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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 1 (1860) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
1 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 als eS früher der rohe Zwang gewesen ist, und daß vorerst noch auf lange Zeit hinaus Marc. VJ, 3—6 volle Geltung haben wird. Die Thatsachen sprechen so laut und so eindringlich, daß man sie hoffentlich ohne Verletzung des europäischen Christengefühls auSfprechen und anerkennen darf. Zst übrigens die Angabe des Verfasser- (288) richtig, und hat die römische Propaganda, obgleich sie nur vom I.1821 an gerechnet' nahe an neunundsechzig Millionen Kranken für Misskonszwecke eingenommen, in siebenundachtzig Jahren trotz aller Mühe und Opfer-wirklich nicht mehr al« siebzehn Juden zum Katholicismus herübergebracht, so hätte man auf das Unternehmen, Israel zu christianisiren, schon längst als desperat verzichten sollen." So weit der Recensenr des Dr. Tobler. Wenn aber derselbe von den verzweiflungsvollen Aufständen unserer Nation gegen die Römer spricht, so vergißt er an den glücklichen Ausstand und die ruhmvollen Freiheitskriege zwei Jahrhunderte früher gegen die Syrer unter der Glaubensfahne der Makkabäer zu erinnern, wo der Heldenmuth und die. Glaubenstreue ein Häuflein kriegsungewohnten Landvolks die Heere des damals mächtigsten vorderasiatischen Reiches vernichten ließ. Dieser Kampf und seine Erfolge überragen die Tapferkeit der schweizerischen Kämpfe noch bei Weitem, die in ihren unzugänglichen Bergen so viele überaus günstige Schlachtfelder besaßen. Dat kümmt mal nuners. Moses Jtzig im oll Schlaume Lessen, . Dei sitten recht bequem in ehren Wagen Un führ'n nah Leipzig up dei Messen. Sei sünd nu grab doabi un klagen, Wo dat bei Judenschaft doch wier so unnedrückt, Un dat ein Jeder ehr an'l Tüg wat flickt, Un dat dat so nich blieben künn; Dat müßt doch mal eins anners warben, Wem ff Rothschildten rau'n König hahren. Drup reden sei von den'n Gewinn Un von dat prächtige Geschäft. Wat'ff Beid in dar vergangen Joah^ Hebb'n maakt, un war ff verköffr^), Un wat ff behollen von dei Woahr-); War ehr 't Geschäftch« in Hahr dragen, Un wo vähl Geld ff tausamrn schlagen, Nu war ff nu maaken wullen för en Rebbes. — So führ'n sei nu denn dei Schosseh entlang; Un an dei Straal sünd dei Schossehsteinklöppes, Dei kloppen doa in Hirt un Stoffs) ehr Stein, Un schweiten doabi as dei Boaren As-bei dei Juden nu gewoahren, Un Schlaumen siene Näs sei seihn, Dünn fang'n fei an: „Hep! Hep!" tau schriegen s) Un „nimm mer aach mit, nimm mer aach mit!" Oll Schlaume. kann doch all meindag«) dit Nich so passicen laat'n; hei ward daS Schellen kriegen 1) versöfft verkauft. 2) Woahr Waare. 3) Stoff «taub. 4) Boaren — Bären. 5) schriegen — schreien. 6) all meinbag alle meine Tage, immer, unter allen Umständen. Un schimpt hetute üt hen Plan'); Un schlimm wier dar unff Juden zahn, Hahr Mosesich nich nvifchen legge Dei ritt oll Schilaumen t'rÜgg un seggt: Laaß gut sein, Schlaume, es wird tümmen! Paß Achtung! Daß unser Fett Denn werden m« ks wird kümnrn de Zeit, Hut oben schwimmen, r aach fain ungeßogen. Paß Achtung! tii wird kümmen de Zeit, Wo wir se denn Und du und ich Die werden denn aach 'runtermöppem *); Sie werd'n danr sitzen w den Wogen und unffre Lait, i Schoffehstein klöppern. 7) Plan Planlaken!. 8) 'rumcrmöppern trivial für: mit Redensarten absertigen. lieber Erziehung. Blumenlei'e aus verscücdenen pädagogischen und belletristischen A Zeitschriften- I Elternsorgen. > „ Was wird nür aumeinem Kinde werden?" ruft! mir besorgt ein Vater zu. „Das zerstört Alles waS in seine Hand geräth. Gestern hatte feine Tante Spiele in Menge mitgebracht;! heute sind wenige noch ganz davon. Ich habe mein Kmd schon auf die Finger geklopft, weil solcher Zerstörungslritb mit der Zeit gefährlichwerden kann." DaS kann er wohl,! aber er braucht es nicht. Er kommt aus einer guten -Üu^lle, aus einem thäligen Kopfe. Laß dir die zerbrochnen iSpielsachen lieb sein; blie.ben sie für alle Zeit ganz, dan^ wär's vielleicht im Köpfchen deines Lieblings nicht ganz! richn'g, d. h. es fehlte ihm die Le- ' bendigkeit der Denkkrlrft. In dem Knaben, der ein Spielzeug nach allen Seirm untersucht, ja der eS entzwei bricht, um das Innere, die Maschine desselben kennen zu lernen, steckt ein erfinderisch'r- oder erforschender Geist, und der, welcher die Dose sein sieht, wie sie läuft, mentalphysiker Werdens. Alle Thätigkeiten des zarten Geistes müssen uns werth worauf sie hinzeigen verbunden sein werd. kein Trieb bleiben, wuchern anfängt. s Vaters vom Tische wirft und nachkann mit derzeit ein großer Experiein, denn wir können nie wissen, und welcher Segen einst mit -ihnen Freilich ohne Einschränkung darf der mächtig in einer kleinen Seele hu ielss mag das Kind angreifen und' daran feine Kraft prbbirei^ aber alles Lebcki fei ihm heilig von der zartesten Jugend an. Es lerne sich freuen über das kleinste Thierchen, nehme Theil an seinem Wohlbefinden und übe sich ln der Freundlichkeit gegen dasselbe. Am besten wird \bn Trieb dadurch eingeschränkt, *daß man ihm so wenig als möglich Nahrung gibt. Man nehme dem Kinde zusammengesetztes Spielzeug und gebe ihm die bekannten Baukästen dafür. Hier wird sich gar bald der Trieb zum Bauen regen und sich als ein ganz heilsames Gegengift für den Zirstöcungstcieb zeigen. „Ader was soll <ms meinem Knaben werden," höre ich eine ändere väterliche Stimme, „er ist oft zerstreut, so daß

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