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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 19 (1859) · p. Seite 74

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
19 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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74 einer cnmrt «fite zu zeigen, wetsit er die Güte Gottes dadurch nach, daß er an die Abhängigkeit aller Wesen von Goy erinnert, dast sie auf den Wink Gottes in's Nicktverfallen: in der unw-iderstehlichen Macht GotteS liegt die Verherrlichung seiner Güte. 2J>. Du birgst Dein Antlitz — sie verschwinden, Nimmst ihren Odem — sie verscheiden, „Hu ihrem •Staute kehren sie. 3»). Du sendest Deinen Odem — sie werden geschaffen. Und Tu erneust de, Erde Angesicht. 31. Auf ewig ist de« Ew'gen Herrlichkeit, - Der Ew'ge freut sich seiner Werke, 1 &>. Der doä>;ur Erde blickt — sie zittert, - Die Berge rührt — sie rauchen. Wie scbön drückt der Dichter den Tod,. daS Aufhörew dcS Daseins abhängig non dem „Verbergen des Angesichtes Gottes" aus. Das Angesicht Gottes ist daS Leben, sein Abwenden das Nichts. Und nun der unbedingte Tod durch Vas „Verschwinden", der Gegensatz von Odem, und Staub. Indem er aber die Abhängigkeit alles Da- . seinS von Gott ausgesprochen, schildert er zugleich den ewigen PulSschlag der Natur, der im beständigen Wechsel des TokeS und der Geburt sinkt und steigt' und durch den das vergängliche Irdische einen fortwährenden Bestand erhalt, immer aber im Gegensatz zut Ewigkeit und Unveranderlichkeit GotteS. Mitten in dftse Schilderung der Erhabcnheir^wrres mischt der heilige Sänger doch einen Zug, durch welchen der uns bierdutch so unendlich weil entrückte Schöpfer unS wieder näber gebracht wird, riaVersicherung, daß Gott sich seiner Werke freut, daß Er mit Wohlgefallen auf seine Schöpfungen hinabsiebt-, aber als fürchte er sich, der Majestät Gottes;u nabe getreten zu sein, zeichnet re als Gegenbild noch einmal die Macht Gottes über Alleh, was da ist. " So har fick der hsilige Sänger ein allsciriges Gc- „rälte vom Wirken Gottes in der Natur entworfen.- Er eilt zum Schluffe. D« begeisterte Dickster will diesem - Stoffe sein ganzes Dassin widmen. Aber wie? ist snn Sang auch würdig deSi Besungenen? Er muß auf die Nachsicht Gottes hoffen^ die er dadurch verdient, daß er! voll Freud' an Gott ift Indem er aber diese Freude | sich vergegenwärtigt, nachdem er die. Vorttefflichkeit der .! Welt Gottes durchdacht htat: erinnert er sick, daß sie durch Sünder unter den Menschen entehrt, entheiligt werde. Er wünscht rieft hinweg. Schnell aber verwischt er diesen störenden Gedanken, .msv schließt, wie er begonnen, so das Ganze ^rls rin Fertiges, Vollendetes abrundend. 33. Ich singe dem tzw'gen, so lang' ich lebe, Ich spiele meinem Gotte, so lang' jch hin. - 34. Mag' ihm gefallen meine Redel Ich, ich freue des Ewigen mich. 35. Schwänden dir/LÜnder von der Erde, Waren die Frevler nicht mehr! . Preise, meiue Seele, den Ewigen — Hallelujah! Die Natur ist wie die Wohnung GotteS. Er hat sie geschaffen in höchster Planmäßigkeit. Eie besteht in weisester Ordnung und Zweckmäßigkeit. Jedem Geschöpf ist bestimmte- Bedürfniß und deffen Befriedigung gegeben. Aber alle- Sein ist gänzlich abhängig »on Gott. Nach deffen Willen wird'-, vergebt'-. Zn diesem ewigen Wechsel hat bas Irdische den Bestand. So ist die Welk die Schöpfung der Weisheit. Güte und Allmacht GoueS. Die» ist der Inhalt unseres herrlichen SangeS. Der Krieg! Minen in den grünenden und blühenden Frühling rücken die Menschen aus, um mit Schwert und Tode-« geschoß ibren Hader auszuftchten.. Ihre Roffe zerstampfen den Bodeu, der sich eben mit frischem Rasen bekleidet hat, ibre Streitwagen zermalmen die Flur, der gestern die Saat anvertraut worden, daS Grün der Erde färben sie rotb :— mit ©lut! Der Ruf „Krieg!" tönr durch die Welt und erfüllt die Herzen mit Schrecken. Mag ftm, daß einige Ehrgeizige dem Kriege enlgegenjauchzen, weil sie durch denselben Rang und Reichthum zu erwerben hoffen; mag sein, baß einige tollkühne Jünglinge die Abwechslung der blutigen Würfel gern erfahren — .sie werben es bald schlimm genug erfahren — die Völker geben dem Kriege nur mit Schrecken entgegen. Was dieser eben ausbrechcnde Krieg für einen Ausgang nehmen, wie weit er sich ausdebnen werde an Zeit und Raum — kein Sterblicher kann es bestimmen. Wie viele reiche Städte zerstört, wie viel blühendes Menschenleben vernichtet und verkrüppelt, wie viel mühevoll Geschaffenes zertrümmert, wle viel Hab' und Gur verloren werden — Niemand kann es bestimmen — aber nicht allein nicht im Voraus, sondern auch nachher nicht — es wird eben nicht zu zahlen sein! Das ruft uns wieder einmal die Frage herein: werden H^e Menschen immer Krieg führen? werden sie immer was sie für Reckt halten, mit den Waffen vertbeidigen, was sie gern haben wollen, mit den Waffen erobern? wird ihr Zwist stets durck Mord im Großen, durch Plünderung int Großen geschlichtet werden? — oder wird der Krieg einst einem ewigen Frieden Platz machen, daß der Name „Krieg" nur noch wie eine Fabel der Vorzeit, wie die Sagen von Giganten und Greifen, Drachen uny Polvpbemen herüberlönt? Vor Jahren sprachen wir unsere Gedanken hierüber einmal folgendermaßen aus: Die Schrift läßt einen allgemeinen Frieden durch den Mund der Propheten verkünden. „Laßt uns hinanziehen, sprechen die Völker, zum Berge deS Ewigen, daß Er uns lehre von seinen Wegen, und wir wandeln aus seinen Pfaden. Und Er richtet die Völker, und schiedSrichtet vielen Nationen. Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Sensen unv ihre Sperre zu Winzermeffern; nicht mehr bebt Volk, gegen Volk daS Schwert, und nicht lernen sie siirker Krieg." „Dann herbergt der Wolf beim Lamme, und der Parder lagert sich beim Döckchen; Kalb und junger Löwe und Mastkalb allzumal, ein Knabletn führet sie. Und Kuh und Bärin weiden mitsammen, mitsammen lagern sich ibre Jungen, und der Löwe frißt Strob, wie daS Rind. Und der Säugling spielt an der Natterkluft, und nach der Otterhöhle streckt der Entwöhnte seine Hand aus. Nicht böse und nicht verderblich handeln sie auf meinem ganzen heiligen Berge, denn voll ist die Erde

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