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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 27 (1858) · p. Seite 107

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
27 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 107 (sequence 3)
Language
German
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l er it, cs bat Eile, nem Gewissen." Zimmer in eine igen schmutzigen mitunter schon Eckreck durch- Mann erblickte. Schlag über den ne stand wieder nicht, denn das cher tief in sein er die Hände, i räucherten Decke de Vater thront, nschuldigen offen am Bette des iigste sich kund zu ftun. Kommt mit o der Mann scheint mir nicht klar in se Isidor folgte dem Wirtbe durch mehrere kleine feuchte Kammer, wo auf einem niedir Bett ein Kranker lag, der schwer stöhnt, röchelte. Isidor trat naher, aber ein ja fuhr ihn. als er in dem Sterbenden der der in PittSbourg ihm den schweren Kopf versetzt hatte. Die furchtbare Sc '.'vr seiner Seele, ex suhlte, er irre sich Entsetzen halte das Aussehen der Verbr' Gedächtniß gesenkt. Unwillkürlich faltet und sein Blick suchte an der schwarz g rie Stelle, wo bock über uns der wallest kessen Auge über den Schuldigen und t ist. Dann faßte er sich, ließ sich ruh g .^ranken nieder und redete ihn sanft an Der Kranke offnere die. Augen. Laum aber haue ,r ibn erblickt, als er im Bette aufsbnellte und voll Entsetzens ausrref: ..Geist! Gespenst! kommst Du. um mich zur Hölle zu holen V‘ Isidor an wartete: ..Nicht dock, ich bin nicht dem Grabe entstieg n. sondern nur .inkouimen." Er beruhigte den sterbe rden Verbrecher, indem er ihm über die Folgen jenes Zusammentreffens berichtete. ..So hat Dich", rief der Kr»nke auS. ..Gott gesendet, um mein Gewissen zu erleis lern, und mich zugleich an den» schurkischen Freund zu rächen." Der selbe ließ sich nun in eine weitläufige Beichte ein, die ich hier kurz zusammenziehe. Er war ein Echreinergeselle. ein leichtsinniger Patron, und arbeitete in derselben Stadt, in welcher Isidor sein Fabriketabliffemetn gehabt. Hier machte er in einem übelberüchtigten Harfe Bekanntschaft, mit Freund, der ihn bald in sein G rn gelockt. Er überredete ihn. Deutschland zu verlassen und mit ihm nach der neuen Well zu gehen. Fremd vertraute ihm einen großen Lheil der erschwindelten Helder an. um. falls er selbst noch in Europa erwische werden sollte, jene in Sicherbcit zu bringen. In Amerika angelangt, war Freund mit seineni Raube noch lauge nicht zufrieden; er zog noch zwei andere verlorene Subjecte an sich, und verübte mit deren Hülfe die verwegenste» Gaunerstreiche, bei denen nicht selten auch die Gewal nicht gescheut ward. Nach jenem Zusammentreffen mit Isidor in Pitts bourg trennten sie sich, zuvor ein Stellt ichein an einem fernen Citc im Dsten verabredend Zeit lang durch den Urwald, machten Umwege einzeln in Norden und Süden, diesen« Städtchen wiedertrasen. Es zeiglse der eine ibrer Helfersbelser auf dem ge umgekommen sein mußte, waS der He ungern zu seben schien. Eines TageS jetzt kranken Genossen einen weitläufigen kurzer Entfernung war ihm dieser Au' genug, und «r kebrte zurück, um sich gen^ zu lassen.' Zufällig aber erlauschte er d zwischen Freund und dem anderen Kumffa die Beiden beschlossen, ohne ihren Käme Heimalb in Deutschland zurückzukehren, nische Boden unter ihren Füßen, zu Doll Wuth stürzte er in das Zimmer, beiden Schurken ihre Treulosigkeit vor. dast 107 te gingen eine n die weitesten bis sie sich in sich aber, daß ahrvollen Wege r Freund nickt Hab Freund dem Auftrag. Nach trag nicht klar uer unterweisen ein Gespräch n. in welchem raden nach der da der amerikahrennen begann. und warf den Freund beruhigte a bei ihn aber, unfo gab ihm sogar eine bedeutende Summe, um ihn zu vergewisserndaß er ihn nicht verlassen werde. Am anderen Tage erkrankte der Mann, und nach kurzer Zeit /fühlte er sich dem Tode nahe. Eineschönen Morgens hattd sich.Freund'und sein Spießgeselle davon gemacht. uub auch das Gelt mitgenommen, welches dem Kranken überleben war. Dieser hielt sich überzeugt, Gift empfangen zu habe«; seine kräftige Natur rang fürchterlich mir dem unsichtbaren Feinte-, aber sie mußte dock unterliegen und naderre sich jetzt der Auflösung. Isidor machte!ten l&irtb mir der Sachlage bekannt; es wurde der Bürgermeister t ein genauer Bericht über ki ausgezeichnet, wobei Isitch mußte. . Aber auch! für Isidor b, noch lange nicht geschlagen. es Ortederbeigerufen und Bekenntnisse.d«S Sterbenden den Dolmetscher' machen kte die Stunde der Befreiung Kaum in New-Pork angelangt, wurde er vom, gelbes Fieber ergriffen und in ein Krankenharw gebracht. wo er zwar nach langem Siechtbum genas, aber aller ersparten Mittel beraubt ward. Er mußtevon vorn beginnen und daS Schicksal, welcheseine Familie, jzu rersolgrn nickt müdezu werden schien, zwang ibn Jahre lang KneckieSdihnste zu tbun. bis er sich wieder em^or zu schwingen vermochte und ein ziemlich Stück Gelb sein nannte.- Nun dielt ihn nichts mehr; glücklich gelängte' er über den Ocean zurück, und eilte vor Allem nach seiner Vaterstadt, nach seinem Vaterhause, wo er sich so unendlich-glücklich fühlte, alle Glieder seiner Familie, wenn , auch gebeugt vom. Geschick, doch am Leben zu finden. . Bald batte wman auch ihn von den Verhältnissen in der Heimath in Kenntniß gesetzt^ Mit tiefer Befriedigung erfuhr ec die Anwesenheit, den Glanz, und die fortgesetzte Feindseligkeit Freunds;! in dem vorgeblichen Bruder desselben erkllnnte er leicht den Spießgesellen Freunds, den seine Kgmeraben den rothen Henri nannten, von einem rothen Henri quotre. Hjn er mit großer Liebe pflegte, und daher selbst aus feinet Flucht nickt entfernt, hatte. :! ..Pie Stunde der -Vergeltung .ist gekommen!" sprach Isidor, ..der qste.Gott sebt'noch-!^ ' i ’ ■ * «Schloß T Briefe aus und nach §>er Hcim-th. - ix. «Fortsetzung.-) Unser Matsch von.Goldau bis zum höchsten Gipfel, dem Rigi-tzul^i. halbe fünf Stunden gedauert. Endlich ging eS mit verdoppeltem Schritt die letzte Höhe hinan, und ob uns atzck ein gewaltiger Windzug in die Eeitr faßte, als ob er urtS noch einmal von unserem Ziele zurückschleudern wolle, wir eilten über den letzten, steilen Raum hinweg und waren oben. Der Rigi-Culm ist eine kleine bastmlose Hochebene. an welche sich in-^iner Art von Vertiefung die Gebäude einegroßen Wirths« Hauses lehnen.' Ev ist diese Eben« ganz frei; man umschreitet sie nach allen Seiten, überall die weiteste Fernsicht

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