Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 30 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 3)
- Language
- German
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£5 f im -td Ler Zn der Vertheidiguug seine» schon verewig Lessing, den Jacobi für eine« Spinoz hatte, opferte er seine letzten Kräfte auf. arbeitung selbst batte seine» schwächlichen erschöpft, wozu noch cüro heftige Erkältung der berühmte jüdische Arzt,- Hoftath Herz, er Freund Mendelssohn krank fei, eilte er suchen und fand ibn mit seinen Handlung» schaftigt. Auf da» Befragen wegen feinest antwortete Mendelssohn: „ich habe kältet, als ich meine Schrift selbst zun» Jetzt ist mir's aber doch lieb, daß ich mir liche Arbeit vom Halse geschafft habe. Sie wie schwach seit einiger Zeit mein Gedächtnij Kassenbuch ist voller Unordnung; bald fehlt da> und da muß ich nun stehen und um e» wieder in Ordnung zu bringen." Den andern Tag Nachmittags besuchte zweiten Male und fand ihn, in Pelz Lessing's Büste auf dem Sopha fitzen, seiner Kräfte war eben so fühlbar, al» se immer munter und thatig blieb. Ein Schl > am dritten Tage seiner Krankheit seinem Leben ein sanfte» und rührende» Ende, den 4. Januar 1786 im 57. Jahre ftiael ehrenvollen Alter». Alle jüdischen Kaufläl blieben am Tage seiner Beerdigung geschlv Freund Herz setzte ihm da» wahre und schi Mose» Mendelssohn, Nächst Sokrate» der Weiseste, Seine» Volke» Krone, Jede» Volke» Zierde. Lesfing'S und der Wahrheit Vertrauter. Starb wie er lebte. Sanft und weise. mit > ihn g e« Freundeisten erklärt Die Au»- rper äußerst Sobald uhr. daß sein ihn zu bebüchern be- Befinden», heftig er» leger trug, es« verdrieß- Fauben nicht, ist. Mein e» hier bald anfirengen, Herz zum hüllt, unter Vie Abnahme u Geist noch gfluß machte ehrwürdigen Er entschlief ruh«» und zu Berlin , und sein a« Denkmal: d r» fern Bilder aus dem Hegyaljaober gebirge. Bon Jsaac Roseamever. Oberlehrer 1» VI. n mü In .... einer Stadt im Hegyaljagebist Grei» im letzten Tode»kampfe. Au» seine genen, durch Buße und Kasteiung auögezei ist ihm nicht» geblieben als ein kranker, entstellter Körper, nicht» al» die Hoffnung ftnen himmlischen Höben Ruhe für seine finden. Um sein Belt stehen Tag und N Wochen feine besten Freunde und Berwai Enkel. Urenkel und sein Weib, die alle Freunde und Verehrer des religiösen Kor des Zeitgeistes find. Mit der ganzen Kraft Leibes. aber desto stärkeren Seele erma nochmals alle Verwandte und Freunde zum Glauben, erhebt sich, spricht mit lauter und stirbt. Der Tod deS großen rief ein Weinen und Jammern hervor, wie eS feit vielen Jahren die Hcgyalja Tokajer- Homovna. ge liegt ein dahingesiochneten Leben durch Beulen i kcht bald auf de Seele zu schon seit die. Kinder, auf letztere schritte» und seines siechen der Grei» Buße und Stimme da» o cht b'» h iit zu: nicht gehört, und trotz de» stürmischen Wetters eilten dennoch Hunderte you Boten in nahe und ftrnliegende Ortschaften, um diese.TrauerbotschaH in. ihre Heimath zu bringen. Rabbi Abrohn^sche, so ist der Name unsere» Frommen, verlebte feine LebenSsdhre mit Talmudstudium, war Chef eine» HandelShaufe», zeichnete sich durch seltenen WohlthatigkeitSsinn au» und war. wa» zu erreichen noch weni» gen Sterblichen vergbnnt war. ein Liebling unserer Chasfidim, trotzdem er das Wallfahren zu den Heiligen verschmähte. Wenn die Beerdigung an dem Sterbetage heute ausnahmsweise nicht stattfindet, so ist die Ursache -in dem Freitage und dem stürmischen Wetter zu suchen; denn dir Unsitte, die Todten wenige Stunde» na<£ dem Dahinscheiden zu beerdigen, ist dahier zu Lande so gewöhnlich, daß derjenige, welcher diesem Gebrauche entgegentreten möchte, wenigsten» äl» Ketzer verschrien würde. Sonntag in der Frühe wimmelt« es auf der Straße mit den verschiedensten Physiognomien, die theil» schon - seit acht Tagen dahier anwesend find und den Tod de» Frommen abwarteten, theil» aber Samstag in der Nacht au» der Umgegend gekommen sind, 1 Da siehst Du Chasstdtm, die trptz der fürchterlichsten Kalte in einem pbantastischen Sommergewande, ohne HalStuch und Mantel anherschreiten. Bei vielen, die so eben au» dem Babe— kamen, merkst Du Klumpen Ei» au den n«v hanget, ist doch dem Befehle de» Rabhi zufolge nur demjenigen gestattet den großen Frommen zu sein. der heute die besucht hat. 4 Wir Übergehen hier die verschiedensten Ceremonten, unter welchen der Leichnam, unter Begleitung einer ungeheuren Menschenmenge, in die Hauptsynagoge der Stadt gesetzt wurde, und versetzen uns in stie Reihe der Leidtragenden. die so eben an diesem Orte ^angelangt sind. Du findest heute alle Parteien brüderlich vereinigt, sämmtlich erweicht, theil» durch da» außerordentliche Ereigniß. theil» durch die verschiedenen Dorberettungeo. welche die <enp fron getroffen. Auch die Synagoge hatte sich in Trauer gehüllt und zeigte durch ihre unzähligen Lichtchen, welche die mit Flor behängten verdunkelten Räume beleuchteten, wie sehr sie dahier zu Lande den geeigneten Augenblick zu benutzen-- weiß. Nicht mindere» Interesse gewähren die verschiedenen Gruppen, die sich je nach der religiösen Farbe in den großen Räumen vertheist haben. Du flehst inmitten * der Synagoge mehrere hundert Jünger de» würdigen Rabbi, ihren Meister an der Spitze, ihnen zur Rechten stehen die Deutsch-Magyaren und alle die nach Aufklärung sich - sehnen. Obgleich sich die Mehrzahl der Gemeindeglieder^ in der Synagoge eingestellt hat, so wurde doch der Trauergottesdienst bis zum Erscheinen des Heiligen aus Liszka. der mit seinem Anhänge dermalen noch auf einer Ruine de» Schulhofesein Gebet verrichtet, verschoben. Da steht der große Phantast in Gedanken vertteft, auf jenem Boden, woselbst der große Rebbe Moscheh Tevtelbaum Ärr gelebt, woselbst der. Frömmste der Sterblichen mit den so oft verkehrt und durch deren Hülse die n:p2j> vertheilte. Ihm zur Rechten steht Rabbi Joseph'im weißen Kittel; sein Ehrenkleid zeigt, daß er,