Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 52 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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*• \ „trmtdt fff, die der Segtattul — auf daß Äe dt Deinem siißen Hetränk sich laben?. — Hauch Grlp ech diesen Leicken, daß fff wieder Leben erreichen!" Und er trug sein Hleichniß vor »nd sprach: Do« Kelche lass der Sorgen Dich entheben! Zm Llul bring' nur zechend zu Dein Leben?' Pflück'-,on den Zweigen tede reife Frucht! Und beug' Dich vor des Harten- Krön', den Reben! Schlürf ihren Saft! — selbst dürre- Holz, flöß' er Darin — ewürde süße Früchte geben! — Jetzt dielt - an dem Siebenten, der sprach: ^,Der Lifchri ist über alle -Monate erhaben, — er spendet reiche Haben, — an denen Heist und Herz ffch laben. — Ahn schuf Hott, zu offenbaren der Monate Wesen, — zu deren.Haupt er ist erlesen. — Er eröffnet Len Juden das neue Jahr, — weil an ihm die Er» schaffung de- Mondes war, —. der bilden soll de- Kalender- Hrund — und Fasten und Feste machen kund. — Der erste Lifchri ist ausgezeichnet und erhöbt. — ec isi'S. ta Hott in - Hericht mit -den Menschen gehr — da vor Ibm die Geschöpfe der Erke — vorüberrieben, wie eine Heerte. — der Eine gebückt, — der Andere autgerichtet, — Dieser beglückt, — Jener gerichtet. — Und Gon. bat Seine Seher im Gesichte laffen seben, — daß diesen 'Lag die Juden sollen weihevoll begeben. — Es ist der Tag. da im Himmel wird entschieden und rerbangr, — wer leben fol in Frieden, und wer bedrängt, — wer Leben sich erwerbe. — und wer de- Todesterbe; — der Log, da der Schöpfer prüfet Lbaten und Gedanken der Weit. —^ünd Reich, wie Arm, vor die Schranken stellt; — wo da- Buck der Geschichte wirk aufgeschlagen — und seine Berichte selber vor sich tragen; — der Tag. da der Mensch erzittert, — von Feuerpein erschüttert, — wenn über sein Lbuu von ihm wird Rechenschaft genommen:.— „Denn au- Cheschbon ist ein Feuer gekommen!" — Drum Heil dem Manne, dess Seele an diesem Lage darf aus ihre Reinheit bauen.— und sich getrauen, — der Könige König zu schauen! — Detn die wird, wie ein fast, und kraftvoller Weinstock, it die Höhe schießen — und fruchtbar sprießen; — ihre La'el wird alle Köstlichkeiten in ffch schließen. — und ihr Kelch wird überstießen'. — Ja. demjenigen, dem der Mnth entstbwuoven, — pflegt der Wein erst gut zu munden, — wenn der Lag wird kürzer befunvew^— und vermehrt sich -haben die Abendstunden. — Da «det der Wein — die Menschen mit den Worten ein: sebet! der Tag ist beschnitten, seine Stundenzahl bat Abbruch erlitten; —drum ierber zu Gelag und Gesang! — „der Tag ist kurz, di«. Arbeit lang/' -i- Und er trug sein Lieb vor und saug: Iw Tisch vi soll vor Dir der Kelch sietstehen! Dann;»irst, wie junge- Bäumchen, aus Du geben. Bist Du entmutbigt und betrübt — trink Wnn! 'Der wird mit Kraft und Mürbe Dich vebfebem Di« Freud« kaufe Dir al- Sklavin ein. — Dock» soll kein Fremder sie von Dir erstehen! — Jetzt kam di« Reihe an den Achten, der sprach: „Ich erkenne an — den Marcheschwsto! — er bietet reichen Genuß. — a« Delikatessen bar er Ueberfluß. — Da ist auch gebrocheu die Macht der Hitze. — die der Zeit nicht mehr bieten kann die Spitze; — ste steht von de- Winter- Sckaaren sich bedroht, — die ihr ge. schworen den Rachetod, — weil sie gedenken der Unbill, die sie im Nisan ihnen zugefügt, — alste mit ihrem Heere ste bekriegt — und besiegt. — Jetzt soll ihr Vergeltung ranbtn: — „denn Jedem geschieht, wie er gethan aus Erden!" — Jetzt stellt sich auch der Regen ein mit seinen Schaaren, — die auf die Triften niederfahren; — und die Kälte mahnt die Menschen, in festen Wohnungen sich zu verwahren. — Auf Wegen und Stegen — beginnen Schnee und Regen, — de- Wanderer- Furch» zu erregen; — und die Zeit ruft aumit lautem Schall: — „Geschwinde bring t Heerde und Gesinde in Haus und Stall— Da wird bas Feuer — dem Menschen rheuer. — da rhur — die Glutb — ihm gut, — sie erwärmt sein Blut, und ihre Flamme scheint ihm zu rathen. — ffch zuzubereiten einen Braten — und de- Dechernicht zu entrarben: — zur Rechten die kräftige Kost. — und zur Linken brr duftige Most! — da- Eine^ wie beglückend! — di- Andere, wie erquickend! — und wie entzückend — ist-, da- Herbe mit dem Süßen — abwechselnd zu genießen! Und welch — ein Spaß, wenn während noch der eine Kelch — mit seinem feurigen Naß Dich unterhält, — der andere schon ein ffch stellt — und ibm in die Rede fällt! — Vergnügt siebst Du da zwischen ihnen, wie ein König, — dem beide dienen, — beit' sind umerthämg. — Und welche Freud', — wenn die bolde Rebenmai»! — mir ihrem rosigen Monde — Dich küßt von Stunde zu Stunde! — und litte Dein Herz auch an de- Gramebrennender Wunde — es müßte bald werden gesunde — in den Armen —- der Liebe-warmen! — Wobl mischt sich ihrer Süßigkeit auch Herbbert bei. — dock kannst Du selbst bestimmen, was ste für Dick sei, — ob höllische Plage, oder balsamische Sxrcerei — „ist sie doch süßer al- Honig, und ftärker alein Leu!" — Und er ließ sein Gleichniß hören und sprach: Im Rarcheschwün lass Deinen Wein Dir munden! Dann wirst von Deinen Wunden Du gesunden. Waaut das Schicksal gegen Dich gefehlt — Beim Kelch wirst Du vergeben ibm die Sünden: Der Freude Hfad, von dem Dist abgelenkt Die Zeit — beim Wein wirst Du ihn wieterfinken! — Jetzt ließ trr Neunte sich vrr!iehmen und sprach: „Ich halte ttn KiSlew für der Monate Blüthe, — er bringt Rübe imd Frieden dem Gechütde. — Da spinnt der Regen n it ftinen Händen — ah Bäumen uni Wänden — diamant »e Fäden, die da- Auge blenden; — da psianzt auf der Scbnee sein Ptnier an aller» Ecken und Enden, r.nt bekleidet der Bsrge Spitzen — mit Rützen — von weißen Spitzen. —' Da bietet sich Dir zum Dienste dar — der bitzige Modi i« schwarzen Talar, — im Herzen grallend de- Froste»'Hilter Schaar. — die er ansälll voll 8utb, — und aus die er schleudert die Geschvffe seiner Elvrb, — bier gerochen ihren Mutd. — Der Ki-lew war Zeuge der Zeichen und Wunder, —- dir Gon getan für der großen Ahnen au-erwählte Kinder — Al-, nämlich die Jewtznim über Gotte- Tempel kamen, z» bestreiten da- Har^, — verunreinigten