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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 22 (1859) · p. Seite 87

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
22 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 87 (sequence 3)
Language
German
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87 j kann eS nur gefchcden. wenn man weiß, daß man unS niebt ungestraft b-bnr und neckt. Hiermit und mit dem Gedanken an den allweisen Lenker unsere- Geschickes kehrte mir die Rüde wieder zurück, und ick vermochte mich deankeren Morgenruhig an meine Arbeiten zu begeben. Ick erwartete näbere Meldung von meinem Gegner, aber diese Erwartung ließ mich meine Pfeife rauchen und die letzte Eorreckur meiner Dissertation macken. <E»luß folgt) Der Kriegsschauplatz. Der Lago maggiore gehört in seinem nördlichen Theile zur Schweiz: sein östliche-Ufer st,bt unter österreichischem, sein westlicheunter sardinisckem Scepter. Die Dampf», boie fabren längdesardinischen Gestades, und kreuzen nur die und da den <Sce, um die Reisenden auch nach dem jenseitigen Ufer zu führen. Es ist dier nicht unsere Abstä't, die einzelnen Schönheiten, an denen lebe-, besonderaber dasardinische Ufer so außerordentlich reich ist. zu beschreiben. Hebe» wir nur einzelne Punkte hervor, welche die KriegSbulletinS bereitgenannt daben. Bei Eröffnung der Feindseligkeiten wurden die Städte Intra und Pallanza von den Oesterreichetn besetzt. Es und dieunstreitig die sclvönsten Punkte an dem See. Nichtangenehmer, als vom Verdeck de- Dampfers die Slrantseitcn und Landungsplätze dieser Städte zu schauen, wo unter Arkaden eine feine, buntfarbige, wohlgeputzlc Menge sich drangt, unk wo in den glitzernden Sonnenstrahlen alleso schön und malerisch erscheint. Pallanza liegt aus einer Landspitze am Eingang eine- Einbugü des Sees. Hier ist e-, wo die vorderen Bergreihen einen durch einen Bergstrom gebildeten Einschnitt erfuhren, so, daß die Höben weit genug aueinander stoben, um einen Durchblick über die ansteigenden Terrassen bizu dem fernen Monte Roia-Gebirge;u gestatten, danur seinen schneebedeckten Riesengipfeln, dem Strahlhorn und dem über 14,ON) Fuß erreichenden drcispitztgcn Mischabel Len Hintergrund abschließt. Zugleich liegen Pallanza gegenüber in geringer Entfernung die weltberühmten borromäiscken Inseln, welche vier an der Zahl ibr'e grünen mit herrlicher Vegetation, zum Tbcil auch mit zierlichen Bauwerken bedeckten Flächen, eine hinter der anderen audem blauen See erheben. > Fürwabr es kann nicht- Schönereauf rieset Gonescrdc geben, olhier da- Auge in wundersamen Eontrasten mit einem Male umfaßt. Dort die maiestälischen Alpen mit ihren Gletschern und Firnen, die im bellen Sonnenstrahl ihr Licht übei die weite Ferne bis bierhcr werfen, dann zahllose Bergrtiben in verschiedensten Tinten, bizu den sanftesten Höben berabsteigenb, die in dunkle- Grün gekleidet den See umgürten; da den weißen kolossalen Marmorbruck, auwelchem der Dom zu Mailand sein blendende- Material genommen, und der unS noch heute den unerschöpflichen Schatz seiner weißen Marniorwände zeigt; da am lachenden Gestade die anmu» rbtge Stadl mir ihren Kirchen und formenreicken Bauwerken. der Haken mit seinen, Sckissen und Barken, der blaue See mir seinen lebhaften Schaum gekrönten Wellen; dort die reizenden Eilande, und darüber hinweg, di, schöngeformten Berge dejenseitigen Ufer-, zu deren Füßen zahllose Städte und Ortschaften gelagert sind. IS. indem ick dieniederschreibe, indem meine Seele alle diese Bilder sich zurückruft, wallt da- Her; vor Freude auf. und ruft sich zu: wobl dir, chaß du. egesehen, und diesezauberische Gemälde dir zu eigen gemacht — wenn einst dein Fuß schwach geworden, und da-Alter dich an die'Heitzialh fesselt, wenn dein Auge wicht mehr in die Ferne reicht, sondern der Blick am liebsten sich.in sich selbst versenkt; dann wird der Tag vor deiner Erinnerung aursteigen. da du hier geweilt, und da- Herz wird dir vor Lust schlagen -und nun diese- Paradievom Kriege der Menschen erfüllt; Kanonendonner tönt in rascher Folge. Dampf steigt arzf aubrennenden Städten, die Freischaaren Garibaldis fliehen, kehren zurück uild verdrängen die Oesterreicher. diese kommen in verstärkter Anzahl wieder, und verjagen nach blutigem Gefecht das italienische fliegende Corpbinach Domo d'Ossola, dem Eingang in dapiemonleffsche Hochgebirge.... Doch in der Thar konnte schon damals in diesem vom Frieden durchwcbrrn Gelände die Ahnung deblutigen MenschenhaberS wobl aufsteigen. Denn von Zntra audurchsckneiden die österreichischen Boote den ganzen hier sehr breiten See -und legen bei Laveno an. Hier am Fuße degrünen Berge-, der Soffo dtl Ferro heißt, haben die Ocflerreicher einen stari befestigten Krieg-Hafen angelegt. Mächtige Fortsteigen audem See in die Höhe und beherrschen mit zahlreichem Geschoß den Hafen, in welchem eine ziemliche Anzahl wohlgerüsteter Krieg-dampfer vor Anker liegen. Doch binweg von diese» Gestaden, werfen wir nur einen Blick auf jene stolze palastreiche Stadt, welche den Mittelpunkt deösterreichischen Heerlagerin Italien bildet. Wir landen in Luinq. steigen den Hötenzug hinter der Stadl binauf, verlassen bald wieder daösterreichische Gebiet, indem wir noch eiffmal schweizerischen Boden betteten, /eilen durch ritze fruchtbare Landschaft, welche meilenweit tim schönsten Parke gleicht, und bald erschauen wir abermals den ' blauen Spiegel einenicht minder lieblichen aber bei weitem kleineren Sees, und gelangen nach Lugano, einer Hauptftaliön der Gotlbard-straße nach Mailand. RichlS von dieser über Allereizend gelegenen Ssadl — wir folgen dem westlichen Ufer de- Luqaner SeeS, überschreiten diesen dann auf einem langen Tamme. der mitten durch den See geführt worden, verlassen bald darauf den See und übersteigen der, Rücken, der sich zwischen ibnr und dem ßonsersee hinzieht. Wir gelangen; nach Eomo, hüten unabssr wohl, linkeinen Blick auf den schönsten der Seen! zu >wersen, denn dieser eine Blick würde uns auf lange Ae-t festbannen: sondern wir besteigen bei Camerlata hie Eisenbahn, die unüber- Monza durch die fruchtbare' aber einförmige lombardische Ebene nach Mailand fuhrt. ES mag viel in dieser alten Hauptstadt der Longobarden geben, was die Aufmerksamkeit deö Reuenden auf sich'zieht und fesselt. Wir können viel von den schönen Straßen, prächtigen Palästen, von den großen Kunfischätzen dts Palastes Brera erzählen, ich köinur meine Leser auch nack dem mächtigen.Triumph» bogen führen, welchen Napoleon auf seine Siege begonnen und Kaiser Franz aus dessen Niederlagen vollendet hat; wir körutten mitsammen einen Blick auf dafurcht-

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