Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1859)
- Issue
- 21 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 2)
- Language
- German
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ite 'iScnn cmc längere Lebensdauer vielleicht für mchkS Bedeutendes ottjr Groffanig'es n (elften tonnen, als Schildträger der lautersten nt et in unserer paneidurchwlhlltn Zeit ein un Verlust, unv jedes Jahr, mäbrend dessen er erhalten geblieben wäre, wirrte ein un'chatzbanr gewesen 'ein. : Wisscnehr haue ' Humanität rmeßlicher uns noch Gewinn Der Kriegsschauplatz.! Cs ist betrübend für den! Menschenfreund, nach mehr?.IS vierzig Friedensjabren die Völker Europas il reu Streit irrem durch die Waffengewaü entscheiden;u sehen und ron den blutigen Würfeln ce£ Krieges die Schicksale der Länder unv >)ümtmen abhängig zu wissen, lljcht blos Sacke des Herzens ist dies / wenn wir im Voraus die rielen Menschenopfer, die tausendfache Zerstörung meusch lichen Glückes, die Schmerzen so rieler Familien, die ibr Liebstes untergeben seben, euixsinren: es bewert eben so sebr unseren Verstand, indem wir Gesittung und Rechtsgefübl noch immer so wenig in den Geistern selbst des civilifincsten Weinbeils vorbrrschenv gewähren, daß sie ibre Streitigkeiten in schiedsricncrlichem oder fr iberarhen dem Wege zu schlichteu sich nicht entschließet können, sondern lieber alle Stürme rer Leidenschaften ] entfesseln, nnv den Ausgang den ungei rissen Erfolgen d^r Waffen anvenräuen. Es ist sicher, in ..Kriege verliere^ alle Par« rcien. dem Sieger, wie'kem V siegten werden tietz Wunden geschlagen, die lange Zeit mchblmcn. Aber noch mkbr, bei der vicl'älkigen Verbinkurq zwischenden Völkern-in un.'erer Zeit, bet rem großartigen und maschenreichen Renr. welches die Industrie ans den Besitz- und'Berkebrsvcrbälrinssen .aller'Bölker gewl ben, verlieren alte Völker, auch die nicht beteiligten, be einem Kriege zwischen zwei Großmächten unseres Erdteils.! Wer min die Vaneernrec'en kennt, in ujelchcu die Schlachkselrer des begonnenen Krieges liegen werken, wer ne mu eigenen Augen gesebei, die Höben mid Shäler, die Ströme und Seen, die Städte und We welche der .Krieg hiurasen wi d, dem tbur das weder. Es ist eines der schönsten Stücke der GoneSprachr, ein Lank von >lon gesegnet un) von der Menschen Fleiß bearbeitet. Alles, was Scho Aninutb. Majestät und Lieblis feit mit uncnplicien Reizen auszustanen vermögen. ist I irr in, Fülle ar sgebreitcr. Und nun eben daselbst, der wilde Zwist der Menschen, die Tamvfwolkendes Geschützt >, ras Blitzen der Sä werter, das Sramv'en rer Rosse, Kapipf und Tod, S rome von Blut... - Sie erste Meldung vom lIricgc galt den der Lsterreichdr über den Sieino. Wer von d aus über reu Sr. Gotthard nach ^Italien bin begleitet ^en Sieino von seiner Quelle an, w mend und schaumend in das Val iremolo bi^abgelangr. durch Felsenschluchten von den Gebirgslerrassen bei A'irolo und Fa'i'do in den unteren-Tbä ern ankommr, kann sanfter .in lau'eob'achen Windungen lei Bellinzona ro^üb.rstießt, bre er bei Locarno durch eil fumvngeS Gestahe ♦cMoiö't und in den Lago maggiore 1'alln Bei Seft^ E'Üento £2< '< ler, über Herz noch Erde, eine nbeit und .lebergang r Schweiz itntersteigt, e er stürnüt cr aus dem Südcnrc des Sees heraus und stießt durch prächtige Ebenen südwärts, bis cr unweit Pavias seine Wellen mit denen des Po vereinigt. So lernt der Reisende, indem er den Laus des Ticino verfolgt, in schnellem Wechsel die erbabenste Alpennatur, die Pracht des südlichen Abhangs der Alpen und alle Herrlichkeit der oberitalienischen Seen und Ebenen kennen. Von den Gletschern der Furka, von den schneebedeckten Gipfeln des Gottbards, von den kahlen Felswänden bis zu dem üppigsten Grün der Kastanien-, Maulbeer-. Mandel- und Feigenbäume und der die Ebenen überrankenden Weinreben gelangt man in wenigen Stunden. Schnell nebmen die Städte schon in der italienischen Schweiz den iialieni-; scheu Charakter an; man siebt zauberisch schön gelegene Städte, die sich von außen in alle Reize der Romantik gehüllt baben. innen aber freilich nicht den angenebmsten Anblick gewähren; schneller noch gewahrt man, daß man unter einem ganz anderen Menschenschläge verweilt.' der -in der Lebbastigkeit seiner Sprache, in der Leidenschaftlichkeit aller seiner Geberden eben so wie im Gesichlsschnitt und Farbe sich von den rubigen, würdigen Schweizern gar sebr unterscheiden Man börte zunächst, daß die sardinischen Dampfschiffe sich nach Magadino unter den Schutz der schweizerischen Neutralität ^geflüchtet batten. Ja. es war ein herrlicher Mittag, als wir uns in diesem selben Magadino zu einer Fäbrr über den Lago maggiore auf einem sardinischen Tampfer einschissicn. Tenn bei der ungesunden Lage von Locarno ziebt man es vor in dem nabgelegenen Hasen von Magadino sich aus das Tanipfschiff zu begeben. Wir waren früh am Morgen von Faido in einem vierspännigen Wagen von einem echten Italiener als Vciurino geleiter, der bald eine lange, bald eine kurze Peitsche, bälv Liebkosungen, bald Flüche anwankte, um sein Gespann in unausgesetztem Galopp zu erhalten, aufgcbrochen, und durchfubren mit Schnelligkeit die herrlichen Tbäler, die sich immer weiter öffnen, bis sie zu der großen Thalebcne von Bellinzona werden. Unter dem tiefblauen Himmel, zu beiden Seiten von hoben aber völlig.in sanftiges Grün, gekleideten Bergzügen begrenz: liegt in der Mitte von drei Höben die Stabt, aus welchen drei Schlösser ibre alterthümlichen Mauern und Zinnen erbeben — ein wundersam schöner Anblick. Von Bellinzona abwärts breiter sich das Thal immer weiter aus und wird zu einem paradiesischen Garten. Endlich, von einer kleinen Höbe herab erblickt man zu seinen Füßen rechts Locarno, links Magadino, vor sich dcn wejlcn blauen Spiegel des SeeS, j wie er unabsehbar zwischen den.grünen Hergbobcn sich ■ hipziehr. Das ist echt italienisch! Welche Worte vermöchten zu beschreiben den Glanz dieses Himmels, den Glanz! dieses Wasserspiegels, die Anmurb dieser riesgrünen Berge, i Wie ganz anders als die Schweizer Riesen Alles a\\ I.ihnen wie künstlerisch geformt, rund, gewölbt, in sausten Liniamcnten. <§SlUk> iclfit.)