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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 7 (1859) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
7 (1859)
Date
1859-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bvlksblatt. S-r Belehrung und Unterhaltung auf jüdischem HeKiete?' Herausgegebeu von | 4 — Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdekrurg. rcn m i Bon euifi 3«ti(*tifi erfd>«inr wötenrNch «tue Nummer. Br«» kr« Iabr« rd* » < _ * . , — I?. 18«". I «<>"«* 1 kdlr. ®i<rtfli4hri(j *'/, N«r. «De l*udibanplu»«en, Bo«»,er I Q Jflnfrt 1. ©Hflnül I L*r4V* ■* unb 3euun«#*jrcH,?im*s BCbntn efft*nun«eB da. Lv* Crw9*»« i. WBHUBl.j Der Blumen Lehre. Bon vr. (A u st a'.p G o t t h 111. Soliman. der weife Herrscher, ging mit seinem Großveziren, Staatsgeschäfte ernst besprechend, in den Gärten gern spaziren. Einstmals lenkt der kluge Diener unvermerkt des Herrn Gedanken Auf der Unterthanen Glauben und die religiösen Schranken. Und er spricht: „£> großer Kaiser! Ich und alle Menschen wissen. Daß die Sorg' um Dein, Völker scheucht die Ruh' von Deinen Kissen. Wie ihr Wohl sich könnte mehren und ihr Glück sich könnt' erhöben, — DieS za wissen und zu üben ist zu Allah stets Dein | Flehen. ' | Drum erlaub', daß ich Dir sage, was ich täglich muß erfahren: So lang' noch verfchied'ner Glaube trennet Deiner Völker Schaaren, Und nicht all' in Einer Weise sich vor unsrem Allah neigen. Nicht der Vorschrift des Propheten ihren starren Nacken beugen; So lang' nicht der weiße Turban Alle mit uns Türken einet. Bald ein grüner, bald ein blauer, bald ein gelber noch erscheinet; So lang' noch der Zwietracht Feuer sich an diesem An. blick nähret. Wird auch ohne Segen bleiben, was Du Deinem Volk gewähret. Ganz besondersind die Juden Deinen guten Planen schädlich; Sie in die Moschee zu bringen ist vor allem Andern rätblich; Denn sie spotten de- Propheten, spotten seiner heil'gen Lehre, Sagen, baß er nur der Spielball eineschlauen Juden wäre. Ja. wo sie eS nur vermögen, schaden sie dem heil'gen Glaube», Tag und Nacht ist ihr Bemühen, Anseh'n ihm und Glanz zu rauben. Unter Deiner Milde" Fittich schreiben sie selbst Lügen, worte Und verkünden sie mir Frechheit dicht an de- Palaste- Pforte. Lass' darum, o Herr! Dir rathen, laff'-ein streng' Gebot ergeben^ Daß in allen Deinen Staaten man zu Allah nur darf flehen! Synagog' und Christentempel lass' mit Deinem Siegel schließen — Und eS wird daS.Heil für Alle bald auS dieser Strenge sprießen." Lange fchtpeigt der weise Herrscher, tiefer Ernst im An. gesickte; Plötzlich aber aufgeb'cllet strahlt'- von hellem Gzistc- , Lickre. Lächelnd neiat er sich zur Erke, pflückt der schönsten^. Blumen Eine, Gelb' und weiße Blätter zieren ibr^ Krön' mit mildem Scheine. „..Sag mir"", spricht er. „„weiser Rustan! wie gefällt- Dir diese Blume?"" „Herrlich!" ruft er, „ist die Schönheit, zu dehohen Meister-i Ruhms! — Denn der gelben Färben Dunkel mildert schön der weißen Helle Und der weißen. Blätter Klarheit kräftiget der gelben Grelle." D'rauf der Sultan au- -er Blume pflückt die gelben Blätter alle. „„Sag', wie jetzt dieselbe Blütbe Dir im weißen Schmuck gefalleV „Freilich hat stch tllre Schönheit durch den Blätterraub .verloren, So allein ist sie vollkommen, wie ber Frühlung sie ge. boren." Faßt der Kaiser^ d'rauf den Diener fteundlich mild bei seinen Händen: __ „„Willst Du meiner Völker Schönheit nicht dieselbe Weisheit spenden? Sie auch hat ihr Herr unh Meister bunt geschmückt mir übergebeü Und ich sollt', sein > Werk zu stören. nicht vor seinem Zorne b^bewfl''

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