Esther (der Name der Braut) im ersten »der zweiten, dritten Jahr nach der Hochzeit stirbt, wuroe er vom Vater der Braut mir den Worten unter» l brochen: vn Herr Amtmann. Dieser wurde endlich ungeduldig, b'ier die Bedeutung deon erfuhr, daß die Esther eben nicht sterben solle, und so lebt sie vielleicht Heute noch. „Einst soll der Mann, der reich an Gold und Heerden, „Bereiten einem Gast und Freund ein Mahl; „Doch um in Nichtda» Seine zu gefährden, „Zum. Feste-schmauer just da- Schäfchen stahl, „Dajene- .Armen einz'ger Schatz auf Kden." Der Seher schwieg; emurrte still der Saal Und schwer bewältigend die Aorne-gluth, Der König richtend diesen Au-spcuch tbu(: 10. Daß Gott, der Heil'ge, solche Frevelbrut' Noch wandeln läßt im milden Sonnenstr-hl Und nicht au- Wetterwolken Gluth und Flut Und Sturm auf sie entsendet allzumal! . Fürwahr, viermal vergelt' der Mann da^ Gut, Daer in nied'rer Gier und herzlos stahl. Drauf laut und frei, und ohne Furcht ^lathan: „Wohlan, Sohn Jsai'S. Du bist der Äann. 11. j „Daist da» Wort de- Gotte- Zebaoth „In nied'rem Stande wardst Du einst geboren; „Doch ich hob Dich au- Niedrigkeit und Roth. „Ehatte Saul Verderben Dir geschworen „Und Dich bedroht mit rausmdfachem Tod. „Es hielt Dich Jeder rettung-loverloren; „Doch führte wunderbar. Dich meine Gchade „Durch Sturmesgrausem ihre Rettung-p^ide. 12. „Und führte Dich empor zum Herrfcherthrone „Vozr dem hinab Dein Todfeind mußte steigen, Die in den jüngsten Nummern der Allg. Zeitung de- Judenthumgebracht« Biographie de- Rabbi Jonathan Eibenschütz brachte mir «ine Anekdote wieder in- Gedächtniß, die hier ihren Platz finden möge. Alnämlich Rabbi Jonathan von der Gemeind« Metz zu ihrem Rabbinen ausgenommen wurde, so mußte ihm letztere, da er in Prag Schulden hatte, vor deren Berichtigung er nicht abziehen konnte, Vorschüsse zusenben, um diese zu zahlen. Eine Station vor Metz wurde denn unser Rabbi Jonathan von * den Parnasim und Lomdim von Metz feierlich eingeholt. Einer der letzteren sagte zu dem Angekommenen: der Rabbi darf froh sein, nach Metz zu kommen, Metz ist! v-rxr bilay (die Einwohner werden alt). Lächelnd ^rwiel berte darauf R. Jonathan: haben etwa die Metzer nicht vom irrm (der Baum der Erkennmiß, durch den der Tod auf die Welt kam) gegessm? Mit Geistesgegenwart; erwiederte ihm darauf der Metzer Gelehrte: wie mag uns j der Rabbi vorwerfen, daß Metz nicht vom Baume der Ecl kmnmiß gekostet; esteht doch in derMifchna oft geschrieben: l'iviv *2-! der Rabbi ist a-n (schuldig) gewestn, und die ihn befreit haben, sind B-aarr gewesen. i--- I > Allgemeine Zeitung de» IudenthumS. No. 32. 1860. I 8eiUüfcf artifd: Alliance isra&ite universelle.— Die ' israelitische Bibelaostalt. — Literarischer Wochenbericht. I Zeitungsnachrichten: Deutschland: Au» Baden. Ham-! bürg, Hamburg. Oesterreichischer Laikrstaat: Saoa. au« dem Tokavergrbirge. Holland: Amsterdam. jUE Zu beziebeu durch jede» Postamt undjede Buchbaadlung. Iabrltch 3 Thaler,. vierteljährlich H Thaler. 8erlag »cs van « rts er Bejrannoortlicher Redacteur: St. Fkäbe. 4 8mMaibUnA *« — Drsck »ob 0». ft ree I i ng in 2 ei,»»,.

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