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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 47 (1859) · p. Seite 186

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
47 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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186 nimjfn übet die Bäum« lassen wir der klareren UcberticH wegen nach folgendes drei Claffen folgen. Diese sink n) die Symbolik der BTume im Allgemeinen ukib im E istzelnen; b) ibre Beziehung auf den Benschen Anwendung ans 5 s r c lisiruirg der Baume wir' hier nach dreivtlschicdencn Seiten vorgenommen. 1 im Lin;.'Inen; 3re i düng mir einander. Bäume im Allgemeinen sckiedener Gegenstände, m All g eme inpn; e) ihre el besonder».! -Die Symbole die bildliche Beteurung der Bin in'e im A llgenseinen;- 2te ibrt Auffassung re Erklärung in Berbin- Wie bereits in der B«bcl die ils Bilder zur Bezeichnung verils: Verkünder Ter wallenden Fürsorge (Lottes zBfalm 104, 10. ‘J6, 12) — welchem Geschicke der Geieckre zstlsalm. 1, 3, Iercniia 17. 8) und der Ungerechte unterliegt! sEz.chiel 15. 6, Klgld. 4, 8) u. s. w. gebraucht sind; ss erdalren sic auch vier verschiedene Anwendung. Ter vjiel;weigige fr,chnragenke Daum ist das Bild des gerechten, dessen Frömmigkeit zur Zeit des Unglücks, ryie der küble ScKatten 'der dickbelautken A.ste am beißen Lage über den, Menschen sich j scki.tzend auebreilet.*). Die leeren nicht Frucht tragendem Bäume mit dem starkes Rauschen ihrer Blätter sind daS B.lk des schielenden Brablers, der nichts besitzt;**) dagegen yt ras schwere, tnmpse, geräuschlose Bewegen der mit Frr«bl belarewen Aesie — die Gestalt d^s stillen, aber! lb atenreich enl Menschenlebens.***) Dre Frucht tragenden Bäume sink daS Bild tcS Gerechtens, die nicht unrgtbauen werden türsen, dagegen gleichen die leeren, keine Früchte t-, a g en den Bä uoic dem! Fr ev l er, die umzebauen und beliebig zn irgend einem Gegenstand gebraucht werten können.****) Das Hinstürzen der Bäum, durch die Macht der Art, derrn Stiel das Holz keS BanmeS selbst ist — die Bezeichnung rer ersten Ursache unseres Un qlüch.S und Unterganges! — Weil wer selbst hierzu bülfre.ch die Hand boten.f) Der wurzelreiche, aber nicht vtelzweigige Baum — erscheint alS Bild deS Gerechten. denen sich kein Siurni bemäckngt, dagegen ist der jweigretche und wurzelarme Bauni die Gestalt deS F.rev-IerS, der trotz feiner vielen Acste, dennoch bald den» Sturme erliegt.Bf) Ausführlicher »reffen wir dle Symbolisirung der Bäume in» Einzelnen. Tie-Backweite r.z~? in ihrer niedrigen, unbeachteten Stellung einerseits und in kein nicht Frucht tragensken Zustande anderseits — dient zur Bezeichnung der Teipulh und Befcheidenbeik, wie Gott uud die Frommen in ihrem Wandel erscheinen.fff) ist aber auch da» Bild der untersten Volksschichten in der Menschheit, wo weder Gelebrsamkeit, noch gute Handlungen angetreffen'wkrren-schchch). - >-oNityun^ setzt.» "i Mi<lr. p; Tam-hum» zu: ■pr'C — vooo - rfy 772 w* 2X *»> Midr. r. 1. M. Absch. 16. roe«: 7“^ C™T.X; *•*) Daselbst. j **•*) Midr. r 2. M. Ai^chn. 35. Siebe weiter, chl >sjdr. r 1. M. Avschn. 5 am Ende. -sch) Äboch, Sbschn 3. Wischna 22. -bch-f) Midr. r. 3. M. Absibn. 30. t++t' Daselbst. 1 Die verlassene Synagoge. Gefühle eine» Greise» bei der Einweihung der großen neuen Synagoge in Hambura ' am 22. September ldöll.*) Mein Knabe, eb' Tu jetzt hinaus nticft führst. Laß mich ein Wenig hier noch niedersttzen; Tenn ach! ,» wird niir schwer, sie zu verlassen. Die Räume hier: ich weiß, sie sind nicht schön, - Eie sind, man steht's, daS Kind der Hast uns Nolb; Allein sie sind mir lieb: mein ganzes Leben Steht eingekerbt auf diesen schlichten Brettern. Sie sind mir lieb — ick Hab s nicht so gewußt; Erst jetzt, da ich sie lasse, da auf ewig Das Leben, ras hier waltkte. verstummt. Da fühl’ ich's — sollte ich mich dessen schämen? Hier wurde einst — obwohl nicht mit Bewußtsein - Ich eingefübr.r in- Bünknist Abrabam». — . Dock icnrs'Tags erinn're ich uiich deutlich — ES war rin stiller weißer Winkersabbath — Als meine Mappa ich zum Tempel brachte. Ich war geschmückt im schönsten Flügeltleide. Unk selig lächelnd blickte meine Mutter Tort auS dem Gitter! ach ich seb' noch beul' Das süße Angesicht durch jene Stäbe, Und meines Vaters Vater hob mich auf Und legte mir die dürre Hand auf's Haupt Und sprach: ..Den Knaben möge Gott erziehen * Zur Tdorg und zur Eh' und guten Tbaten! Der Mutter holder Blick erglänzte mir Auch von kort oben, wenn ich jeden Sabbath Rascher und fester IaS in dem Gebetbuch, Ten» kleinen freundlichen; denn vor dem großen, Im pergamentbezog'nen eichnen Deckel, Voll breiter schwarzer Lettern, war mir bang. Seit eö einmal nur ans die Zeben siel. Daß wochenlang ich davon h,nken mußte. Ja, ia — wir Kinder hatten heitre Stunden Hier: »venn wir um den Becher WeinS Uns drängten von der Fest- und Sabbalbweihe, Ten jack.lnv uns rer alte Küster tarbot; Und wenn ein donnernd Ebarivari wir Dem längst verstorbnen Todfeind Haman brachten. Bor Allem aber »rar's am letzten Festtag — Tie Thorafreude waid zum Ktnderjubel, Als wir mit Fähnchen unv mit Lichterchen DaS Betbans füllten und die Stufen stürmten, Wenn endlich „Alle Knaben"' scholl der Ruf. Und dann die Frauen durch daS enge Gitter Bonbons und Zuckcrwerk herunterwarfen, Und drauf ein Reißen war, daß Mancher fiel.. — Wir hielten'S damals nimmer für Entweihung, Wenn auch zurveilen Mutbwill' und Gelächter In unsres GorreS Haus ibr Wesen trieben. — — Wir Juten weinen manche Throne ja Für unS alleine — warum sollten wir Nicht auch für unö allein bisweilen lachen? *) Dasselbe ist besonders gebrockt erschienen bei B. c. Brrrnbsebn in Hamburg.

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