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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 27 (1858) · p. Seite 106

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
27 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 106 (sequence 2)
Language
German
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106 tfi ibm feine Jugend <\euvcitet mit feine jitfinut flajubt. tfr 10^ durch die •$jurt|f2trr tfi ann'ttfani»d rti ilnien; überall toiifbrc er da nach den Xfundsin. nach den Zuken. denn Anzabl damals noch n,chl zu beträchtlich in Amerika war. Monte rerainaen darüber, auf uniaalicke Anstrengungen folgten bittere räusckungcn; on glaube er eine Srur gefunden, aber er fab 6t rn die ^rrc getübrk. Nur kie eine Zuversicht dielt ibn aufrecht. Cie ibm fein! Vater fo tief ui das Herr gcünkr. daß es eine waltende Vergeltung krobrn 'gebe, welche ken Unschuldigen nicht 'allen, tui Sck ulkigen nicht brsteben lasse. Sa gelangte er fast an tie damaliae Grenze de? bewohnten WcstenS. als er sich eines aages in trr eben an'blübenten Statt PiltSbourg befand. UlneS Morgens ging er au« ker Hauptstraße, in Sinnen reiiexiii, als er m?1 aut einen Mann raume, der weben a«S erner Nebeüftraffe um tie (s<St gebogen. Es war ter so lang gesuchte, unermüdlich venolgre Freund. Mir einem Schrei des Entsetzens ibn «affen, tbn testbalren. um ibm^ ringen» war das Werk ilnes Augenblicks, er icff üme Beure -nicht 'adren. freund war ter erste. ker etwa-.' rubiger wart. . Nun wrack» er. ..Zbr dabl mich gefunken, unk wir wollen uns nicht verstellen. Es veistebr nck. tan Zbr Alles anwcnken werter, um mich zu verderben.' unk tas letzte besetz dieses 'Dankcecongresscö ist mir ungünstig. Wodlan, seben wik. wie wir uns venragen. kommen Sie um mir; dort ist <in öffentliches Local. wo Sie sicher, wir rudig '.erhandeln können." — Zsidor ging mit ibm. dicht an seiner Seite, und ruimer bereit, ibu zu fassen-, wenn er entweichen welle. Desto rubiger erschien Kreui d und 'übrie ibn aner über die Straffe nach einem, mit einem großen Schilde verleben«» und büb'ch auSgerutzten Laden. Za. er' nng mir Zsikor rin weiteres Gespräch an. wie er bieiler gckvMmrn * feit wie langeaut die ibm aber tiefer keine Antworten gab. Sie iratrii in den Laten ein. wo »uebltre Individuen sich betanken, denen Freund wobl eiNti» Wink geben mochte, welcher aber jedenfalls Isidor .nkgangen. Fr.unt tüdue tbn in «in brnachbartrS Zimmer unk lrrff erne'Flasckw Wein gebe», ebne taff «ekoch Znter das Glas achrübne. Freund begann nun eine längere Austinairkersetzung. tie jedoch Isidor bald abschnitk. der über tas Vvrqetallrn'c nickrS hören wollte, »ontcrn nichts weiter als tie verausgabe ter mitgenommenen Gelter rerlangre. Freund beba,irrere, »w größlenibtils verloren;u*daben und dvk eine so unbeveutente Summe, kaff Zürrr über dreien Antrag ,n Wutb geiltlb unt mit beitiaer Stimme ken Derratber schalt Dies baue Fzcunt nur erwaner; er riet: ..Hülfe. -Hülfe!'' als ob :bn eine Ge'abr bctrebe. Da stürzten drei wild aussebente Männer »n tas Zimmer mit Meffern nnd Knütteln, fiele:: über Isttor der. brachten ibm mebrere Messerstiche brr unt ter eine versetzte ibm -einen mächtigen Hieb über ken Kops.- Der'Jüngling brach bewußtlos zusammen, m.r schnelle« 'Griff faßten die Räuber neck der ^Berfe und ter Uhr des Getroffenen und ließen tiefen, den ste als «otl oder dem Tode nabe betrachten mußten, in fernem Blute liegen, als der Besitzer keS Ladenin das Zimmer war. Die Hand Gottes hatte über dem unglücklichen jungen Mann schirmend geschwebt. Nach vielen Wochen erst kam er wieder zum Bewußtsein; feine Wunden heilten und tie Kran ker Zugend überwand nach und nach den Verlust an Kräften Der Besitzer te- Ladens war ein ehrlicher, mitleidiger Deutscher, der mit jenen Verbrechern in keiner Verbindung stank. Zur ersten Augenblicke hatte er vorausgesetzt. kaff Isidor ter schuldige Theil. der mu seinen Landsleuten Streit angefangen. Daß ein solcher mit Mefferstichen enter, gehört in Amerika nickt zu den l Seltenheiten. Jedenfalls sorgte er auf's Beste für den Verwuntrtrn. Als aber tte abätrr ganzlick verschwunden waren. a!S tie Obrigkeit ter Stabt den Tbatbeffanv untersuchte und Ceti Unglücklichen auch beraubt sank, muffte man bald ein Verbreche« vvrausseyen. Glücklicherweise bauen Cte Mörtel zu viel Eile gehabt unt tesbalb tie Brieftasche.des Verwurrdeten. tie er in einer verborgenen Seucnkafcke gebabr, nickt aufgefunde». Diese enthielt Isivor's sänimlicke Doenmente. and welchen Ca-3 Sackverhältniff urmlid* ui erscben war. so wie seine letzten Wcrtbpapirre. Allein tie Verbrecher waren verschwunden und ln ter nock schwach bevölkerten Brovinr. tie «» einer» großen Tbeile von Urwald bedeckt war. keine vo'fnung sie aufruspüren. Al- Isidor ein Vierte! - rabr trätet Vilisbourg rerlieff. stellte ihm die Behörde rrnen umständlichen Bericht über den Vorgang, nebst einem Eignalenient ter Velbrecker. so weit dies nur Hülfe des Windes reffen Laden die Spitzbuben öfter besucht hatten, möglich war. aus, aber seine Mine! waren fast gänzlich verzehrt. Das Gerübl der Genesung laßt einen Menschen nid t verzweifeln Isidor trug die, Empfindung mit sich herum, küß d.r schwerste Schlag gefallen sei und baß, nachdem er diesen Überständer', ibm auch noch eine Zukunft blühen werde. Er tackte, taff er den fernsten Punkt seiner Wantcruug »rieichk habe, daß er den Verbrecher ter Hand GorrcS überlaffen muffe, und daß er jetzt nichts weiter :dun könne, als nach ker Heiinarb zu gehen, sich seinen Gläubigern rn stellen. ihnen und den Gerichtes ken ganzen Sackverbalr corrulegen und zu tragen, was erfolgen würde. Aber tiefer Hrimzug ging nur langsam unt mühevoll von statten. Isidor war bald gezwungen, die Mittel, sich zu erhalten, zu erwerben. Er versuchte es bald als Krämer, bald als MusieuS. da er die Violine trefflich spielt,, bald a!S Ruderknecht. GalteS ibm doch stets, auf kie woblwiSe Weise, wieder nach dem Osten zu gelangen und sich eine Stimme zur Heimfahrt zu rrspareu. Mehrere Male blieb sein Wiffen und Können.nicht unbeachtet; voitheilhair« Anerbietungen wurden ihm gemacht, wenn er bleiben wolle: itn aber beseelte vor Allem der Drang nach Hause zurüekzukebren. seine edlen Eltern zu beru bigen und sich vor ken Menschen von der großen Schuld;u reinigen, die auf tlm hastete. Schon näberie er sich wieder New-8)ork. ölack einem beschwerlichen Tagesmärsche gelangte er nach einem Städtchen, wo er zu übernachten beschloß nnd kehrte bei einem englischen Wirlhe ein. dem einzigen des OneS. Während er einige Erfrischungen zu sich nahm, frug ibn her Wirth: „»ober des Weges? und waS für ein Landsmann?" Er antwortete: ..ein Deutscher." ,.Ei." erwie« derte der Wirth. ,.daS ist mir lieb. Da hinten liegt mir feit Wochen ein Deutscher zum Sterben krank und kann kaum zehn Wora Englisch. In» ganzen Orte kann ihn Niemand versteh« und doch verlangt er auf'S Hef-

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