Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 15 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
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59 Zeit — aber noch länger wurde er über setn Abenteuer ausgelacht. (stvrNeyonq felaO Bundeslied. «on Arnold Bodek. *) Kenn! ihr daS geheime Weben, DaS den großen Bau der Welt, Seit nur Menschen sind und streben. Wie ein Band zufammenhLlt? Kennt ihr jene heil'gen Triebe, Die uns zu einander zieh»? Nennt sie Freundschaft, nennt sie Liebe, Die die Menschheit warm durchglüh'n! Uns durchlodern diese Flammen, Sie durchzucken Geist und Herz: Alle fühlen eineu Schmerz, Alle freuen sich zusammen! Horch, die Wogen der Geschichte Schäumen hoch und toben wild, — Doch zur Wahrheit und zum Lichte — Führet sie uns sanfl^M^mild. Seht die Gegenwart verhüllet,' Wolkenschleier nah' und fern, — Einedoch das All erfüllet, Durch die Wolken bricht ein Stern! Uns durchlodern seine Flammen, Sie durchzucken Geist und Herz: Alle fühlen einen Schmerz, Alle freuen sich zusammen! Wenn so alle Herzen schlügen. Einig im Ausammenklang, — Ach, er würbe sie nicht trügen. Jener tiefgeheime Drang. Sind wir denn nicht Alle Brüder? Kennt ihr unfern Stammbaum nicht? O so kommt, vereint euch wieder. Aller Wahlspruch sei das Licht! Lreiheitsfahnen sollen wehen, Liebe sei das Losungswort'. Fort und fort, an jedem Ort, Wo nur Menschenhütten stehen! Ja, die Schranken der Nationen Fallen, wenn die Liebe siegt: Tausende und Millionen Einen sich, die sich bekriegt. *) Am 10. März c. wurde in Leipzig das Stiftungsfest eines „ Vereins zur Förderung israelitischer Interessen gefeiert." Auch viele hervorragende Männer nicht-israelitischer Religion feierten es mit. Bei Tafel wurde obige« Lied gesungen. Redactio». Ja, sie schläg^ die große Stunde, Eilt auf Fittichen herbei, . Wo kn eine« Völkerbund« Unsre Menschheit einig, frei, — Wo der Liebe heil'ge Flammen Wann dunHlydern Geist und Herz, Und man keimt nicht mehr.Len Schmerz: Alle freuen >?ch zusammen! Für das Groß Schlägt und Doch nicht Künden laut Ullstt ein'ges. Spricht sich Und ein reges Führt des Buß glühet de ofe Wenn die Ist der Buji Denn Gott Er wird nii für das Schöne manche Brust; rte und nicht Töne Himmelslust — edles Streben n aus und frei, geist'ges Leben des Kraft herbei. Herzen sich verstehen, d für alle Zeit; selbst hat ihn geweiht: wird nie vergehen! Ehrenfaal von Alexander Elsässer. F re i d a n k, ein altdeutscher Dichter, wahrscheinlich W a lther von der Dogelweide, dichtete im 12. Jahrhundert, und ward von deq. Judenverfolgungen tief in der Seele ergriffen, er sagt: „Lper mag den Streit entscheiden zwischen Christen, Juden,! Hilden; der sie geschaffen hat, und alle Dinge ohne Jemandes Räch, — dek wußte wohl ihren Streit, ehe er sie schuf und auch ihren gegenseitigen Haß. Warum aber der eine Mensch sei verlvren und der andere zu Güaden erkoren, wer dieses fragt, das ist zu viel : Gott mag und soll thstn, was er will. Was Gott mit seinen Geschöpfen thut, das soll uns allen dünken gut." Ein ander Mal drückt er sich mir bitterer Ironie aus, wir wollen es in der lrsprache gebend Kinos riinj;es iiän ich: grossen uit, 1 ilaz Gol - eliclie weler git kristeriji iden. beiden: der keins. is ür gescheiden, Friedrich Chri koph Oetinger, Prälat, geboren 1702 in Göppingen, zestorden 1782, berühmter Theologe, Theofoph, Freund S theils größeren, theils und anderen Schriften, lvedenborgs, Verfasser von 110 kleineren theologischen, philologischen war ein geübter Kenner jübi chrabbinischen SchriftentßumS. Er sagt, in seiner Selbst! iographie: „Um mich in die älteste und von unsrer teutfcl en, so unterschiedene Denkungsart hinein zu setzen, habe ich Jahr und Dag, die Rab dinen gelesen. Vor großer!)egierde, die alte jübischq Art zu denken wohl inne zu Halen, habe ich mich selbst gehindert; überhaupt kommt man zu spät dazu, wenn man sich nicht schon als Knabe dazu ge-