Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 35 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 3)
- Language
- German
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Iss die Meere-höhe gelangt. Aber nachdem mcn die achtzig Schritte lange Felsenhöhle pafsirt hat. welch «ine lieber» rafchung! Auden Schatten der Höhle ritt man in ein weitesonnenbeschtenene- Thal, damit »lrnnenretchen Matten vor dem entzückten Auge sich breitet Ring-nm hohe Berge, der Gletscherbebeckte Annaberg. »er Gotthardt und die zweizipflig« Furka, aber diese Höhen find rund gewölbt und haben Nichtvon den starre i Felsen, die man eben verlassen. Z« Hintergrund« de- Thal-, dicht unter den» Annagletscher liegt da« stattliche Dorf Ander» matt, da« un-mit seiner weißgestrichenen Kirche eütgegenleuchtet. Längst hätten die Lawinen e« Vers hüttet, wenn nicht hinter ihm ein schützende- Fichtenwäldk en den Berg Hinanstiege, in Form eine- Dreieck-, so das die stürzen» den Lawinen zu beiden Seiten de- Walde l ihren zerstörenden Weg gefahrlos fottfetzen müssen. Der Mensch hat diese schützenden Stämme wiederum in seinen Schutz genommen und büßt T^njenigen mit schwere Strafe, der die Art an einen derselomf legen wollte. 3( 00 Kuß sind wir von Alrorf auin die Höhe gestiege» und noch 2060 haben wir zurückzulegen, denn 6877 s uß ist die zu überschreitende Paßhöhe de- Gotthardt-. 8ber halten Sie diese Alpengegendrn nur nicht für unwi Ihltch. denn in Andermatt bieten zwei vortrefflich au-gef attete Gast- Höfe dem Wanderer Alle-, waer zu ha! en wünscht! Durch da- Thal geht e< jetzt eben bis zu dem bedeutenden Dorfe Hospendahl, wo auf einem Filsenblock ein stattlicher von Lvngobarden erbauter Thurm den malerischen Effect erhöht. Don hier austeigt nur die Sttaße, immer noch der Reuß entgegen, in tausend fachen Win» düngen zur Paßh-he hinauf. Die Natu: wir* hier verödet; der Daumwuchhört auf, da- < ttbüsch verschwindet. da- Grawird dünn, biauch di seaufhört; nackt bilden die Bergkolosse lange Reihen u «d Gruppen; zwischen ihnen, stürzen in engen Felsenspalt n Gletscher» bache hinab, die sich von fern wie weiße Solangen auSnehmen; die Luft wird kühler und feiner — wir sind oben. Auf dem engen Plateau von eimm zahllosen Heere von Bergkuppen umgeben, fühlen wir unS in da- Reich der Wolken versetzt. Hier oben hat dennoch ein einsamer See einen Raum gefunden und audiese» See. de» Stella Sse, nimott nach Norden die Reuß. nach Süden der Lesfin seinen Ao-fivß. und d t nicht weit davvn gen Osten der Rhein, ge« Weste» die Rhone ihren Ursprung nehmen, stehen wir auf der Scheide von vier Waffergebieten. Ich stehe am Rande de- See-; plötzlich fährt ein rauher Wind heran und wühlt da- Gewässer M Serauf, daß eseine Welen brandend an die Ufer schlägt. Auf den Fittichen des ' Sturm«- eilt ein Gewölk herbei «it seinem festgeballte« 9 c6«I, der in dem Ettahl der Sonne weiß, aber undurchsich ig erscheint; recht- und linkfährt es heran, jetzt hat ft mich über» eilt, eumhüllt, es überdeckt «ich, dt« S, nve ist ver. schwunden, all« Berge verschwunden, nicht algrauer Nebel ist um mich, über mir, kau« daß ich Ai» tobende Brandung de- Seegewahre und einig« schnitte der Strase unter mir; wo ist die Wett H-blöndeAd. Aber der tückische Retelgeist hat noch »ehr für mich, er sprüht mir Regen in da- Gesicht» er schleudert «tr Ei-stücke auf den Rücken, er wirft mir Schneeflocke» ans da- Haupt. Ich eile fürbaß, den» der Geselle gefällt , ir »icht; egeht schon abwärts, einige Schritte noch und ich bin an der Albergo del 8. Gottordo. Aber da ist hoch meine- Bleibennicht; es ist ein finstere-, schmutzige-, bereititalienische- Wirth-hau-. Ihm, sowie auch dem vom Santo« errichteten Hospiz eile ich vorüber — denn jetzt geht «S dem goldenen Hesperien zu. k-»r««»»ng Blumenlese. AvSzüge von Erzählungen. Gleichnisse« Gedanken und Meinungen, wie Erklärungen von Schrlststelle« an» yrbräischen Werten. Von Joseph Rawtcz in Breslau. n-pÄi «2« »«£ der Enkel de- *)ba*sn und stand bei den Gelehrten in einem sehr frommen Rufe, so daß diese ihm immer einen Besuch abstarttte«. wenn über anhaltenden Regenmangel zu beten beschlossen werben sollte. Einst fthlte in einer Gegend sehr an Regen, «an fetzte ihn durch ein Paar Gelehrte davon in Kenntniß, mit der Bit», daß er durch Andacht und Flehen sich für die Norh de- Landeverwende. Die Deputirten ttaten in- Ha«-, man beschied sie zu ihm auf da- Feld. Hier fanden sie dev Frommen mit Feldarbeit beschäftigt. Sie boten ihm fteundlichen Gruß, er wandte ihnen nicht da- Gesicht zu. Die Besucher konnten fich diese Unaufmerksamkeit nicht enträthseln, entschlossen sich jedoch zu verweilen, um dafernere Betragen zu beobachten. Eß liegt in dem eigenen Wesen eine- Mannebi-weilen ein« solch« Wahrheit, daß beim Anhören der von ihm befolgten Marimen alle- Karrikaturmäßige au-- seinem sonderbaren Benehmen verschwindet. Aldie Sonne scheibend hinter Hügeln sank und der Abend anbrach, hielt fich der Mühsame seiner Arbeit enthoben. Cr legre eine» Holzstoß zusammen, packte ihn auf.ein« Schulter und einen zusammengewickelte« Mantel auf die andere Schulter und trat begleitet und beobachtet von den Gelehrten den Rückweg an. Während deganzen' Wegeunterließ er jed« Fußbekleidung. «4 sei denn, wen« er ein Wasserdurchwaten mußte. Bemerkte er Dornen und Disteln »de« sonst schädliche Hindernisse, hob er seine Kleidung auf nnd ließ sie wieder herunter. nachdem er vorüber war. Ald er in die Stadt kam, kam ihm feine Fra» in einem einnehmenden Anzüge entgegen. Aler in sein Hautrat, sagte er zu seiner Frau, ..gehe Du zuerst, ich folg« Dir. die Herren Gelehrten mögen mir fvt-en." Ar setzt« stch an einen Tisch, um Abendbrot einzunohmon und lud di« Gäste nicht dazu. Gr vertheNtt selbst den Kindern da- Mahl, wobei er de» jüngeren Knabe« da- Doppelte » t Diese« Lotte ist , ln der Au-lemeu- Zwada augetha» worden. Ich glaube einer richtige« Urkltmna a«i di« Spnr gekommen ju seinnenn ich die Baden»»- diese- Lotto« «it de» von da» tu Rede -che«»» in Tanith. 3, $ erzählte» Benehmen in Verbindung brivae. »Einst forderte nun *wi, genau« auf: tm, daß Stege» komme.... Sag ihat «7 Gr bildete eine« Kreta mW stritte sich hiutt« und betete: Herr derLett.! Dein« Ktud« haben ihre» Bttckmtrzugewnrdet. als zn einem, der von Deiner Macht gewürdigt, ihre und meine Gefühle argen Dich augzuschütten... er stehete und Regentropfen fiele». Dies«- bezeichnenden Benehmen» halber, «eine ich. gab man ihm de» Betaamen Vanort der KreiMnacher. )