Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 45 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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179 bä V im 2. scki fcilb ' or rojnbtf alS Opfer gefallen? Und Heinrich kein Wort drS Mitleid-. keine Zeit zur dü ruhigung seiner Zweifel und Sorgen gehabt? seine- VaterS war verschlossen, er klopfte, Ni auf. kein Licht war darin zu erblicken. Die au-gestorben, Keiner;n sehen, der ihm geben können. Gegenüber im Gasthause Anker" Helle Stuben, laute Stimmen. De» sein Schulkamerad. Er wird Dich aufne Moritz und ging hinüber. Aber deutlich Uniformen der fremden Officiere in dem Spe konnte unmöglich seine- Bleibensein. Nebenstraße wohnte seiner Mutter Bruder, gutmüthiger Mann, der ihm immer gewogi fab durch die Ritzen der Fensterläden Lickt klopfte — das Lickt etlosck. eregte sich Nie Stube. Er nannte seinen Namen. Jetz Laden ein wenig aufgcmackt und durch da- Fenster erkannte er seine kleine, dicke Tante, „Schmußpeßcken^ sie besser schildert, al- Beschreibung. ..Dein Onkel ist halb tokt sagte ste. ..willst Du unganz unglücklich Ml lvird keine rorbe Fahne aufgepstanzr." Un sie den Laden schnell an und schlug da- Fenste Wohin nun gehen? ES war dunkel geworder ' fiel in Strömen herab. Wenn Dlut-verwan^ weisen, werden Fremde sich gastlich zeigen, ihm ein, daß am entgegengesetzten Ende de, dem Judenthor, die alte ..Merdelche" woh ein Menschenalter hindurch bei seinen Eltern gedient und jetzt ron den ihr durch seinen Zinsen eine- Capitallebte. „Sie har mich immer so liebevoll mich zu Bette legte und ick gut Krie S< batte; ihre Treue kennt keine Angst und will ich gehen." Die schmale Thür den gedeckten Hausewar nickt versckloffen, in blakerte eine alte Kuchealampe. Merdelche iibrer zerblätlerten „Zeeno Ureno“, al- Sie schob ihre Brille in die Höhe, erkgrust nicht, bier ihren Namen sprach. Da und umarmte ihn und schluchzte und rief ei daandere nicktals ..Kronenmoritz. Moritz ger Herr!" Moritz gab fick alle Mühe, sie „Lebt mein Bruder nock. Mervelcke? einer Stimme, deren Zittern die Furcht vor verrieth." ..Weiß ickdenn", rief sie weinend, er ist ja gestoben. ob sie ihn gefangen haben, ob er in- Wasser gegangen ist? Go daß Ihre Eltern rodt sind. Moritz, daüberlebt." Und so ergoß sich der Strom nyck eine halbe Stunde. Endlich beruhigte Koff'chen" die sie Moritzen und sich bereite! schenkt batte und nun erzählte ste ihm: „Der Hitzkopf Emil habe in einem au-wäjr in einer Versammlung von Kaphriim eine worin er den DukkeS beleidigt. Und der scharfen Zroreb (sie meinte damit Heinrich v. ihn deshalb vorgestern verhaften und in ein lassen, wo kurz vorher ein Rezeach gesessen. Hatte für ihn ftigsten.De- Daö Hauetmand machte Ztraßen wie te Auskunft golvenen Wirtb war hmen, dachte sah er die sesaale, bier der ersten ein stiller n war. Er immern und nand in der wurde der geöffnete deren Name, jede weitere Schreck", cken? Hier damit zog r heftig zu. der Regen te die Tbüre Da^fiel eS Stadt, vor t,e. die über al- Köckin ter legirten gekü jt M) M fe R>d ll a wenn ste dw» geleint ahr. zu tbr edern stroh« der Stube laS eben ist ritz einrrat. e ihn aber ang ste'aüf n Mal über eb. ach juu. beruhigen, trug er mit der Antwort un steber Zunge, d erschossen t sei Dank, en ste nicht ihrer Rede die ..Taff' und eingetigen Dorfe e gehalten, Sohn vom Vraun) habe Loch werfen Dahabe die Bürger geärgert. Sie bätien sich zusammengerottrt, und der lange Wollso'r.tirer Richter, der immer den Schliech für den seligen Vater gemocht, habe die Thür des Gefängnisseerbrochen und Akiwah (Emil) berau-geholt und nun hätten ihn die Bürger in Triumph auf- Appellation-- gerickt getragen, wo er gegen eine Caution von 500 preußischen Thalern'freigekommen wäre. Inzwischen seither Militair vor dem AppellationsgericktSzebäude erschienen und die frohlockenden Bürger hätten eS genergelt und gehänselt und eS habe aus geladenen Gewehren geschossen,. 14 Stück Menschen , auf der Stelle tobt, ein Paar Dützenv verwundet. Der alte Zimmcrmann Träger. der jährlich, ihre Ssukeh gebaut, sei auch tvdtgeschoffen. Emilpnb ' nock zwei ZeitungSdocioren seien geflohen. Und rann seien stemde Balmilchomes gekommen und hätten geblasen und genommelr.-->ste habe jetzt noch keine Ohren vor allem Lärm und daS Krieg-recht sei» ausgerufen und Heinrick und der .Meyer seien Herren über Leben-, und Tod und auch,überS Geld. .Denn sie hätten alle Papiere EmilS und das Lager mi>t Beschlag belegt und dabei alle Sckoreb durch -einander geworfen!" So plauderte. kaS alte Weib. Moritz wußte genug. Er setzte sich auf dawurmstichige Sopha mit blafidlumigem lleberzug. daauder elterlichen Kinderstube hier« der gewanvert war — mit allen Erinnerungen froher Zugendstunken. Er sann lange nach über.Emil- Schicksal. Über.Heinrichs Benehmen, er dachte daran, wie er unter allen Umständen Heinrich sprechen müsse, um genau zu. wissen, wogegen den Bruder v-rliege. - Er dachte daran, wie weit glücklicher seine Lage war, als der Angriff auf einen Juden und feine Familie-gemacht war, gegen jetzt, wo er der Dettheitigung eines einzigen. Zuderr gegolten batte. Die Natur forderte endlich ihre Rechte — er schlief ein. AlS er erweckte war eS bester Tag. Merdelche brachte ihm den Morgeneinbiß und Pazu den städtischen Anzeiger mit dem Steckbriefe gegen Emife, der von Heinrich v. Braun unterzeichnet wap. „ES muß sein", sagte Moritz-zu sich, „wie sehr auch mein Stolz sich sträubt, und gälte eS die letzte Faser der Zuneigung ouS meistem Herzen zu reißen. eS muß sein!" , . ' (goni'ftuit* folgt.) Eine Familiensceüe aus dem vorigen Jahr, hundert. Jedermann'kennt den berühmten jüdischen Arzt. Hofrath vr. MareuS Herz, der 1803 in Berlin verstarb. Seine Gattin, eine Tochter des jüdischen ArzteS de LemaS in Berlin, erzählt die Art ihrer Derheirathung mit Herr in folgender Weife. Doch müssen wir zum besseren Derständniß einige Worte ihre- Biographen voransenden, und bemerken, daß sie km September 1764 geboren.') *) Henriette Herz von I. Fürst« Berlin. 1858. Dock wollen wir mit dieser Entlehnung durchaus da» Buch unsererseits nicht empfohlm haben, da die Biographie in der Thal im holprigsten Deutsch geschrieben ist. und dir Erinnerungen der Herz mehr durch die Nameu anlocken, über die sie spricht, alS durch da- Waste über jene mittheilt.