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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 52 (1859) · p. Seite 207

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
52 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 207 (sequence 3)
Language
German
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207 schon JeremiaS nach dem Falle Jerusalems den Juden verkündete, als sie nach Egvpten zogen, wo eS an ihnen in traurigster Weise in Erfüllung ging. Die Israeliten von Oran wäbrend der letzten fünf Monate vor der Eroberung durch die Franzosen. tAus dem Französischen dcS.D aniel Levy in den Arch.iar.de Fr.) Unsere Leser wissen auS den öffei^jchen Blättern, in welchen Gefahren gegenwärtig die Israeliten in Marokko schweben, da dieser mohamedanische Staat mit den Spa» niern in Krieg gerathen ist. Die Mohamedaner sehen die Israeliten immer als im Bunde mit den. Europäern an; habe» doch im vorigen Jahre die Juden in Herat die ärgsten Verfolgungen von den Persern bestanden, weil sie sie im geheimen Sinverständniß mit den Engländern glaubten. Es wird daherin diesem Äugenblicke die folgende Schilderung um so mebr interessiren, und bemerken wir zum besseren Verständnis Folgendes. Bevor im Jahre 1830 die Franzosen Algier eroberten. stand dieses Land unter türkischer Herrschaft, welcher sich die arabische Bevölkerung nur unwillig unterwarf. Diese Herrschaft wurde vom Dey von Algier vermittelst einer Besatzung türkischer Ianitscharen auftecht erhalten, indem er zugleich nack den Hauptstädten des Landes Beys mit türkische» Garnisonen detaschirt dielt. Jetzt die Erzählung deS Herrn Lern. Bei der Nachricht von der Einnahme Algiers entstand unter der muselmännischen Bevölkerung uno namentlich unter den Arabern, eine lebdaste Aufregung. Man weiß, daß sie niemals der Hoffnung. daS Joch der Paschas abzuschütteln. und ein unabbängiges Reich zu gründen, entsagt haben. Ter Sturz der türkischen Herrschaft schien ihnen zur Verwirklichung dieser schönen NationalilärStraume die passendste Gelegenheit; denn Nichts ließ daraus deuten, daß die Franzosen, nachreni sie die Hauptstadt der Negenlschask eingenommen hatten, ibre Eroberungen noch ausdehnen oder in Afrika striren würden. Die Araber bliebeh-also die einzigen und unumschränkten Herren deS Landes und konnten stch nach ibrer Weise durch Häupter ihrer eigenen Wahl regieren lassen. DieS waren die Gedanken, die den Geist der Massen bewegten. Die Zukunft har nur allzu sehr gezeigt, wie diese Ideen Kraft und Bestand erlangt haben; es hak genügt. daS Abd-el- Kader den Kampfesruf hören ließ und die Fackel des Fanatismus in die glühenden Elemente warf, um den Brand auSbrecken zu machen. Aber zu der Zeit, in der wir in unserer Erzählung sieben, dachten die Araber OranS vor Allem dapan, stch von dem Bey und seinen Janitscharen zu befreien; und als sie erfahren, baß die Israeliten Algierdie Franzosen mit den ledbastesten Zeichen der Freunde empfangen, bildeten sie stch ein, baß die Juden und Christen im Einverstandniß und gegen sie wegen religiöser Beziehungen verbunden seien. Von dieser Idee beherrscht, beschlossen sie, um ibren Versuch der Nationalbefreiung einzuleiten, die israelitische Bevölkerung in Masse auSzurotten. hierin sich der Regel und den allgemeinen Traditionen aller sanatisirten Völker anschließend, die immer in dem Juden ein den politischen Leikenschaf^w im Voraus, geweihte- Opfer sehest. Aber zu Oran wußten die Araber, daß die türkische Ärsatzung bereit sei, jede Unordnung zu unterdrücken. was!sie bewog die List anzuwenben und dem Bey vorzuscklaaen. ihn nach MaScara zu führen, um . ihn dort zum Sultan zn proclamiren. Unterdessen und in der Voraussetzung einer wahrscheinlichen Collinen mit den Janitscharen , nd den Juden, glaubten ne klug zu bandeln, ihre Fartilien allen Repressalien zu entziehen und gingen am sechsten Ab sim Monat Juli) auS der Stadt mit ihren ssteibern und Kindern, ibre kostbarsten Habseligkriren mir sich nehmend, und nur einen Tbeil ihrer Waffen zurücklaffenv, von denen sie glaubten, bei ihrer Rückkehr gilt n Gebrauch machen zu können. Hassan, seinerseits, verführt durch die glänzenden Vorschläge. die ihm, di r Araber gemacht halten, deren wahre Absichten er mttürl ch nicht errieth, bereitete sich zur Ab: reise. Schon waren alle feine Vorkehrungen in dioser Beziehung getroffei. als man ihm mittheilte, daß Habj: el-Klc'i, ein wegen seims Alters und seiner Heiligkeit / sehr verehrter Maire, ^ufs Inständigste eine Audienz bei ihm verlange, am ihm ein Geheimniß v.og der größten- Wichtigkeit mitzuth'ilen. Emgcführt bei dem Bey,/ enthüllte der GreiS d e. verhängnißvollen Pläne der Araber, lieferte ihm alle Be veise. die geeignet, ihn zu überzeugen, und beschwor ihn schließlich auf seine Abreise zu verzichten und ausS Schnellste die energischesten Maßregeln zu er-. abt in PertheidigungSzustand zu fetzen, viel Falschheit, deren Opfer er hätte greifen, um die S> Erschreckt durch fr werden sollen, gaU der Krv unverzüglich die vurck die Umstände Lebotenl wurden geschloffen eS-Soug oder NaziöleonSthor genannte blieb allein offen unter der Hut vor den alle kampssLhi. en Juden zu einer Miliz organisirt*) und mit den Wo ff« Eile zurückqelaffen *) Will man bei? Glauben-Prüder in ib Vorsehung unk in tb bare, dazu gekommei sehr natürlichen Geic ein Wunder hinzusiesi Hassan erschien, um war nicht der' Maud kannte, und au8» keil! hatte in das Gedeirh nein r» war Elias, ein zweiter Ewiger durchstreift, damit be zu wachen, und glaubte, sich der müssen. Den gennjsi scheu Person in der Augen der eingeborest züchligung der Bla-p» der Zitz n Befehle. -klle Thore der Stadt und von innen verrammelt; da- Bad- 600 Türken. Zu gleicher Zeit wurn versehen, welche die Araber in ibrer hatten. <kchl«S <olq1.> . zu Tage wissen, wie io unsere oranesischen er Vorstellung von einer alles verrichtenden er gewöhnlichen Vorliebe jür dao Wunderfind, an-die Stelle desehr einfachen und ebnisseo. eine übernatürliche Verantasiung. eue So höre man: Der Mann, der vor ihm eine so Heillame HLachricht zu bringen, e Hadj-el Klei, den Jedermann in Oran anderer Bewohner Oran», den ein Zufall nis: der Verschwörung einweihen köimen; ^er Prophet, der fortwährend die Erde wie Zute, oder vielmehr wie ein. Schutzengel iplstragt, über die ^rstrcuien Slämme Israel» bei den eben erzählten Begebenheiten, e des verehrten Marabout'S bedienen zu reu Zweifel in die Identität riese/ bibli i esagien Erzählung setzen, hieße sich in den en Israeliten der Verachtung und der Äcemie aussetzen.

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