Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 23 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 2)
- Language
- German
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so §ehr' ich zurück und streit' für meine Sacht, Denn Recht bleibt Recht, fei'S unter welchem Dachei So frag' dies Paar, von welchem Srammj sie seien? Durchforsch« ihrer Baker lange Reihen, | Laß ihre Ahnen alle sie Dir nennen — j Beim Klang der Namen wirst Du sie erkennen. In ihren Adern rollet Juda's Blut, In ihren Herzen brennet Juda's Glurh, In ihren Geistern wirtet Juda'S Geist — Und willst <Du endlich waS Dir diebewe Komm', hohe Schwester, komm', Religion, Und sprich Dein Zeugniß, ob dies wohl »ein Sohn, Ob meine Tochter diese Jungfrau ist. Die er zur trauten Gattin sich erkiest. j Religion (zu Juda). Du rufst mich und ich folge Deinem Ru^ Denn Dir vermahlte mich, der mich erschuf.— <;u Allen gewendet.) i Der mich von seinem Thron zur Erd« sasibl', An Juda mich und seine Schritte band.! Welch' Glauben sich auch später noch erhob, Er nahm von mir, was in ibm Kraft >«d Lob; Welch' Lehre streut des Lichtes Strahlen lau- Auf Gort und Geist und dieses Welrenh^uS, An meiner Fackel hat sie sich entzündet i- Wohl ihr, wenn sie zu mir zurück sich ßnder. Und Juda war'S, an dem ich groß geworden, Bon ihm bewahrt, besiegt ich taufend Äorden, Er ließ mich nicht im wilden Sturm und Wettern, Nicht vor Tpnmaenruf, vor Krieg^schmettern, Wenn Pfaffenwurh der Folter Werkzeug! fihrte, - Wenn Pöbelwahn den Scheiterhaufen schürte — Drang meinem Antlitz man die Maske "auf. Verhüllte mich mit heidnischen Gewändern — Er riß sie ad, trotz seiner Wandrung Sauf, Baut' mir die Zuflucht in den fernsten!L§ndern. Wie sollt' ich nicht kennzeichnen seine Ander? Lied' ich sie doch und pflege sie nicht nfinder — Wer mich, die Religion deS Ein'gen.,iehrt, Wer mein Betenncniß laut bekennt und lehrt — DaS ist fein Sohn, ist seine Tochteß immer,. Auf seine Kinder leg' ich meinen Schimmer.' Sieh, trat ich nicht in eines meiner!Jünger Gastlich geschmücktes HauS, der meine! Lehre Seil langer Zeit veMud'r mir kipp* rchd Finger, Mit Wort und Thar, mit Wass und« starker Wehre? Srh' ich nicht hier in bräutlich holderp Schmuck Ein Paar, das langst sich meinem Dienst geweiht? Sollt' ich nicht Juda's Kinder Zug um Zug Darin erkennen, ihres Glück'S erfreut? Ich lege Zeugniß ab für Juda'S Recht ~ Und meinen Strahlenkranz auf sein fieschlecht! GermanuS. Mir hohen göttlichen Gestalten Zu ringen, ist fürwahr! nicht leicht -l- Doch wo eS gilt, Kraft zu entfalten,' ‘ Der Deutsche nicht vom Kampfplatz weicht. WaS sollen Genien auch hieaieden. Wo Mensch mit Mensch zu streiten tzar? Ich laß' die Himmlischen in Frieden, Auf Erden gilt der Erde That! Drum ruf ich mir das volle Leben, Die Wirklichkeit zur Hülfe an, Die soll mir klares Zeugwß gebtn, Und deute mir den ganzen Mann! Sagt nicht, deS Deutschen Söhne sind getheilt. Und Mancher ward dem Feinde unterthan — Wann wird der Bruch, der tiefe Riß geheilt, j Und wann befchritten unsrer Einheit Bahn? Im Grund der Herzen liegt es mir verwahrt, j j Was Alle eint, im innern Lebensmark, | Des Wesens Theil, deS deutschen WesenS, schaart Die Deutschen All^deS Wesens, mächtig stark —; Es strebt heraü, aus Keimen schießt eS auf, Bertilgdar nie, wächst an in heil'gem Drang — Zur Einheit wird'S in weiter Zukunft Lauf, Wenn andre Völker längst zum Niedergang! Drum will ich keinen meiner Söhne miffen. Will Keinen anders als den meinen wissen — Nicht soll, komm' ich zu frohem Mahl,! Mich hindern luftig Ideal — [ So schlichte Du den argen Streit Mit Deinem Stabe, Wirklichkeit! , Die Wirklichkeit. Straff meine Rede, fest mein Sinn — Dem Klugen wächst daraus Gewinn.! Fragst Du nach Stamm und nach Geschecht? Wie schnell entscheidet sich das Recht —; Im ersten Laut der Muttersprache , Liegt Antwort auf die ganze Frage. . O Würd' und Fülle deutscher Zungen, > Von Kraft und Majestät durchdrungen, So sanft und zart im Dienst der Liebe, So stürmisch wild im Kampf der Triebe, So mild im Spruch der Menschlichkeit, Und riesenhart in Haß und Streit — Wer mag sich als Dein Sokn verläugnen, Der Dein sich konnte glücklich eignen? j (zeigt auf den Bräutigam.) ' Hast Du aus dieses Mannes Munde Der mächt'gen Rebe Strom gewahrt, Und seines deutschen Ursprungs Kunde War' mit dem Zweifel noch gepaart? Wo standen ihrer Kindheit Wiegen, Wenn'S nicht auf deutscher Erde war? Wo ihrer Ahnen Reste liegen Gebettet, eine heil'ge Schaar. Nicht unter deutschen Rasenhügeln? Wohnt Ihr nicht unter Schutzesflügeln , Desselben Rechte- und Gesetze-? Und breiten sich de- Schickfal-netze- Verworrne Maschen nicht um Euch Wie um daganze deutsche Reich? Nur Einist wauns Allen frommt. Ein Schicksal über Alle kommt, 1 Derselbe Feind an unsren Grenzen, i Derselben Majestät Erglänzen, Dasselbe Aufwärts und Hernieder — So seid Ihr Einer Kette Glieder.