Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1859)
- Issue
- 19 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Indisches VolkSblatt Zur I Leleheung und Unterhaltung auf jüdischem steklele. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig PhUippson in Magdeburg. IRo. IS. 1859 ] Bon bufft Zeilschrist erscheint wöchentlich eine Nu»mer. Preis' des 2abr» gang« I Ihlr. . BierterjLhrig 7'/, Ugr. Alle Bnchbandlnnqen, Postäotter und Zeitnogserpeditjoaco nehmen Bestellungen an. s6. JsKrg. 2. Der hundertundvierte Psalm. (Schluß.) DieS aber führet den Sänger darauf, auch die Welt» körper in den JtrriS der Erde zu ziehen, und jene im ihren Bezügen zur Erde zu zeigen. Durch das Licht, daS die Weltkörper der Erde geben, haben sie zugleich einen Wechsel der Zeit — Tag und Nacht — bewirkt. Der heilige Dichter zeigt nun. daß wie Gott Ordnung und Zweckmäßigkeit in die nebeneinander bestehenden Dinge gebracht, auch die Abwechselung der Zeiten einen geordneten Gang der Verhältnisse auf Erden herbeigefühn hat. 19. (£t schuf den Mond für die Zeiten, Die Sonne-kennet ihren Niedergang; 20. Du wirkest Finsterniß: Nacht wrrd 'S — Da regt sich all' Gewild des WaldeS, 21. Die jungen Leu'n, nach Raube brüllend, Eie fordern ihren Fraß von Gott — 22. Aufstrahlt die Sonne: Sie ziehen sich zurück, und lagern sich in ihre Höhlen; 23. Es geht der Mensch zu seinem Werke aus, An seine Arbeit bis zum Abend, ES ist die große Kunst unferS Sängers, die großen Gedanken der GoneSschöpfung anzudeuten, und dann in kleinen, anschaulichen Zügen auszuführen. „Der Mond, die Sonne für die Zeiten" spricht die große Weltordnung im Nachemander kurz und bündig auS. Wie überraschend aber führt er sie dann durch, indem er die Nacht den Raubthieren überläßt, den Tag dem Menschen? So stört der Mensch die Raubthiere nicht im Suchen ihres FraßeS, die Raubthiere den Menschen im Arbeiten nicht. Wie meisterhaft beutet der Psalmist den Unterschied, daß der Mensch sich seine Nahrung erarbeiten, daS Thier aber sse frei suchen soll. bloS durch den Gegensatz „von Gott" D. 21 zum V. 43 an. So verstand er es zugleich D. 15. und hier den Menschen in seinem Anschluß an die übrigen Geschöpfe als Raturwesen, dennoch aber zugleich in seiner Trennung voa ihnen vermöge seines geistigen Elements zu zeigen. All' diese Fülle von Ordnung, Zweckmäßigkeit. also Weisheit GotteS bricht sich nun Bahn in einem AuSruf der Bewunderung, mit dem der Dichter seine Schilderung unterbricht. Wie er dadurch die Einförmigkeit der Schilderung vermeidet, und von Neuem anregt: so giebt er auch den wabren Standpunkt an, von welchem die Naturell betrachten ist. 44. Ewiger, wie viel sind Deine Werke! Alle haß Du mit Weisheit acmachr, Loll ist die Erde Deiner Erschaffmffe! Aber ist er zu Ende? Nein. Vom Festland schweifen seine Blicke auf daS Meer; auch hier eine unendliche Schöpfung von Wesen;>bier ganz besonders Riefenhaftigkeit in Größe und Kleinheit; poch auch hier Zugang für den sinnenden Menschen, der den Weg findet durch die Meere auf eigenen Bauwerkes. 25. Da ist das Meer, groß, auSaedrhm, Daselbst Gewimmel ohne Zahl, Gethier, fo | fleitt wie groß; 26. Da wandelst Schiffe, - - Wallfische, die gebildet Du, darin zu spielen. Der Sänger stelle unS an daS Gestade deS MeereS, wo sich dieses in unabsehbare Ferne vor unS auSdehnt; wie die Hand erhebt! er. um unS die Gegenstände, die daselbst unsere Ausmerllsamkeit erregen, bemerklich zu machen. Meisterhaft kurz und lebendig zeichnet er sie unS. Erstens daS unzählige Gewimmel, zweitendie ungeheure Verschiedenheit der, die 4> leere , bewohnenden Wesen. Daraus hebt er nun — um :S uns recht anschaulich zu machen, geht er von Einem zum Andern über — die Wallfische, durch ihre furchtbare Größe ausfallende, dennoch aber unschuldige, ihrem Umfange gemäß nicht schädliche Thiere („darin zu spielen"), hervor, so wie die Schiffe der Menschen. Wir sehen vor unS, wie beim ruhigen Meere, bei. den Strahlen der So;nne. die MeereStbiere an die Oberfläche kommen, sich im Sonnenschein spiegeln, mir dem Schwänze die Wellen! schlagen und Wassersäulen anS den Nüstern stoßen; andrerseits die Schiffe nach allen Richtungen schnell die Wsgen durchschneiden. Da aber im Meere keine Gewächse wachsen (V. 14.). so erinnert dieum so mehr daran, von wannen all' diese zahllosen Geschöpfes ihre Nahrung vehmen^ Der Sänger hat dadurch den Nebergang gewonnen, nachdem er zuerst die Macht, dann die Weisheit GotttS gepriesen bat. aus die Güte Go^tcS ru kommen, von'der allein alle Geschöpfs die Erhaltüng erlangen. 27. Sie Alle barlrcn Dein, Zu geben ihre Speis zu ihrer Zeit — 28. Du Liebst ihnen: Sie lesen auf; Du öffnest Deine Hand: sie fäst'gen sich deS Guten. ES ist der besondere Zweck unsere- Sänger-, den innigen Könner der'WeiHeNVGüte und Macht Gottes in seiner Schöpfung nachzuweisen, und wie diese so Einesind, daß sie in einer und derselben Erscheinung sich alle drei kund thun. Darum, indem er die Güte Gottes preiset, die alle« Geschöpfen Nahrung ertbeilet, deutet er doch auch durch „zu ihrer Zeit" die Ordnung und Zweckmäßigkeit der Dertheibung an. Um nun dieS wieder von