Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1859)
- Issue
- 33 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
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131 fcrt Gesetze-, und da ich schwach -genug war. zugeben, Haft Du mich besiegt."... tem-nach« Ucbn Erziehung. FröbNcke Kunde kam nach Pnmpaditba. Der Hof t-a«- die Anschuldigung RabbahS niedergeschlagen. AlleS war geordnet, und der geliebte Lehrer konnte ohne Gefahr zurückkchren. Die ganze Bevölkerung rüstete sich, ihn lrinniphirend zu empfangen. Aba>i, und zwei feiner Ge» »offen eilten, ihre» Leb,er aufzusuchen. Eie folgten seinen Spuren, und alö diese sich verloren, waren sie glücklich qenttg, feinen Zufluchtsort auizusinden. Sie sahen von Ferne die kl. ine Höbe, die sich aus den Sümpfen erhob, und mutbmaßtcn richtig, daß Rabbah dahin feine Schritte gelenkt. Sic erreichten dieselbe. Siche, da erhoben sich zwei große Adler von der Statte. Sie fanden ihren Meister — aber entseelt. Unverkennbare Spuren zeigten ihnen die Art seines Tores. Sonst war sein Leichnam unverletzt, denn die Adler dcS Himmels hatten ihn mit ibren Schwingen beschattet, und die Aastbure fern ge- -balten. die ibn sonst Verzehrt hätten. Unermeßliches Weh ergriff das Her; Abaji's und feiner Gefährte». Lauter Iamimrruf curfuhr ihren Lippen. Aber cS galt kein Säumen an diesem gefährlichen Orte. Sie mußten sich raffen, um die Leiche deS lheuren Lehrers auf den fchwie» rigen Wegen zur Start zu bringen. Sie hüllten fein Haupt in seinen entsalt.lcn Kop'biind. luden ibn auf ihr» Schultern uuv trugen ihn vorsichtig durch daS traurige Gelände. AlS sie die Gieuze keö SumpflandcS erreicht batten, kamen ihnen Andere cnrgege». Schnell verbreitete sich die Kunde durch die Statt. DaS Fest wandelte sich in Trauer, daS 2anchzcn in Klage. Eine große Todt.-nfeier sieben Tage lang, an welchen si.ben Genoffen seine- Streben- und zweiundzu'auzig seiner Schüler renr allgemeinen Schmerze in Vorträgen Worte verlieben, wurde ihm gehalten. — Nach seinem Tode wurde RabbahS Freund 2oirph Ben»Cb'ja zum Haupte der Mctibta erhoben. Joseph, der zweimal diese Würde in früh.ren Zerren ausgeschlagen». weil ihm ein Laldaischer Astrolog geweissagt, daß er nur zwei Zabre diese- Amt bekleiten würde, und er sich, trotz deS Verbotes im Gesetze von diesem Aberglauben nicht frei machen konnte. Jetzt, in seinem sechzigsten Zahre glaubte er den Baun gelöst — aber allerdings war der Narr»» seines Lehramtes nicht weiter gemessen. 2hm folgte Abaji, der nach rem Tode feines OhmS, eben so große Thalkraft, wie tiefe GesitzeSkunde erwieS, und sich das Vertrauen der Schüler und res Volkes in gleichem Maße zu erwerbe» verstand. Als er diese höbe Stufe erreicht batte, verweigerte auch Mar Ukban nicht länger, ihm die rrruliebcnde Abigail zur Gattin zu geben, da er sein völlig gesunkenes Aiifeheu durch die Autorität seine- Schwiegersohnzu beben gedachte. So erfüllte sich der innige Wunsch RabbahS nach seinem Tode. Wie über dem^Grabe Radballs der Dom deS babylonischen Talmudfl* zu einem großen, den Stürmen der 2ahrtausende trotzenden Gebäude wölbte, ist dem Kundigen bekannt. Ludwig Schraggr. Blumenlese aus verschiedenen pädagogischen und belletristischen! Zett-ch istem Äon R. in S. j wer feinem Äinbe He Ruthe entsteht, Sagt tl; wer <4 utbt, jüchiigr e« »euig. Lpr. I». SU . Die Zeit, wo ein Kiiid. dageläufig deutsch lesen konnte, und außerdemnoch efne passable deutsche Schrift inne hatte, für einen halben Gelebiten galt, ist ebenso, wie der Glaube, daß das Erlernen von Galch.S (Deutsch) ein Vcrgeb.n gcgcn daS Iuventhum fei. laugst vorüber. Der Unterricht hat. wie im Ganzen, »och in wett höherem Maße in der israelitischen- Schrzle unglaubliche Fortschritte gemacht. WaS ist aber alle VcrstaudSbildung. wenn sie daS Herz kalt läßt. Jeder Unterricht, und wenn er noch so ausgedehnt und ergiebig ist. bleibt ein todteS Gerippe, ein Körper ohne Eeete, wenn er nicht mit einer guten Erziehung Hand in Hflnv gehr. Die Erzitbnng aber ist eine der schönsten Aufgaben, eine der beiligsttn Vflichteu der Familie. Leichter war diese Aufgabe, als in der jüdischen Familie »och jene sprichwörtlich geworden^ ich möchte fast sagen weltgeschichtlich beiübmte Einfachheit und Eirtenrcttlheit gcherri^k. Wir düifen unS aber nicht verhehlen, daß in dieser Beziehung gar Vieles andergeworren. Dem Fudenlhum erüder durch« S fremde Elements der Mode und Evnvenicnz machen ihre Rechte mehr! und mehr in. der Familie geltend und erschweren die Erziehung. Leicht'lst's auf Abwege sich verirren und nicht seiten erm5lvcn Geduld, Kra,l und Pflichtgefühl an früher nicht gekannten; jetzt aber riesenhaft sich aufthürmeuden Sckwrerigkeitey. ES hat mich dies veranlaßt, in dies.»» geschätzte!» Blafte. "daS den Weg schon in so viele jüdische Kamillen gesuifden, von Zeit zu Zeit dem sorgenden Vater, der liebevollen Mutter oder auch Beiden zugleich mit prakttscheu Winken über die Erziehung der Kinder, und besonders der Aljiiitii, an die Hand zu gehen. Die Bedeutung der Mutter für die Erziehung. Suchen wir die Edlen aller Nationen auder Geschichte hervor.isie. di( Bürgerkroncn schmückten, sie. die Glanz der Großmurh utnstrablte. sie. die alS Dichterfürsten glänzten: der Mu t rer Einfluß weckte entweder daS Talent ovcr leitete rS in seine Bahnen. Ovne diese ihre Mntter würden sie nur gewöihnliche Menschen oder doch ganz andere geworden sein, ald wir sie kennen. Die besten unsere - Zeitgenossen, die edelsten von unseren Freunden, frag!"man sie, wessen Name noch ihr Herz mit freudiger Rühi ung füllt, wenn schon der Schnee^ deS AlterS auf deiri Haupte lagert; wessen Blick, Worte und Wesen sie ste»S fri ch und jugendlich bewahren, hier zur Ermunterung. uny drüben zur Vrrwarnnngrder Mutter! — Und geht cS n»S renn selber ander-? 26 nicht raS Bilv der Liebe, dasich um die Tage unserer. Kindbeit stecktet, auch unauslöschlich tief in'S eigene Herz gegraben? Der aber, dem eS fehlt, ihm füllt nichts auf der Welt die Lucke auS. „Die Mutter kann > nicht ohne Hilfe deS Vatererziehen" — daS ist eine! .weit verbreitete Ansicht; aber es ist nicht minder wahr: „der Vater mich nicht ohne