Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 52 (1858) · p. Seite 207

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
52 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 207 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/4908862-5999346-6000878--1243-4909837
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

207 die Zeit in ihrem «eiten Kleide, — und da» Horz in seiner Freude. — Und gelangt der. Rebe Saft ,u seiner Lebekraft. — dann ruft der Becher — de» Acher: _ willst Du löschen die Glnth in Deiner Bwsi — und für den Schmerz eintauschen Lust. so «ache «ich zu Deine» Herzen» Riegel, und Deine» Arme» Siege!!" Und er hob sein Gleichntß an und sprach: Kommt Siwan — Tuff den Schleier vom Pokal, Dem feuerflammendea gleich PIitze»strahl! Auf lebt die Seele, wenn den Kelch sie schaut. Der Balsam ihr verheißt für ihre Qual; Wenn Gluth und Durst sie zu verzehren dröh n Der Decher bringt Ihr süße» LabesaN — Nun trat der Vierte hervor und begann: „Den Monat Thammü» — ich vorziehen muß! — Da vergeht de» Trübsinn» Rest. — und siebt 9ti Froh, sinn fest. — Der Thammü» ist die Sch-nbeit leiblich. — seine Pracht ist unbeschreiblich. — Da ist dn Mensch nicht säumig. — zu verlassen da» Hau», da» geräumig, — und sich nitderzulaffen in eiver Hütte. — in de- Satten» Mitte. — und zwischen Gebüsch — auszu stellen seinen Tisch, — wo er dann jubelt beim Naß — au» seinem Faß, — da» seine Brust — erfüllt mit Lust. — Da laßt sich da» Gefieder — auf die Bäume nieder. — au« dem Laub hervor — gln* der Tauben tSfcoi, — die Wipfel erklingen — von der Döglein Singe». — und, allenrbalben — wimmelt » »on Schwalben. — Und matnf der Thammü» auch an da» Derhingniß — der groß» Pedrängniß. — die da» Her; mit Bängnlß bedeckt -4 und den Kummer weckt. — weil da die B>ntze»taft» sind zerbrochen worden. — und die heilige Stadt g» rathen ist in die Gewalt von Feinde-Horden. — we»bakb die Gemeinden der Nation. — die in diesem Monat eiß« büßte ihre Krön' — und erdulden muß« Schmach uvd Hohn. — sich da verein«, — „den Thammü» zu teweinen— so ist doch der Decher unbestritten — da» beste Mittel, dem Kuamer Schweigen w gebieten. — den Trübsinn zu verscheuchen — und die Sorgen zu machen weichen. — Wem de» Kummer» Schlange ei»m Biß gegeben. — der wolle zu de» Kelche» Wange sei. nen Blick erbeben, —da» wird da» Hist a»s seinen; Leib vertreiben: — „wxr gebissen ist und!«« ihn schaut, der wird am Leben blchben." Und er stimmte seinen Ver» an und sprach; Ergreif', wo» Gute» Dir die Zeit gewahrt! 3st Thammü» — schnell die Flasche aukgeleert! Gib hin Detn Gut für edle» Kebenblvt. Eh' de» Geschicke» Wandel e» Dir »chrt. Freu' Dich, so lanjj' Du auf der Erde weilst. Eh' unter ihr Dtin Leib wird aufgEfhtt! — Hierauf öffnete de, Fünft, seinen Wind ,nd sprach: „Der Monat Ab — nimmt dem der Sieä" beit Bürde ab. — uit macht da» Herz gesunden — von seinen Wunden. — Pa ist anSgedehnt die T«ge»zM. — und liegt zum Genüße bereit — ave Kbsilichkeft. — Da wird der Ernte Segm offenbar. — und all« Frucht, die dieser Monat bietet dach, — ist lusier^rckend und süß schmeckend. — Da gewinnt die Feige in Saft und Kraft, — und beginnt die Traube zü stören -fihre Beeren; — da!st die Granate roch geschürzt. — und der Apfel, mir Duft gewürzt: —* da erträgt der Maovelbrum — seiner Früchte Bürde kaum, — und von der Aalme kann min die Datteln — haufenweise fdwtteln. — Wohl ist der Ab ein Monat der Trauet, ver kr» Herz erstellt mit Schauer, — veil da der Tempel Sötte» ward zerstört — und umgekehrt — in eine Wüste voll Grausen — und Grauen. — wo Raben hausen. — und Eulen ihre Nester bauen. — Seit elfhundert und fünfzig Jahren irren wir umher in Ost und West. — wie ein Vogel, den man verjagt au» feinem Nest! —. Da durften Herren über un» gebieten, — die unverkauften und verriethen. — Drum haben wir in diesem Monat un» der Trauer geweiht. — wege^ der langen Dauer der Leiden-zeit, — und seiner trüben Gestalt — ), wir haben einen Ab. der alt!" — Er ist*», der un» auftieb, — unser Uitheil aufschrieb — und au» Gotte» Land uq» auSlrieb! — Doch trotz otT dem vermag der Wein 'zu stillen Ve» Menschen.Herzeleid — und ihn zu erfüllen mit Heiterkeit. — Drum, ihr Alle, deren Herz im Ab betrübt, — hört die Lehre, die Euch dieser Monat gibt: — „greift nach Pchaalen und Pokal« — au» Ofir» Gold, die hold blinken und strahlen l — ffe füllet mit Wein, dem Entflammer! — daß er dringe in Euere» Herzend Kammer — und daran» verdränge Kummer und Zaunner! — denn der Rebe Eobn — ist ein Lebe-Pairon, — er ist ein Meister — in der Beschwörung de» Grame» finsterer Geister; — er weiß zu schließen de» Trübsinn» Krater:" — ..ein weiser Sohn erftent den Dater!" —; Und nun ließ er sein Lied ertönen und sang: Hasch' nachdem Glase, wenn Du bist im Leid! So schmückst Du Ab mit Nisan'» Wunderkleiv. Bon Siechheit* und von Gram genesest Du. Schlürfst Du den Honigsaft, den Ab Dir beut. Ab'» Kummer bannt der Rebe süße Frucht: „Ein Sohn, der weife, macht dem Datei Freud'!" Zerr erhob sich der Sechste und sprach: „Zch lob' den Elul mir! — er ist der Monate Krön' m,d Zier. — er ragt hervor, wie ein Panier, — da» auf Bergeshöhen — ist zu sehen. — Da erst fängt da» Her; an, ffivnf zu genießen. — da die Berge von süßem Labsal überfließen; — da find die Speicher gefüllt mit Korn. Mßtnd reicher Segen quillt au» Gotte» Dorn — ungeheWt, — wie ein Strom, der seine Ufer überschwemmt. — wogend überall. — auf Bergen, wie im Thal. — Da triefen die Kelter» von Oel und Traubenblut.. — und die Mensche^ ströinrn hin LU Gotte» Gur. — da» sich ergießt. wie eine Fkutb. — Hn den Gärten rinnet Honig, —1 und di« Feldfrüchte schmecken wonnig; — wie flimmernde Thautropfen rieftlr der Traube Flüssigkeit, wetteifernd mit de« Honig an SüIchkeiK — Jetzt beainnt die Herbstzeir eine Rolle zu spielen; — durch ihre LiWe. die kühlen. wolsier zn fühlen — un > trendig zurückzukehren zu de» Halft» weiche« Pfühlen. leben»«rregendtn,— kra tbewegenden, —. au» den vie^! Hi«mel»gegmden. —- so i UNde, — al» hätte er I dem Winde! — Undzu fangen die Mepschen an. sich — Zetzt wehen Winde^--— dir daß de» Tage» Hitze wird gezur Zeit gesprochen: „weissage dem Becher spricht der Schenk:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.