Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1859)
- Issue
- 15 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
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58 mtui iytcunl) ist mir abermals im Traume s jetzt als Leiche mir blutigen Wunden, und dal 'nidi auf gefotkerr, itn zu rächen: in kurzer Zeit wolle de den Leichnam, unicr Dünger atuf einem Wagen zu dem und den» Tbore binahsfabren. Der ö afl'reunt zögert nicht. voll EnrfttzenS sic! ne eilen nach dem bez?lchneren kommt ein Dünzerwagkn ange'abren. sie kalten untersuchen ibn, und.—;;ct Freundes aus dem Dünger fr. Ifrneir ein anderes Beispiel ai s der neueren; zufügen. das damals und uojck' später selbst i »chaftlichen Werken crräblr uir innger Mann, der frübzeittg Verwantkin uietr unter den Schwester. aNv der er mit ganz die Freibeuskeieae. Als er beneirs wen von rer war. lag er einstens mit einem freunde in etiem unv 'demselben Zelle. 5» der Nacht siebr rer leyrerf unseren - Jüngling von seinem Lager n eie ölnrige L rche des 'rvsr. — Läsien sie mich eic frini wissenbesprochen wurste. Ecu verwaist war, u Lebenden;ätlre; r Seele ding. :oft mit in Hcimatb und auf eilt Papier Etwas hiederschreib.it. wobei das Ausseben des;ungrn Mannes er au' seinen Anruf keine Antwort gab, und fraupr schlafend;u rdun schien jungen Mann gewäbrcn.'rer sich alsbald wieder > Lager begiebl. Alsdann siebr Paprer und liest — ein Äla» SÄwester. (St nottrt sich Ta.' väs GceicEc an sich. Am an seinem Gaste zu Tfrore. kurze Ze schienen. Merker versteckt. rgeieUen, l darauf idn an. aufsteben, Lickr fröchst eigemfrüm ich war. Der (rawerad es überläßr reu auf a'em auch er au', nimmt das' eren Morgen wi einem Dek.aschrmenl foneommgnvlrl. unk kefrn acht Tagen zu semem Freunhe zurück. Da s keinen als eine anuuiteii egedichr auf ren Tod err und Stunde unp nimmt v er nill erst nach, sinket er tiefen in tufc Trauer versunken, und auf Bcsracken erbälr er die Antwort. daß,er aus! der Heimalb eilen Brief bekommen, welcher cdm den TpV seiner einzigen Schwester mrttbeittr. Ter Eamerab boitj jeneS Papcer besvor, rergleicht Datum und Stunde usnd es erqiebl sich. daß in .der Tfral die Schwester in demselben Stunde rjerschieden sei. in welcher -der junge ’Jliajn daS Klagegedtchk mitten rm Schlafe nierergefchrieben. Wer erinnert sich nrchlfrierbei des Wortes des große» britischen Tragölden: „Es giedl viele Dinge unter'der Sonne. 1 Bon denen Eure Scdutwcisbcht sich nichts traum^'." -Es ist dies allerdings nnjoclt, wo es der! Ammenmäfrrchcn und des BasrngcscthvätzcS so viel g^ebl. daß der vernünftige Mensch es uilgern betritt. AÜer nichts ist leichter, als'Alles mir einemmale zu.läugnenh und — fertig zu sein. Hören wir vchlmebr einen der "schärfsten, aber auch nüchternsten Denker, Aristoteles. Er sagt, man könne durchaus nicht allchi Träumen jedwede Beten» tung absprechen. Im Traumej sei unsere Seel^ von den . äußeren Einwirkungen frei, uifd bilde die Gestüten mefrr aus sich selbst frerauS. So k»üpfe sie denn unmittelbarer an die Vergangenheit an, und komme so unbewußt aus Folgerungen für die Zukum'^ auS Vergangenheit und Gegenwart heraus, welche sich! in Form von Bevern dar» stellen, und wirklich hernach so einkreffen. Rull ist frei» Uch die Täuschung hier gar zui leicht; ja. zu leicht können wir miS später einbilden. eS fcf unv so geträumt zu baben — aber Sie muffen mir doch zugestehen, taßj selbst die Logik nichts gegen die. obige Erklärung einzuwestden hätte. Der Zufall hat dann sein Spiel mit dabei; Tausende von Träumen über unsere Zukunft zeigen stch als leer und wabrbeitslos —,Einer trifft einmal ein — unv ver entscheidet bann , ur über die Möglichkeit eines VorauSabnenS unserer Seele im Traume,' nicht aber über daS -Wesen des Traumes an sich. ..Sie geben mir viel zu denken. v.rebner Freund", sprach ich; allein Zfrre Erklärung scheint mir doch für die Beispiele, die Sie selbst so gütig waren, nur als von glaubwürdigsten Männern frerrüfrrend zu erzählen, noch wenig auszureichen. Wenn auch unfcvc, trotz ihres Richlbkwußrfcins in sich freiere Seele aus Vergangenheit und Gegenwart Schlüffe für die Zukunft Mieden kann, die sich ifrr. in Gestalt von Traumbildern dgrstellen. so ist doch .kauur der Traum von der Ermordung des Freundes rm Winfrsbause und dem Verbergen fritzer Leiche umer dem Dünger, so wie von dem Tore der Schwester in der Sruuke ibrcs Verschtldeus nick'l erklärt. Dies stirb keine .Folgerungen, dies sind positive Mitlheilungen. Sie baben Recht. Zw sagen, vaß vielleiLl in der Seele des Freundes eine Befürchtung über die llnsicherfreir teS Neifegeräbrren in der Herberge gelebt, die sich zu diesen! Traume gestaltete, dessen Bild mit der Wirk» lichten zufällig so nabe;u''ammc«lraf. wäre sefrr gewagt; eben so daß jener junge Mann 'TwUeick'k seit langer Zeit schon t'ür das. Leben der Schwester gezittert bat, denn dem widerspräche das brstiniinle Zusamnrentreffen mit Zeit und Stunde. Obwohl es sicher ist. daß öfter die Zukunft in Traumbildern erscheint, die sich zwar im Allgemeinen verwirklichen, in der DetailsauSmalung als leerer Traum zeigen. Aber ich will, es Ihnen nicht-verhehlen. daß gerate diese bestimmten Einzelnfreiten an den erzählten Träumen das Merkwütkige ansmachen, und daß, wenn wir diese frinwegräumen, überhaupt nichts übrig bleibt. Ich habe aber mit meiner Erklärung einerseits nur daS Allgemeine als einer vernunftgemäßen Aufsaffung zugäng. lich zeigen, und andererseits den Weg zu Weiterem ebnen wellen. ...Wir baben". fubr mein Freund fiut, „noch eine ankere Sphäre des Seelenlebens, welche den Träumen febr nabe verwandt ist. die abdri während diese im Schlafe vor sich geben, dem wacken Zustande angebön — die Abnungc n," „Run", siel ick schnell ein. ..was meinen Sic von kiesen? giebt cS dergleichen? und wie erklären Sie sich dieselben?" ..Erzäblr wird von dergleichen: constaiirt sind nur wenige Kalle — aber in der Thar ein bewabrbeilerer spricht für die Möglichkeit aller. Es ist notorisch, daß Tbeokor Körner den ganzen Feldzug die Borausabnung seines Todes mit sich herumtrug, daß sie ibm am Tage, wo ihm die letzte Kugel traf, zur Gewißheit worden. Dies ist nicht etwa durch seine Gedichte, denn diese können Ausstuß einer bestimmt gedachten und durchfühlten Situation sein, sondern durch seine Briese und Gespräche sicher. Es sind Fälle bekannt, wo Männer, denen Verzagtheit und Furcht nie zu nabe kamen, aufs bestimmteste am Tage vor dem Gefechte, in welchem sie sielen, die lieber,eugung ibreö bevorstebenden Todes aussprachen, und ibren letzten Willen aussetzterr,-was sie sonst bei hundert ähnlichen Fällen nicht tbaten. Saul und Brutus hätten nicht erst zu den Geistern Samuel'S unv Eäsar'S