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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 5 (1859) · p. Seite 19

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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19 Idioten hielt, und als ich ihn fragte, wo er mit dieser Vorrede hinauSwolle, sagte er, daß mich der Auftrag nicht Wunder nehmen möge, den er mir ertheilen wolle, ich solle nämlich weder auf sein ärmliche» Sein, noch auf Ihre Hobe Stellung sehen unv zu Euch bingeben und mich um die Hand Ihrer Schwester fftjr ibn bewerben. Ich war ganz verblüfft und sagte: Um GotteSwillen. wo denken sie bin. wie kommt ihnen solcher Gedanke in den Kopfi Zwischen Ihrer und Rabbi GerschonS Stellung liegt ja eine Kluft, die Euch nur trennen muß. und Letz« lerer würde-gewiß nie seine Einwilligung hierzu geben. Er entgegnete mir raber. daß eS ihm also von Oben ein» gegeben worden, daß Mirjam die Seine werden muffe; ich möchte nur zu Ihnen hingehen, wo ich mich schon überzeugen werde, daß er wahr gesprochen, da mein Bemühen von bestem Erfolge gekrönt sein werde. Ich ließ 1 mich überreden. da. wie gesagt-, die Zuversicht, mit der? er sprach, mich überraschte; an Ihrer Antwort aber sah ■ ich. daß ich thöricht ge^han. mich von ihm überreden zu laffen. daß eS nur sein eigenesündige» Gelüste und j nicht der Wille de» Himmels war. der au» ihm gesprochen,! und bitte Sie also um Entschuldigung." ..Laßt» gut sein", sagte Jener. ..also ist e» dieser lüstige Israel, der Euch so was weißmachen wollte. Ich 7 bin just der Mann, dem er solches dumme» Zeug vor« schwatzen will. Ich werde ihn eines Bessern belehren, j Er muß fort von hier, daß er nicht den Samen der Zwietracht in die Familie streue?' ES ist Mitternacht. Der Regen strömt in mächtigen > Güssen auf die Erde hernieder. Gewaltige Windstöße ' unterbrechen ihn jedoch dann und wann, und zertheilen die dahinsiiegenden dichten Wolkenmaffen. wo dann der! matte Strabl de» Monde» sie durchbrechend, eine hüge«! Uge. von einigen Baumgruppen nur spärlich beschattete Gegend dunkel erbellt. Wer wandelt dort in dieser stürmischen Nackt um die Gespensterstunde dem jüdischen : GotteSacker zu? Am schwankenden, unsicher» Schritte der j leichten Sohle, am Beben der Glieder deS zarten, schlanken Leibe» ist'» leicht zu erkennen, baß e» ein weibliche» I Wesen sei, daS trotz seinem schüchternen Naturell «in Herz 1 gefaßt, zu dieser schauerlichen Stunde in diese, schauerliche Gegend sich zu begeben. Wa» mochte wohl' diesem schwachen Geschöpfe so vielen Mutb, so viele Kraft.verliehen haben, seiner eigenen Natur sich zu widersetzen und im Kampfe mit seiner Furchtsamkeit zu obsiegen? ' Die namenlose Sehnsucht eine» KindeS. a^r Grabe seiner Mutter sein beklommene» Herz zu ergießen, und von dort sich Ralb zu holen in bedrängter Stunde, welche» der Weg wäre, den e» einzuschlagen hatte, war e». welche so Große» vollführte, so viel Kraft und Muth einem schwächlichen verzagten Wesen verlieh, in diese schreckliche; Grab,»wüste zu gehen. Bald näherte sich diese» in einen , Man,el gehüllte Geschöpf dem zufällig offen gebliebenen I Eingänge de» Friebbof», und nachdem e» sich durch viele - Reihen von GradeSdüqeln durchgewunden. fiel e» endlich; auf einem derselben nieder, und mit gebrochener Stimme ’ fiebete e» . 0 Mutter, gieb Du mir Licht in dieser fin»! steten Nack», die mein Geissürh umdüstert hat, sei Du j mein Leitstern in den, Wirrniß, worein eia bittere» Ge« , sckick mick geschleudert. Ich weiß mir keinen Rath! J. mächtig tönt Dein Ruf durch meine Seele, mit ihm zu ziehen; aber jede» Gefühl sträubt sich dagegen; da» Bild de» von mir so geliebten Bruder» steht warnend vor mir. und heißt mich Dein Geheiß al» ein Phantom meiner kranken Seele von mir scheuchen. WaS soll ich thun? Soll der Aufruhr , in meinem Innern ewig toben? der Sturm in meinem Busen ewig wüthen. bi» e» mein ganze» Wesen zerstört? O gieb mir noch diese Nacht ein Zeichen. - sie soll die eiüscheidende sein. Ertönt mir Dein Ruf abermals, fo widerstehe ich jedem Zweifel, und lege mein Geschick tu. die Hände Dessen, den Du mir erkoren." Noch eine Weile lag da» Mädchen still und in Tbränen fast aufgelöst da, dann erhob e» sich und ging gehoben, getröstet und voll Hoffnung von bannen. (£(t-luv foljt.) (NA1L ode) Sonne der Gerechtigkeit. (Malachi.) rrerra «cm np-o: raa •'err crs nrmn Sonne. Soane. wöchr' ick sehen, ' Hellen/ lichten Sonnenstrahl. Sonn' in Liefen. Evnn' auf Höhen, * Sonnenlicht auf Berg' und Thal. — Nicht die Sonne uas'rer Sphären. Deren Glanz erloschen scheint, Die nicht trocknen kann die Zähren, Die gekränkte Menschheit weint. — j__ Nicht die Sonne unsrer Tage, . * Die so matt im Sterben lieg». __ Die mit knapper, geiz'ger Wage Licht und Gluth auf Erden wiegt. — > Nicht die Sonne, die da blendet, Die vom Währ de» Schimmer leiht. Die so wenig Rose» spendet Und un» Dornenkrone» beut. — Sonne, Sonne möchl' >ich sehen. Die de» wahren Lichtes Ouell. Die nach langer Nächtt Wehen Morgen spendet licht und hell. — Sonne, der die Schatten weichen. Die de» Geiste» Reich verhüllt. Sonne, der die Nebel weichen. Die mit Dunkel un!» erfüllt. — Sonne, deren gold ne Strahlen Licht und Lieb' aut Erven sä'n. Sonnengoldj mit dem sie zahlen Die in Schuld der Menschheit steh n. Sonne, -die ihr gold'ne» Siegel Auf der Menschheit Freibrief drückt. Die da sprengt de» Wahne» Riegel Und da» Recht mit Kränzen schmücke-

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