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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 33 (1860) · p. Seite 130

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
33 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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130 finder nichts. Die Bande war gq»uaz«K, dm Rückzug anzutreten; der Jude, sagt man, ist falsch! beschuldigt worden. Wir wollen dasselbe mit diesem Äffen thun. Ich will den Ofen Heizen und bann wollen wir ihn verbrennen. Underbeß, damit dieS unreine Thier nicht jlänger diesedem Studium 'und dem Gebete geweihte Ziemer entwürdige, wollen wir ein den Schuppen hinter der Küche zieben." Ephraim fand den Vorschlag ausgezeichnet; er faßt den Affen beim Schwanz und zieht ihn nach > sich. — Ader, o Uederraschung! indem Ephraim da» Thier hierbei schüttelte, giebt dies durch die Schnauze — rarbek was? * drei prächtige Duralen von sich!! Ephraim steht wie versteinert, Susann« ist unbeweglich; die Garten sehen sich an. — Der Kleiberhändler bricht zuerst das Stillschweigen und sagt:.„Herr, Deine Wege sind unbegreiflich. Was hast Du uns da geschijkt, ist eS Gutes, oder UebleS?" „UebleS! UebleS!" sagte Susanne;;,Gott-schickt uns Gold, und dasoll UebleS firm?" Darauf baS Thier bei den Hinterpfoten nehmend, schüttelt sie?S fo deftig, baß ihm noch an zehn Stück Ducalm herausfallen. „Sicher ist dies ein Abkömmling vom den AffeN, welche der König von Saba dem Könige Salomen geschenkt bat," sagte Ephraim. „Wir wollen sehen." Tr lauft zu einem Schranke, zieht ein kleines Cbalef (Messer) hervor und schneidet dem Th'iere den Bauch auf, in welchem sich noch 87 Ducaten befinden; im Ganzen also hundert Ducarm. ES ist leichter sich das Erstaunen u»d die Frmde de» guten Paares vorzustellen, als die Gefühle zu beschreiben, welche sie beleben. „Wir sind reich, Susanne, aber verlieren wir keine Zeit. Nimm das Gold^ wasche eS sorgfältig dreimal im Wasser, denn eS ist tgm»' (unrein)." „Unrein? Unrunes Gold? Mein Bader sagte, ha» Geld reinigt die Bösen,' und Lu meinst, daS Gold sei unrein?" „Es ist gut, es ist gut, Susanne, rhu' was ich Dir gesagt habe; ich will für die Bestattung diese- Herrn Sorge tragen, das wird nicht lange dauern." Der Affe ward verbrannt. ... Ephraim und seine Frau begannen ibr Geber. Sie dankten Gott, daß er sie io wunderbar aus dem Elend gezogen, und legren sich zur Ruhe, indenis sie sich das Versprechen abnahmen. das tiefste Stillschweigen über daS so ^eben Borgegangene zu beobachten. Am andem Morgen als die Nachbarn den Glaser den Schaben auSdeffcrn sahen, befragten sie Ephraim, der ihnen fagre, daß böse Leute idm Steine in daS Fenster geworfen hätten, und ein Jeoer bedauerte den armen Mann „DaS fehlt ihm noch," sagten Enige, kopfschüttelnd. — „WaS wollt Ihr? wenn der Strick mürbe ist, reißt er»" fügte ein Philosoph hinzu. Ephraim, der alleda« mit anhörte, sagte zu sich selbst. „Aber wenn Gott sticht will, daß der reißt, so reißt er nicht."- j Susanne, als kluge Frau, machte ihr^ Einkäufe für daS Fest so heimlich alS möglich. Eine schone, fette Gans, wie sie nur in Straßburg zu haben ist, ein.Stück Rauchfleisch, da« einem Peer von England Lust gemacht hätte und was Alles noch dazu gehörte.; „Meiner Treue," sagte sich Susanne! „das ganze Jahr hindurch essen wir Kru und Blu'). Mein Mann soll sich : *, Eine Srt'JtartcfKl, die man ebne Bror, jButttr. nnb Salz ißt. i wahrend der Festtage pflegen. Uebrigms har uns Gott die Mittel dazu gegeben." WaS Ephraim betrifft, so fichr er fort die Straßen der Stadt zu durchziehen, immer rufend: „Kauft Kleiber! Nicht« zu handeln da obm?" Während deffen hatte er sehr schöne Festkleider für seine Kinder von den reichen abgelegten Sachen dc« Herrn Grafen und der Frau Gräfin machen lassen, die er fast für Nichtgekauft und schon vor Purim für seine kleine Familie bestimmt halte. Der liebe Mann wollte auch seiner Frau eine angenehme Uederraschung bereiten, und kaufte ihr eine prächtige gestickte, mit goldenen Spitzen und vielem rothrn Bande verzierte Mütze. „Sie schreit wohl öfter ein wenig," sagte Ephraim, „aber deshalb ist sie doch v'ninT?;*3 wie die Rose zwischen Dornen." E« war ter erste Pessachabend. Das.größte Zimmer von Ephraim« Wohnung war : prächtig geschmückt. Die Wände waren mir Malereien bedeckt. Ein Raphael für zwei Gulden täglich hatte darauf den Auszug auS; Egypten und den Uebergang über da« rokhe Meer dargri stellt. Da« war wirklich schön. Mose« war alS Tambour- > Major gemalt. Auf dem zweiten Felde sah man reizende Israelitinnen in ihren ursprünglichen Costümen Mazzot backend; di, Maz. zol waren zum Anbeißen. Bei dem Uebergang über daS cothe Meer hatte der Künstler Pbarao und seine Garde in österreichische Uniform gekleidet, während Mose« und die Israeliten auf dem enti gegenge,ehren Ufer angelangt mit Notenblättern in der Hand den schonen bekannten Siegesgesang anftimmen. Oie Erleuchtung de« FestzimmerS war glänzend - die traditionelle Lampe mir acht Schnäbeln war über dem Tische aufgehängt und ein siebenarmiger feuchter stand seitwärts, im Ganzen fünfzehn Flammen 77' (Gott), um anzuzeigen, daß alles Licht von Gott komme. Eine Idee von Ephraim. Der Tisch war mir einem Tucke von unkadelhafler Weiße bedeckt. Auf diesem Tische stand eine große versilberte Schüssel, auf welcher die heiligen Gegenstände für de» Seoer lagen. [ Ein Divan mit schönen seidenüberzogenen Kisten war für den Hausherrn zurecht gemacht. Er hakte zwei Pokale vor sich stehen, einen für sich, und einen für den Propheten Eli, die Hausfrau harre einen.silbernen Becher und jede» der Kinder einen von glänzendem Zinn. Man harre sich an den Tisch gesetzt und wollte eben die (Zeremonie beginnen, alS ein Wagen vor der Thür Ephraims hielt und drei große Schläge vernehmbar wurden. „Mein Gott, mein Gott, erbarm' Dich unser," sagte Susanne. „Ruhe und Muth, meine Liebe," sagte der Mann; ,,e« ist Gott, der über Israel diesen Abend wacht;" und ec ging selbst, die Thür zu öffnen. Wie groß war sein Erstaunen, alS er den Grafen von .... au« seinem Wagen steigen sah. „Guten Abend, mein Freund," sagte der hohe Herr; „er ist heute Euer Fest und ich wollte Dir meinen Gruß bringen." — Ich war ein wenig hart gegen Dich da» letzte Mal, und ich komme um . . .

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