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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 48 (1859) · p. Seite 193

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
48 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 193 (sequence 5)
Language
German
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195 «bet ihr Name noch in den Banden einer beschimpfenden Criminalprocedur. Wir wollen sehen, wie ihr Schicksal (Schluß folgt-) Die Bäume nach den Lehren dcS Talmud und Midrasch. Von vr. I. Hamburger, Landrabbiner in Strelitz. «Fortsetzung au» Nr. 47.) Die Myrte, fitrr, in ihrer immer grünen, vielblättrigen, nie welkenden Beschaffenheit — wie sie einen angenehmen Geruch verbreitet, aber selbst zum Genuß ge. schmackloS ist — bezeichnet das thatenreiche, fruchtvolle, nie untergehende Leben des Gerechten, der Unschuld — bat aber auch Aehnlickkeit mit derjenigen Menfchenklasse, die zwar gute Handlungen übt, aber ohne eigene Erkenntniß, ohne Eelbstbewußtsein.*) Der Weinstock, 163, wie wir ihn mit seinen reichen, vollen Trauben von den durch Stabe gestützten - Reben sehen — bedeutet die Fülle eines glücklichen Segens,**) ist aber auch das warnende Bild dessen, was da geschieht, so wir unmäßig in dessen Genuß sind.***) Sein erst knospender, später blühender und bald darauf Trauben tragender Zustand —timt auch als Symlol der allmäligen Erlösung Israels aus Aegypten, wie auch der Zu. kunst.****) Der Feigenbaum. in der Gestalt, wie dessen Früchte nicht auf einmal, sondern allmälig abgelöst werden — wird als Bild dcS GesetzeSstudiumS, fo dasselbe bleibend angeeignet werden soll — gebraucht, s) Die Dattelpalme, wird nach den drei Erscheinungen ihres WefenS im Wachskhum, .in der Frucht und dem Holzabwurf — zu drei verschiedenen Bildern gebraucht. Der aufwärts gerichtete Wuchs der Palmmitke, iss das Bild des nach (^ott sich sehnenden HerzenS; deren saftvolle weithin Schatten verbreitende Aeste — ein Zeichen des Wirkens deS Gerechten und deS ihm doch endlich nicht ausbleibenden LobncS; rid nach vielen Ricktungen sich hin bcngenden Blatter — die Gestalt der Demuth der Wkiöheitsschüler, durch die der Opferung JsaakS; ihre Unersetzbarkeit, so sie abgebauen wird — ein Bild des Todes deS Gerechten.-ff) Die vielen Gattungen ihrer Früchte nebst deren verschiedenartigem Gebrauch — ein Bild der verschiedenen Klassen in der menschlichen Gesellschaft; das Geschmackvolle im Gegensatz zu dem Geruchloien ihreS WescnS — die Bezeichnung derjenigen, welche Gelehrsamkeit besitzen, aber ebne gute Handlungen.-f-sch) Die Nutzanwendnng aller Theile dieses BaumeS, fft+) eine belehrende Gestalt, wie alle Klassen auf religiösem Boden in der noch so großen Mannig» *) Daselbst. Siche Buxtorf voce: N2-S I Beracholh 57. -;e3 nxnn — Midi-, r. 2. M. Abschn. 44 r-M- Abschn. 36 — zra n: -rrnv nrc: *) Daselbst Abschn. 88. u. Barachoth 57. — ni/Tw “S’“! t) Midr. r. 4 M. Abschn. 21 u. Verachoth 57. H) r- 4- 3»* Abschn. 3. Daselbst 3. M. Abschn. 3( TTT; Daselbst. ++++) Midr. r. 4. M. Abschn. 3. faltigkeit ihre- Wesens Ganze sind.*) j , Der ONvenbau und Wirkens heilsam für das «, N'N, erhält nur in Bezug auf seine Frucht und das jauS derselben erpreßte Del seine symbolische Bedeutung.! DaS durch Stoßen. Schlagen und Pressen HervorstrSinen des OelS aus dem Olivenbaum ist daS Bild, dass daS Unglück, von dem wir heimgesucht'werden, .zu unstrer Besserung da ist.**) DaS Oel mit seiner Eigenschaft,;|im Wasser stets oben zu sein, und seiner Nutzanwenhungt! znm Leuchten ist daS Bild deS Geschickes Israels. baö| nie untergeht — und seines Berufe- — den Tempel ss otteS zu erleuchten.***) Doch ist auch die Fruchtbarkeit 1 ieseS, BaumeS ein Bild der Fruchtbarkeit des Menschen. I****) Die Zeder, tixJ in ihrem schlanken hohen WuckS, die.arm an Wurzel ij! und schnell eine Deute des Sturmewerden kann — bl «nt als Bild deS HochmuthS *****) und der Unsicherheit rznsereS^.DerbleibenS auf erreichter Höhe.******) - f. Der Nußbaum, iTUN, der als Gegensatz zu den anderen Daumen in der Art hervorgehoben wird, daß andere Bäume, so dklsen Wurzeln bedeckt wurden, besser werden, während ketii Nußbaum durch daS Bedecken der Wurzeln noch schlechte wird — dient 4vr Bezeichnung deS Geschickedes SunderS, der vor Go» seine Sünden nicht eingesteht und in!seinem Frevel verharrt.f) Schöner als hier fallen die Billjer in der Symbolisirung der Bäume auS. die durch daS Züsamyien- oder Gegenüberflellen mehrerer Gattungen untereinander gewonnen werden. Der Dornstrauch.-s-f) gegenüber allen ftuchttragenden Bäumen, der alS Gegensatz zu denselben, nicht wie diese auf den Menschen belebend, sondern tödtenv wirkt — er wurde zum Gdlgen für Haman gebraucht — ist daS Bild deS Verworfenen, dessen ganzes Sweben auf das Unglück Anderer gerichtet ist.-sich) Das Gegenüberballen der Zeder dew Rohr im Wasser, wie diesevor jedem Sturme sicher isf. während die Zeder oft ihm unterliegt — zeigt undvS Bild, daß Größe 'oft eher rin Fluch wird, als der I niedrige Stand unserer Verhält- Die Verbindung der Zeder'mit der Dartelpalme in der Betrachtung, wie die Beschaffenheit deS WachStbumS deS Eine« durch die deS Andern sich gegenseitig ergänzt — die Zeder trägt keine Früchte, die Dattelpalme trägt Frücht-; die Dattelpalme kann sich nicht verjüngen, treibt keir e Schößlinge, so sie vom Stamm gebauen wird, dagegeif treibt die Zeder neue Schößlinge, auch nachdem sie abgShauen wird^ — wird als Bild deS Lebens deS Gereckten! bezeichnet, daß eS Früchte trägt und selbst nach dem Tode noch Schößlinge treibt.t+ttt) *) Daselbst. Siehe weiter. i 4/u vtv (• v»*yv **) Midr. r. 2. M. Abschn. 36. —> Dasilbst. ’titt - Dasrlbst. , . >) Berachot-57, rj-2^n 2 2 m m -ZV» '*) Ialkut zu i; K. 5. 176. »*»***) Siehe»weioer. 4) Kalkül zu Spr. SalomoniS §- 901. fff Unter V*v — Dorn — werden wahrscheinlich alle nicht chttraaeude Baume v rstanden. Beth-hamidra ch 1. S. 18. Siehe weiter. ++++) Taanitb 20; , . — ttttf) Baba-bathrtr SO B. Tanchuma S. 15 zu ",7 Ialkut «I

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