Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 15 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 4)
- Language
- German
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60 wöhnt." Es folgt nun ein längere- Äerzeichuiß jüdischer | Schriften, die ec studirt und erkennt die große Schwierigkeit' des Stoffes Meister zu werden. Er M)t nach einem Lehrer > und findet einen solchen, bei seinem Aufenthalt in Frankfurt a. M. im Zahre 1729 in Rabbi Koppel Hecht. Ec erzählt: „Herr Rath Fende brachte mich zu dem gelehrtesten Kabbalisten, dem Rabbi Koppel Hecht. Dieser gewann mich wegen der ungewohnten Fragen aus der jüdischen Philosophie, was J-»:*« ss'2« weites Gesicht und ■J-E2N i-VV kleines Gesicht in Gott wäre, sehr lieb. Er ' dcmonstrirre mir chronologisch und ralmudisch aus den rarsten Urkunden, daß Platd des Jerem-ins Schüler gewesen und sein« Grundbegriffe von ihm geholt. Ich dankte Gott für diese Schickung." Ec erzählt weiter wie Rabbi Hecht den Plato citirr und merkwürdige Ideen entwickelt habe: „Einmal, sagt Oelinger, als er mir von Plaro so fHöne historische Urkunden mittheilre, kam ich in Verwunderung, sah ihm in Mund und Augen. Es saß aber sein Töchterchen auf der Seite, diese sah mir ebenso in Mund und Auge.^ Als ich . nun auch etwas genau auf sie sah, bestrafte er mich, ob ich nicht wisse, was Hiob 31, 1 gesagt: Ich habe einen Bund gemacht mit meinen Augen, daß ich nicht achte auf eine Jungfrau? — . Ich entschuldigte mich, daß ich ihren Geist, nicht ihr Fleisch angesehen; allein es half nichts' und ec meinte, ich solle seinen Geist aasihen, der sei größeral» der seines Mägdleins. t Ich liebte ihn Trrim« mehr, und er-unditzte mich, wie ick, die Kabbalisten zu verstehen es anfüngen sollte? Er sagte, ich solle dieser Arbeit mich überleben. ich. werde es nicht dahin dringen, ich solle bei dem i Tert der h. Sch. bleiben." > Auch in Halle nahm. Oeringer eisten Rabdinen sich;U>n Lehrer und erzählt von diesem Rudchliches, nennr aber feinen Namen nicht. Auf feine Vergleichung zwischen Ma^ie und Kabbala werden wir arn anderem Orte zurückkompien. Johannes v. Schlaye^. Bor Kurzem starb in Stuttgart I„Johaanes v. Sch.laver" langjähriger württemdergischer.Minister, von 1832 bis März 1848 ununterbrochen m Wirksamkeit .US Inhaber des Portefeuilles des Ministsium des Innern. Geboten am I I. Marz 1792 zu Tübingen, wo sein Vater Bäckermeister war, besuchte er das dortige Lyceum und später die Universitär. 1820 war er schon Kanzieidirector im Ministerium des Innern. Unter dem Ministerium Schmidlin arbeitete ec bas Judengesetz aus, das später im Jahre 1826 von den Landständen berarhen .wurde und bis heute noch theilw.jie Geltung in Württemberg har. Nach dem v. Schlayerschen Entwürfe hätten hie Juden damals schon,-mir geringen Ausnahmen, die Holle Emanciparion erlangt, wenn nicht die ständische Opposition in den Kammern eS verhindert hätte. Die Synagoge und Schule Württembergs haben ihre Organisation fhm zu verdanken, j Ec war der erste deutsche Minister, nach der preußischen Reacrion, der den Juden die bürgerlichen Rechte nicht vorenrhalten wollte. In seinem Nekrolog wird ausdrücklich bemerkt, daß seine judenfreundliche Gesinnung ihm den Haß vieler Christen zuzog. Als er den Gesetzentwurf über die Juden ausarbeitele, hielt er Dorberalhungcn mit den Notablen unter den Israeliten Württembergs und nahm ihre Wünsche entgegen. Die Herren Commerzienräthe v. Kaulla und v. Pfeiffer verkehrten besonders lebhaft mit ihm zu jener Zeit. Ec starb in einem Alker von 68 Jahren. Mannichsaltiges. Die Juden im französischen Heere. Es befinden'-sich bei der Infanterie 8 jüdische Stabs - und 92 Subalrernofficiere, bei der Cavallerie 3 Stabs - und 33 Subalternofficiere, bei bec Artillerie 4 Stabs - und 24 Subalremofficiere, beim Geniewesen 2 Stabs - und 24 Subalcernofficiere; außerdem beim Generalstabe 2, bei der Militärverwalrung 2, bei der Gensd'armerie 2, beim Sanitätspersonal 47 Juden. Der „Deutsche Botschafter", der diese Uebersichr mittherlr. bemerkt dazu: „Die jüdische Bevölkerung in Frankreich beträgt nur etwa 100,000 Seelen? Sie hat daher einen verhälmißmäßig großem Antheil an den Officierstellen als die andern Confessionen. Gleiches ist bei den Unterofficierstellen der Fall. Da in Frankreich zwar ein Jeder militärpflichtig ist, jedoch einen Stellvertreter dienen lassen kann, so zeigen die vorstehenden Angaben, daß die Neigung der Juden in Frankreich zum freiwilligen Militärdienst sehr stack und ihre Befähigung dazu sehr hervorragend sein muß." Es stimmt dies so ziemlich mit den Notizen überein, die wir früher in diesen Blättern gegeben. Wenn der Andrang der Juden in Deutschland zum Militärdienste durchaus nicht so entschieden ist, so findet dies seine natürliche Erklärung in dem Umstande, daß bis fetzt den jüdischen Militärs da« Avancemenr völlig adgefchnitten war. In Frankreich trägt allerdings jeder Soldat den Marschalstab im Tomister, denn Tüchtigkeit und Befähigung öffnen ihm eine unbegrenzte Bahn, während in den deutschen, namentlich auch den preußischen-Heeren, schon zwischen dem Unterofficier und 'Lubalrernofficier eine fast umiusfülldare Kluft liegt, und der Jude principiell nur bei der Landwehr, und auch hier erst seil 1848, zum OfficierSrang zugelassen wird. AllgemeineZeicungderäudenthumS. No. 14. 1860- - Leilesbe Artikel: La« Herrenhaus, das Ministerium unv die Judenfrage. Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. — Die israelitische Bibelanstalt ZeikungSnachrichten: Deutschland: Äannüeim. Ham bürg, Bad Homburg. Bad Homburg. Preußen: «rotoschin Oesterreichischer Xaiiersiaat: ..Mißliy. Die Lchweiz: AuS der Schweiz. Dänemark: Äaldurg. &3T Zu bezieben durch jede« Postamt und jede Buchbaudlung- Jährlich 3 Tbaler, vierteljährlich % Tbaler. ScrUg vor Sau« gärr Verantwortlicher Redacteur: K. Rabe. >«r'4 Sutbdaudtuug ur'Lei»jig. - Dnttk ,ou <&'. äretMing in «erpUS