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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 20 (1860) · p. Seite 79

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
20 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 79 (sequence 3)
Language
German
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79 wenn Ihr fpdttt reich geworden seid, und ich unglücklicher Weise Eurer bedarf. . . ." „ Ach i" rief Kella, ganz in ThrSnen und ihre Freundin an ihr Herz drückend, „sprich mir nicht von Unglück in diesem Augenblick. Ich nehme Dein Geschenk an, sowie ich e» gegeben haben würde, und fo lange ich ein Söckchen Brot haben werde, werde ich emit Dir theilen, denn mein Mann hat dieselbe Freundschaft für Dich, alich. Höre, Grete, man hat mir manchmal gesagt, ich sei gut. Ich weiß nichtdavon. Ich kann nicht andersein, alich bin, und die Regungen kommen mir ganz von selbst, ohne daß ich daran denke. Aber, wenn man Dich kennte, wenn man wüßte, welcher Schah von Verstand und Güte in Deiner Seele ruhe!" „Alle- Gute, waich thu«, Kella," unterbrach Ma. ringrete, „bin ich Deinem Beispiele schuldig." „Ach, Maringrete! Wenn wir unglücklich werdm sollten!" rief Kella. „Ich bin jetzt verheirathet. Du wirst ebald sein. Wäre emöglich, daß, wie man mir gesagt, unsre Männer unnicht lieben werden?" „Wawürde un» daau-machen?" erwiederte Grete. Treu unserer Pflicht, würden wir auf Gott vertrauen!" „Ach!" entgrgnete Kella, „die Jüdinnen finden ihr Glück nur ln ihren Männern und ihren Kindern!" Sech- Jahre nach der Berheirathung Kella'- war Kalman Inhaber eine- PapeteriegeschLfte» in eine-' der ersten Straßen von Pari-. Tony, der fett fünf Jahren mit Maringrete verheirathet war, hatte «ine Schlosserwerkstätte gekauft, da er nach dem Tode Jäkel'- ein« bedeutende Erbschaft erhalten. Eine- Tage-, aldie beiden Familien bei einem fröhlichen elsässischm Mahle versammelt waren, dadurch Kalman'- Schwester bereitet war (Kella hatte auf die Küche verzichtet), brachte der Briefbote einen Brief, mit dem Poststempel von dm Ufem de- Mississippi und von Zodek unterzeichnet. Der Brief war also abgefaßt: „ Meine Freunde, ich habe wahrend fünf Jahre, nach Abbüßung meiner Strafe, enicht gewagt. Euch in Pari» aufzusuchen. Ich stand einer-verdammung-würdigen Der» gangmheit noch zu nahe, und vielleicht hättet Ihr auch meinem festen Entschlüsse, wieder in die Bahn de- Gurm einzulmken, nicht getraut. Ich wollte Euch lieber Thatsachen al»Worte bietm .... Die Tharsachen sind folgend«. „Alich hier angrkommen, betrieb ich zuerst Pferde, Handel; ich habe dabei auf ehrliche Weise Geld verdient. Darauf habe ich mich mit einem Elsässer assoritrr zu einem Herrenkleidermagazin im Großen. Nach -vier Jahren haben wir soeben unsre Inventur gemacht: wir besitzen Jeder hundert Tausend Frank». Mein Associe ist im Begriff, sich zu verheirathm. Wenn Hella immer noch gesonnen ist, mir ihre Schwägerin zu geben, so möge sie mich einiger Zeilen würdigen, und nach zwei Monaten werde ich Ln Pari» sein. Dort, nachdem ich Euch Beweise meiner Ehrmhaftigkeit und meiner Redlichkeit gegeben haben werde, will ich mein Glück und mein« Zukunft in Eure Hände legen." „Man muß sie ihm geben," rief Maringrete. „Alle» bei Seit«, hat er doch zu meiner Berheirathung deigetragen." „So laß ihn kommm," rief Kalman, „aber bann sogleich!" * Eine jüdische Adresse au George Washington und.dessen Antwort.*) (Die Originale im Besitze von Ptr. Joshua Phillip« io Rew-Aork.) An den Präsidenten der vereinigten Staaten von Nordamerika: „Sir! Erlauben sie dm Kindem au» dem Stamme Abraham-, sich Ihnen zu nahem mit der aufrichtigsten Zuneigung und Achtung vor Ihrer Person und Ihrem Verdienste, und sich zu vereinen mit unsem Mitbürgern, um Sie ln Rewyort Willkommen zu heißen. Mit Vergnügen gedmken wir jmer Tage — jener Tage voll Schwierigkeit und Gefahr — alder Gott J-rael-, der David vom Schwerte errettete, auch Ihr Haupt am Schlachrrage beschützte; und wir jauchzb», indem wir denken, daß derselbe Geist, der ln der Brust dehochverehrten Danielwohnte und ihn befähigte, den Provinzen Babylonienvvrzustehen, ruht und immer rühm wird auf Jhnm, und Sie befähigt, die schweren Pflichtm eineeesten Magistratedieser Staaten zu erfüllen. Wir, die ehemalberaubt, warm der unschätzbarm Rechte freier Bürger, sehe» nun, mit der tiefstm Dankbarkeit gegen dm allmächngm Ordner aller Dinge, eine Regierung, errichtet durch die.Majestät des» Volke-, — eine Regierung, die der Bigotterie keine Anerkennung, der Verfolgung keinen Beistand giebt, aber Allm gemeinschaftlich Glauben»- und Bürgerfreihelt zuerkmnt, Jedm, welcher Ration, Sprach« oder welchm Stammeer sei, aleinen gleichen Theil der großen Staat-maschin« achtet. Diese so große, au-gebreitete Union, deren Basi» Mmschenlieb«, gegenseitige- Derttaum und Bürgertugenb ist, köunm wir nur für da- Werk dehöchstm Gotte» anerkmnen, der Über die Heerschaarm herrscht wie über die Bewohner der Erd«, der da thut, wa- Ihm gut erscheint. Für all biefm Segen , bürgerlicher und religiöser Freiheit, die wir unter gleicher und freundlicher Administration genießen, wünschm wir unsem Dank zum Herm der Tage emporzusenden, zum großen Beschützer der Menschm, und ihn zu bitten, daß der Engel, weither unsere Väter durch die Wüste in dagelobte Land führte. Sie freundlich leitm möge durch alle Schwlerigkeitm und Gefahrm diese« lrdischm Leben». Und «mn dereinst, gleich Josua, Sie gesättigt von Leben und von Ehren sich zu Jhrm Vätern versammeln, mögen Sie aufgenommen werdm ln dahimmlische Paradle», um an dm Wassem de- Lebm» und dem Baume der Unsterblichkeit Theil zu habm. Gegeben und gezeichnet auf Befehl der hedrälschm Gemeinde in Rewyork, Rhode J-land." » Mose» Seixa». Warden. (h- 8-) Rewyork, den 17. Xuguß 1790. George Washington- Antwort.— An die hebräische Gemeinde in Rewyork, Rhode J-land. „Meine Herrm! Da ich mit großer Befriedigung Ihre mit Au-drückm der I Zuneigung und Achtung erfüllte Adresse empfing, fo freue ich mich der Gelegmhelt, Jhnm •) Au« dem Weehly Gleaner Ro^ 6. J

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