Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 33 (1859) · p. Seite 132

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
33 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/4908862-5999350-6000927--1420-4909978
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

132 Mitwirkung fcft Mutter/' Di- Kraft und Strenge, die Härte und Scharfe. ras Markige und Eckige, tafi Strebende unk Kämpfende. das Schassende. mit einem Wert, da- Männliche res Ebarakiers verlangt rer Mann der Lhat zum Vorbild und cur Stütze. Das Vfl gen und Erhalten, das Ordnen und raS Dülken. daS Zarte und eaS Sinniqe.>daS Glättende unk Gleichende. kaS Schmückende und Empfangende, kurz das Aestli.ttsch»Weib,iche. da- Echtreligivie kann nur dein Mutterkerzc» entgurllr». U»» wie iene erst gemeinschaftlich den edlen E arakier bilden, so kaun ein solcher auch nur in vereinter Einwirkung von Dater u»d Mutter gedeiben^_X Et ist Tdatsache. daß Lcirttlfchafien und Laster, welche stck aut übermäßige- Begehren zuiück'ühr.n, wie Trunk» sucht, Tiebcrei. grsck echkliche Eünk.n u. a. m. selten vom Vater auf die Kinder übergeben. Wie mancher Sohn eines Trunk nbolcz. B. ist rer nüchternste Mensch, der Sobn res G.izig n orer Habsüchtigen ist in der Regel Verschwender. Wenn aber die Mutter flch dieser orer Lbnlicher Laster schuldig macht, so folge» die Kinder ihren Kußstapfen. Der erziebliche Einfluß der Mutter ist großer, als der det Vaters. Der Letztere kann vtt nur durch die Elftere wirkenr Der Mutter allein ist N*Ä KinreS frü« steste KiNkbrit anvertraut, die ersten Eindrücke aus kaS zarte Wesen komm n von ihr. ihrer Hut ist nicht allem die flübefte Entwickelung k.S hilflos.» Kvipers, n in auch die unscheinbare, ab.r unendlich wichtige Anregung rer Evtpsinrung und des Bewußtseins anvenraut. Darin liegt aber r.r lhQiuU von „Glück und Tlnglück' im ganz« späteren L.ben, kenn nur Gcsnndks kann Gesundet erzeugen, nur dem Reine» kann da- Relne entsprießen. In seinen ersten Lebensjahren ist daS Kind nur ein treucS Abbild seiner Umgebung. Acha t man aut seine LebenSaußerunge», eS beweget sich, blick», drückt in Mienen und Gcberden ans, spricht in Ton und Unheil wie die Mutt.-r. oder Wärterin, die eS stets pflegt. DaS ist mebr bis bloS äußerliche Nachahmung. Man ft lle eS auf die Probe! Bald wird n«an sich überz-ngeir. daß die Dfl^k' und Emrflnrun.,S-ll^eise des Kinres ganz mit derjenigen ubminftimmt, von w.lchei es täglich Zeuge gewesen. Der (rharakier, kaS religiöse Fühlen und Dci.k n. werden alio b.giünkcl und angelegt durch die.Mutter.' wenn sie sich d m Kinde weibt. Aber auch seinerbin ist das KlNd immer mebr ans die Mutter angewiesen, als auf den Vater, den sein Geschält, s.me Sorge für das Wobl der Familie bäuflg' und anhaltend daran binde,t. Da bat kie Mutter Gelegenheit, da» zu pflegen. waS unter ihren Augen gckciinr hgr. was. durch ihr eigenes V-esen und Wrlwn entstanden ist. E,n großer Tveil dcS „Glücks" der Kinder ist mithin der Mutter in die Hand gegeben. — Welch ein erhabner Gedanke, beseligendes Bewußtsein kür jede Mutier, welche erfüll» ne nicht mi, .wabrcm Slo'z! All in eS ist eine Aufgabe, ein Problem für die Mutter. Ihr Ziel zu erreichen kost.r Mübe, Anstrengung u, d '-Opfer. Ja, und die Opfer eben sind eS. woran ihr Pflichtgefühl so leicht scheitert. SS Ist so erbebend, so begeisternd, eine Mutter, die ibre Aufgabe begriffen bat. in mütterlicher Liebe und Würee unter den Kie nen walten zu sehen; aber dieses Bild bat man nicht zu häufig. In vielen Fäll.n scheint die Mutter k ine Voistcllung zu haben ron ihrem erbab.nen Berufe, von ihren heiligen Pflichten, von rer Wichtigkeit ibre) WrkenS. von der großen Verantnoitung gegen flch selbst, ibre Kinder und gegen Gott. Leider aber werde» »in'ere iu -gen Märchen auch zu allein Möglichen, zu v.,klöppelten Zierpflanzen mißverstandener Civ:I«s^ti0', eher erzogen, als zu Müttern, namentlich jüdischen Müttern. Rctizrn des TageS. BiSber bekamen in Preußen di. Juden, welchen der rotbe Adlerord.n verlieben wnrke. ki se» mit einer Sonne, statt mir einem Kreuze. Diese Unterscheidlmg ist jetzt ausgeboben worden, indem es kem Bett^ffenren sreigest.llt wird, sich die gewöhnliche ovee die besondere Dekoration anzulegcn. In Tarnow in Galizien batte die aus 20 Mitgliedern bcst.bende evangelische G meinde nicht die Mittel, sich einen Begräbnißpl >tz anznich'ffen. Die dortigen Juden schossen das nölbige Geld zusammen. kauften einen ange» mcffenen Flecken Lande- und machten ihn der evangelischen Geineinde zum Geschenk. Die israelitische Geneind' in Dien bat tbr Kranken» hauS geräumt, ibre Krank» nach ein », anderen Local gebracht, und jenezur Verpflegung '.erwund.ter Krieger ebne Unterschied d S Glaubens eröffnet. Erzherzog Alb recht bat dasselbe b. sucht. und flch sehr belobend über die Einrichtung und Verpflegung ausgesprochen. Anekdote. Jüngst stand ein Herr Cobn an der Tbüre deS Berliner Börsenbausts. Ein Bekannter ko-nnu heran und fragt: „Run. Herr Eobn. warum g bcn Lie nicht l-in. in?" — „ES littö vrele Meißuu darin", lautete eie Antwort. Die israelitische Bibclanstalt. Die Spenden zur Ztcreotvpiru'g hebräischer »nv bebr.» deuti'chcr Bibeln betragen in stlr.33. d. Allg. Ztg. d.Juventb. i.tzr 1802 Thlr. 22 Rgr. Allgemeine Z-itung de« Iudentbum«. No. 32. 1859. Leitende A r'ikel: Da« ja die Aufgabe der Religion nach dem Frieden-schiusse? — Die israeiitijche Bibelanstalt. — Lite rariicher Wochenbericht. Zeitungonawrichte«: Deurkch'and: Au« Bayern. Dresden. — Preußen: Münster. Berlin. Breslau. — Oesterreichischer Kaije» fiaar: Wien, au« Galizien. Lapuvar . Frankreich.' Pari«. Zu beziehen durch >eae« Postamt und zeve Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich *,« Thaler. Lerantwonlicher Redaaeur: K. Nabe. 8«r!ag sm «tsBKliliet't VitchhaLriii»« ii reivt'e. — Xrstf me »(trautet Wied« i» eeirzi».

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.