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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 7 (1859) · p. Seite 26

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
7 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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Lass' unS Türken weiße Turban', lass die Griechen blaue baben, Gelbe'lass die Juten nagen, grüne gSnne den Arabrn; Lass' sse je na» ibrer Weise unser Aller Vater ehren: Viele Farben könn-en, Rustan! nur der Blume Schönheit mehren'.""*) . '' *) So derickret Sckudt: Ink. Denkwürdigkeiten I.- Sna» lLtepbun Gerlach k. 61b. Einige Curiosa aus der Geschichte der spanisch-portugiesischen Juden. «.Nach Dr. xavserling'S Sepbardim, jBerlin, 18K9.) Die Gründung der Gemeinde' ju Amsterdam. «Schluß.) Die wenigen Familien der Lope; unh Percvra machten wcnig?Äabrc die ganze Gemeinde aus. -Ihre Eben waren von Gon mit Fruchtbarkeit gesegnet. 'Justa Perevra hatte;wei Söbne. beide starben im zartesten AÜter und die fromme Gattin schob den Tod ibrer Kinrer auf die Weigerung tcS Vaters, die Beschneidnng an sich vüllttebcn zu lassen. Sie nennte ssch von ibm, bis er sich der Operation.unterwarf. Antonio Lopez nabm den Namen David Äbentana an und die zu ibrrm Gauen zurückkebren^e Justa legte sich den Namen AKigail bei. Aus dieser!Ebe entsproß rer später berübmr gewordene Manuel Abezndana. Zu' den Peuonen. welche nch um die Bildung der Amssydamer Genninte lind die Begründung des Judentbmns besondere Verdienste erworben ^aben,. gehört Uri Lew«-, welcher 1.).">l in Deutschland« geboren wurde. 159l batte er «ne fhiiic .'larav.mc spa«isch-poriug'ieüschcr Juten von Emden, wo er als Rabbi», r iungirw, nach Amsterdam gebracht, und alle in den ersten Jabren nach dieser Stadt gekommenen Flüchtlinge der Halbinsel wurden.von ibm dem Judenthum geweibt. Sein Sohn Aron unterstützte, ibn in 'der heiligen Handlung'; letzterer soll während seines Lebens 931 Personen beschnitten baben. Vier Iabre später erbielt die Gemeinde neuen Zuwachs. 1598 kainen aus Porio Melchjör MenrcS Franco (Abrabam Franco) mit seiner Frau Earab und seinen beiten Söbnen Francisco (Jsaac) Vlendes und Cbristoval (Mardochai) MenkeS. m Die letztgenannten Portugiesen standen bei dem Hcnat der Stadl ist bober Achtung: Isaak, welcher früh narb, wegen seiner Kenntnisse, Mardochai, wegen seiner unbegrenzten Wohlkbangkeit. Diese eingewa^drrren Juden versammelten sich am ersten VersöbnungSt ge, welchen sie wied-er als freie Juden feiern konnten, um ibrxn gepreßten Herzen durch Tbränen Lutt zu machen. Sre dankten Gott .für'die Errettung, »IS ein neuer Schrecken sie überfiel. Schon neigte sich der Tag, und die reuigen, zerknirschten Juden, in ihre Sterbekleider gehüllt, wollten eben das letzte Gebet der Nacht gen Himmel senden: O Vater Du. o mächtiger Ktznig. - Befrei' in. Deiner Gnade unS tzon Schuld? £ Vater Du, o mächtiger Köniz. -£ schreib unS ein inS Buck der Huld! als plötzlich bewaffnete Macht sie überfiel und ihre Bilder verlangte. Die Juden wurden für Papisten, Bilderdiener gehalten. Dock man fand -keine Bilder und die leichenblassen Juden beiheuerten. daß sie Abkömmlinge'der alten ägyptischen Nomadenfamilie, die seit Urzeit die Bilder verabscheuten, aber keine Bilderdiener wären. Die Justiz erkannte ihre Unschuld und bewilligte ihnen freie ReligionSübung. Nun vergrößerte sich die Gemeinde allmalig. Schon nach wenigen Jahren war sie zu einer solchen Anzahl herangewacksen, daß ihr daS von Samuel Palacke eingeraumte Berlocal nickt mehr genügte und sie darauf bedacht fein mußte, ein Gotteshaus zu errichten. Der verdienstvolle Jacob Tirado welcher nach Barrios nach Jerusalem pilgerte, legte im Verein mit David Abendana den Grund zu der ersten Synagoge, welche seinen Namen auf alle Zeiten verewigte. Jacobs Haus wurde sie genannt. Uri Levi und rer 1620 verstorbene Joseph Pardo waren ihre ersten Rabbiner. Einige Iabre später entstand durch ein Glied der Familie Menkes eine zweite Snnagoge. „Friedcnswobnung" genannt und nickt lange nachher wurde, durch die strengen Büßpredigten des Jsaae Ussel veranlaßt, eine dritte angelegt. welche den Namen ..Haus Israel" führte und David Parro an ihrer Spitze hatte. - Auf dem Ouberkerker Felde, ungefähr eine Meile von Amsterdam, erwarben sie auch für 2700 Gulden ein Stück Land, um ihre Tovlen zu begraben. Für GotteSbäuser, Begrabnißplay. für Lehrer und Fübrer war gesorgt. Amsterdam bildete eine Gemeinde im wabrcn Sinne des Wortes. An Gelehrten, dem Sckmuck jeder Gemeinde fehlte es nickt: Wissenschaft und Bildung harten die Flüchtlinge milgebrackr, für Pflanzstätten'der Wissenschaft hatten ste Sorge getragen: neben jedem Gotteshause befand sich auch ein LebrbauS mit Männern wie Jofepb Pardo, Jsaae llsiel, David Pardo an der Spitze. 1 Das Leben Jsaac Cardoso's. Unter den Enussim issSpattien erblickte J.faac Ca'rdoso in dem spanischen Dörfchen Eelorico dag Licht der Welt. Er wurde gegen Anfang des 17. JabrhundertS von jüdischen Eikern geboren. ^Hier verlebte er alS Ferna ttdo die schönen Tage seiner Kinvbeit, frei und sorglos, noch nickt ahnend, welcher Kummer die Herzen seiner Ellern b,schlick', ohne zu verstehen die tiefen Seufzer, welche ibrem Innern entströmten, ohne zu begreifen, warum ste ihren Gott nickt so laut, so offen verehrten und anbet^ren; bier legte er auch den Grund zu seiner spätern Berühmtheit. Mil eminenten Anlagen versehen, wurde er früh zum Studium bestimmt: Philosophie, Medicin und Naturwissenschaften bildeten den Kreis seiner geistigen Thätigkeit an der spanischen Universität Salamanca. und waS er in den genannten Fächern geleistet, daS bekunden seine Schriften, seine nur zu selten gewordenen Werke. DaS Studium, welches er, wie man heute zu sagen pflegt, zu seinem Fache und für sein Brot wädlte, war H^Kunst. die wir die jüdische par excellevee nennen möchten, die Medicin. War und ist die jüdische Nation, welche die Vorsehung sich herangebildet, sich erzogen und wunderbar geleitet hat, von ihr zugleich im Allgemeinen berufen, die ihr einzig.und allein geoffeniarte

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