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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 22 (1859) · p. Seite 88

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
22 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 88 (sequence 4)
Language
German
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88 bar, AafteU werfen. t >S mü feinen festen Mauern und ebernen Dchlünden dro »enb unv gebierestb auf kre Lravr sckaur. die es. wenn e> will, zu einem Trümmerhaufen verwandeln kann — »ber hinweg mit allem diesem. EineS ist in Mailand, über welches tnah gän; Mailand vergißt. Eines, ein ss lensckenwerk. daH kubn zur Dergleackung berausfordern kann. wenn mgn eben auS den großen GoneSwerken ler Alpen kommj — der Dom von Mailand. Diefe drittgrößte Kirche Europas, denn ste übertrifft den Kölner Dom um 23,000 Q', ist vom Grund bis zu dei höchsten Thurmshitze von weißem Marmor erbaut, der in der Abenddämmerung lange noch Licht verbreitet, wenn die Rächt schon, herunkerzusinken begann. Sie bildet «in Kreuz und dir Thurm erhebt sich in dem Durckschmr spunkre der beidan Balkeo< Trotz der Mächtigkeit macht ieser Dom auf den Beschauer zugleich den Eindruck d s Angenehmen, ja Eleganten, so daß wir unS nickt. w e von anderen gordischen Kolossen gedrückt, sondern erhoben, ja wie zur^ Freude gestimmt rüblen. Das Ganze des Bauwerks ist leicht überschau» lick, der Plan leicht! zu fassen, und doch welcher Reich» rbum im Detail! 4,500 Bildwerke^;um Tbeil in kolossalem Maßstabe, ieren diesen Tempel, und nöchigen allerdings,-sich mit de Betrachtung einiger zu begnügen. Man besteigt daS Da h und den Thurm auf 500 marmornen Sturen. Ma> besteigt ibn in der Frühe, denn von der Höbe des Tburmes. wenn man eine glückliche Stunde getroffen, und dieS ist nur am Morgen möglich, überschaut man nicht bloS die di runlen gelagerte Stadl, eia weites, nach allen Seiten hii sich streckendes Häusermeer. Nickt bloS die große lombardische Ebene, südlich bis zu Tbür« men und Kuppeln vor Pavia, dahinter die Apenninen, sondern auch westlich und nördlich die ungeheure Alpen« lene, links den vielg« stigen Monte Rosa und seine Rach» barn. nördlich die Berge und Sckneefet>er deS Ei.mplon, über welchen sich de atlich das Fnistcraarhorn und die Berncx Alpen erbebe i, recktS der Goitlbard. Wer nun daS Glück bar, die goldenen Strahlen‘ m Morgensonne auf die stlberleuckrenk rn Gletscher und Schneetelder fallen, und die Alpenböhen, vie sie doch in deir Himmel thronen, mit Roscnsckimmer! ekecken zu sehen^, und sein Auge fällt dann wieder auff das weiße Marmerdach des großen zenden Thürmrtrcn. len, die aus jeder ckauen; und von inen Lärm schwach Domes unter ibm, ai f die schlanken, ra aus die stillen steineri en Mensckengesta Rische und von jeder Spitze ihn an drunten beginnt daS Menschengewühl s hinauf zu schicken. d:oben aber bis m den Gipfeln der Alpen hin ist Stille und erhabene Ruhe und nur der schnelle Flug der D »lken zeugt auch ibiet von Leben — fürwahr, du hast »a eine Stunde durchlebt, wie sie selten rem .Menscher fobne während seines vielbewegtcn Daseins wird. Und doch ertönet auch in diesem Dome jetzt.Gebete um Waffenglück, um Triumphe über gefallene Mensckcn» brüder... Blumenlese. Auszüge von Erzählungen. Gleichnissen. Gedanken und Meinungen. wie Erklärungen von Schriftsteller! aus hebräischen Werken. Bon Joseph Rawicz in Breslau. ' - ..Der Morgen leuchtete und die Männer wurden entlassen?' 1. B. M. 44, 3. Einem Befitzer eine- Gasthauses. erzählt R. Levi. gelang ,S öfter« durch Zureden seine Gäste zu veranlassen, daß fie deS NachtS abreisten, indem er versprach, vermöge seiner Begleitung fie gegen etwaige Räuberanrälle in den Schutz zu nehmen. Es traf aber immer, daß Räuber erschienen und die Reisenden um ihre Habe kamen. Wie die» zuging, erhellt daraus, daß die willkürlichen Abnehmer daentwendete Gur mit dem Manne rbeilren, dessen sorgfältige Begleitung ihnen sehr zu Gute kam. Einst kebrre R. Meir in diesem Hause ein und wurde zuvorkommend bewirthel. In tiefer Nacht stand der Wirrh auf und versuchte sein Manoeuvre auch bei diesem Gast, rietb ibm baldiges Abreisen an. und erbot sich nötbigenfalls ihm aus dem Wege Gesellschaft zu leisten. Dieser Vorschlag war dem Gelehrten auffällig, und daS Befremden ging bald in daS angsthafte Gefühl einer bedrängten Lage über, er wollte vaS Haus nicht verlassen und sich auch auf den Wirth nicht «erlassen. Doch die Klarheit deS Geisteverließ den Ueber/egenden nicht; er wieS vaS Anerbieten ab, vorschützend, er warte auf seinen Bruder, ohne den er die Reise nicht forrseycn könne. ..Wo ist denn der Bruder?" frug der listige Wirtb. ,.)n der Schule." „Wie heißt er?" „Gutwill." Der Auskundschafter setzte seine Füße in Bewegung, eilte in die Schule und rief auS allen Kräften und von allen Seiten. „Gutwill! Gutwill!" Keine menschliche Stimme wurre laut, und er batte vergebens die Nackt mir dein Nachfragen zugebracht. AIS die Morgendämmerung auf den Fluren lag und der blaue Himmel sich mir dem weißen Schimmer des Tageslichtes vermischte, sattelte R. Meir seinen Esel und nahm Abschied. „Wo ist denn Dein Bruder, auf den Du so sebnlickst gewartet?" trug der ungestüme Wirtb. „Der ist bereits da. seiner Begleitung mag ick mich anverlrauen", crwiedert R. Meir, „der schöne Tag! — Sein Namen rührt von der Schrift der: Und Gott sab daö Licht, daß eS gut war. 1. B. M. 1, 4. Merke Dir, Jndustrieritrer. mir ging in der Schule ein Lickt auf." Allgemeine Zeitung des Judenthums. No. 21. 1859. Leitende Artikel: Das rotbe Gespenst. — Die israelitische Bibelanftall zur Bcrdreimng wohlfeiler Bibeln. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Thiengen. — Preußen: Berlin, Insterburg, Magdeburg, Magdeburg. AruSwalke. — Oesterreichischer Xaiserstaat: Nieberosterreich, Tarnow, Wien. — Donanfürstembiimer: Jassy. Galatz, Bukarest, Konstantinoper, aus der Moldau. — Großbritannien: London. —Italien: Florenz Rom. Rom. Rom. Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Luchbaudlung. Jährlich 3 Thaler. vierteljährlich *4 Thaler. I Verantwortlicher Redacreur: K. Rabe. <rt«* »ec Saar 0tt66artHt:ng in reiyziz. — Druck »en T.ltianttx Diete :n trsua-

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