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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 8 (1860) · p. Seite 30

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
8 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 30 (sequence 2)
Language
German
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30 so w,e fi« auch nicht die Einzigen sind, »eiche die Ducaren Gebete und nach jeder unreinen Hanbrierung vorgenommen, beschneiden, meint Herr vyli Neig,bauet. *—! sondern vor und nach dem Esten, vor und nach jedweder Eo friedlich und einträchtig die polnischen Israeliten j Function. Dieselbe übertriebene körperliche Reinigung formier im Verkehr mir einander leben, so feindselig treten sie' bern sie auch von ihren Weibern, welche oft in schmutzigen, gegeneinander in Religionssachen auf. siLir füdlen uns | falten Badeanstalten (Mikwa) sich allerhand Krankheiten durchaus nicht berufen, hier unsere Meinung adzugeben. holen, dieselben ihren Männern und Kindern millheilen, Niemano achtet mehr als wir die religiöse Uederzeugung ohne daß aber ärztliche Hilf« angerufen wird, da die Ehast eines Andern. Die Religion'ist die Grundlage der. Ruhe sibim nie einen Arzt gebrauchen. Sie heirarhen im Alter und Glückseligkeit vieler Menschen und wir stimmen Zolltvon zehn dis vierzehn Jahren und kaum der Ruthe entkofer vollkommen bei, daß man ein ehrfurchtsvolles Schweiwachsen, müssen diese Kinder sogar häufig wider ihren Wilgen darüber beobachten soll und Niemanden in seiner Uederlen in den Ehestand treten, in welchem sie gewöhnlich nur zeuqunq stören darf. Ader es scheint unS an der Zeit, die kurze Zeit bleiben, da man den kaum geschlossenen Bund hiesigen Gemeinden an daS Aufgeben ihre^ religiösen Zwiaus irgend einer Ursache oft schon den zweiten Tag nach stigkeiren zu mahnen. Keine Nation köchtte in den Fürder Vermählung wieder durch eine gesetzlich-religiöse Scheistenthümern einen solchen Aufschwung nehmen, als die mit düng zu trennen sucht. Kurze Zeit darauf verheirathet man materiellen und intellectuellen Mitteln so reich auSgestatteren dieselben wieder an verschiedene ander, Individuen, so daß . Juden, wenn sie ihre Absurdität einerseits, so wie den er- — wie Dr. Klauter „über die zweckwidrige Erziehung und heuchelten Freigeist andrerseits verbannten und mit vereinten Pflege der Kinder in Jassv" sich richtig auSdrückt nicht Kräften auf eine moralisch-religiöse Veredelung hinardeiteselten der Fall eintrin, daß eine Frau von 19 Jahren ten. Unter den vielen jüdischen Seclen. chelche man in den bereits 4—5 Männer befaß. Die Gesundheit der Frauen beiden Furstentdümern antriffr und die sich einander mit leibet dadurch sehr; dieselben haben nur kleinen Wuchs, fanatischer Erbitterung verfolgen, sind besonders zwek als eine blaßgelbe Hautfarbe, tiefliegende, mit bläulichen Ringen diejenigen, welche-die meisten Anhänger zählen, hervorzuumgebene Augen, schlaffe ^Brüste, großen Unterleib, Trägheben. Diese sind die Talmudisten und biß Ehassidim. Die heit in allen Verrichtungen. Mit 2ä Jalken ist die Frau ersteren sind zahlreicher und bilden >m eigentlichen Sinne nach Aussehen und Kraftzustand eine Matrone. Ihre Leidie Hauptmasse der Israeliten. Sie sind die Katholiken des chen suchen sie sobald als möglich, oft schon einige Stun- Jubemhum». Sie verehren okne Uncers^ied alle vemünfden nach erfolgtem Ableben, in die Erde zu verscharren, ngen sowie spitzfindigen Aussprüche der Rabbiner öder AoS- So zerknirscht und verzweifelt sie sich an Fasttagen leger des Talmud. Ihr eifriges Sludiuin der unzähligen, geberdcn, eben so ausgelassen und in wilder Freude schwelgen oft einander widersprechenden Auslegungen des Talmud versie an gewissen freudigen Feiertagen oder bei sonstigen fröhschafft ihnen zur gelegenen Zeit den ihrem Zwecke am meisten lichen Anlässen. Wer einmal einer Hochzeit dieser Leute entsprechenden Eommentar. Den neueren Ideen zugänglich, oder dem letzten Tage deS LaubhütlenfesteS in ihrer Svna, widmen sw sich allen möglichen Gewerbes», kleiden sich zugoge beigewohnt hat, der wird gewiß nie den tollen bachaweilen europäisch, errichten Schulen und lassen ihre Kinder nalischen Jubel vergessen. Sie sind mit einem Worte die sogar die christlichen Lehranstalten freguentiren. Doch ergraffesten Fanatiker und können bei all' ihrer sonstigen streckt sich ibre Toleranz noch nicht biß zur öffentlichen Furchtsamkeit und bei all' ihrer Scheu vor der D.ffenklich- Anerkennung der neuern Reformen ihrer'Glaubensgenossen keit sich doch den größten Ercessen hingeden und den größten anderer Länder. Außerdem gilt ihnen b‘« Uedrnchreltung persönlichen Gefahren aussetzen, sobald man ihren religiösen der Saddatgebote alS wahrhaftes Verbrechen und keiner von Alfanzereien nahe tritt, ihnen waat es. am Ruhetage öffentlich;u rauchen, einen. Wagen zu besteigen oder seinen ErwerbS;»eiaen nachzugeben. Darum sehen die meisten moldauischen Städte.an den jüdischen Feiertagen wi, auSgestorb.n aus,!da aller sonst nur «. in ihren Händen sich befindliche Verkehr aufkorr. Die Ehassidim oder Frömmler finb>die jüdischen Derwische. Sie werden auch spoltweise Hizpser oder Klatscher genannt, weil sie mit solchen körperlichen! Bewegungen ihren lebten, und bei denen in jedem sich daher ein eigener, völlig Gottesdienst vollziehen. Dies, Secte soll 1!740 zu Mic^zovorz verschiedener Culturzuftand entwickelte, dei denen noch Alles ' iii der Ukraine, nach Anderen in der Moldau, nam einer frisch, seldstschöpferisch. Wenigevon einem Andern entlehnt dritten Meinung zu Sa^tagura bei GrM«»itz, entstanden war. tritt dieaufs deutlichste hervor, und Niemand ist, fern. Sie tragen den Aus-enschem einer s^hr strenger?Tugrnd der die Mission der Aegyprer und Phönizier, der Hebräer und einer temutbSvollen Ergebenheit, idr Fanatismus und und innerasiatischen Völker, der Griechen und Römer nicht thre Intoleranz überschreiten jedoch aste Grenzen. Ihre genau zu sondern und in ihrer ganzen schlagenden Eigen- Religionslehren haben viel« Ähnlichkeit!mit denienigen deS thümlichkeir aufzufassen verstände. Bei den neueren Nalio- Jstam und bestehen hauptsächlich im Peter», Falten und nen, die in einem festen Zusammenhang,, in einem steren Reinigen. Gebetet wird wenigstens fünfmal deS Tage», Aufeinanderwirkcn, in einem unablässigen gegenseitigen Gezweimal täglich muffen sie in di, Cvstagoge^chen, sooft den und Empfangen leben, bei denen sich zugleich eine aber können sie in jedem Haus« oder wo stf sich sonst befinden, allgemeine Civilisation, eine menschengeschlechtliche Culrur idr, Andacht verrichten. Immer aberf geschieht die« mit i «avickcll har, die Alle» gleich macht, ist die Besonderheit lautem Lärm, mit Vehemenz und Mißachtung aller äußer» chrer meoschheitlichen Bestimmung schon schwerer in ihrem Verhältnisse. Die Reinigung wirb nicht nur vor jede» Eharakteristn'chen zu erkrnnen. Dennoch braucht man nur Die Erfahrungen der Menschheit. an*?ic. Bei den alten Völkern, die in geringem Zusammenhang, >

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