Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 23 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 2)
- Language
- German
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90 von rer Mutter: später warnte man für den Knaben' den lag der Beschneidung ab. I Bei den Hebräern, wie überbaurt bei.den Völkern ' de- ^ricnlS. daben die Eigennamen eine Elvmologie und [ einen sedr riefen Sinn, der gewöbnlick leicht zu veisteben ' ist. Der Ursprung de- 9!amens sollte gewöbnlick entweder an einen gewissen Umstand bei der Geburt de- .«rindeS oder an ein Gelübde, welches die Eltern.betreff»^. tcS Neugeborenen, gelobt batten, oder an eine Hoffnung, die sie an.ibn knüpften. mabnen. Auf diese Weise wurde eine große Zahl von Namen gebildet, welche später wieder» deN wurden, ebne daß man Acht auf ihren ersden Sjnn gab. Häufig vaben die Namen rinen religiösen (zharakier und unk auverschiedenen Namen mir Gott zusammen» gei'eyk. Man'findet diesen Gebrauch auch bei den Pbö» «iriern. den Svrern. den Arabern und anderen Völkern de» Qrienis unk de- Occidcnts. Solche sind z. B. die Namen Hanniel (Gnade GotteS und Azriel (Hülle GorreSi. mir denen übereinstimmend wir bei den Phöniziern finden: Hannibal. ASdrubal; Bebonatban oder Jonathan jvon Go« gegeben) entspricht dem Theodore oder dem IUcu> stnunt-. ^edlkvab glicht Lbeopkile. Man gab manchmal den jungen Mädchen Namen von Tbieren. Pflanzen und anderen Gegenständen, welche Milte und Anmutb verstellten: Z. B. Rachel (Schaf). Lbamar (Palme), Dcborab (Biene). Naomi (die Angenehme». Penninah (Perle) u. f. w. Wir finden manchmal in der Bibel dieselben Personen durch verschiedene Namen bezeichnet, denn da- Kind konnte bei der Geburt zwei Namen erhalten, ten^ einen vom Pater, den anderen von der Mutter: orr wechselte man auch den Namen in gcwifien jvichtizen Umständen de- Lebens. Gewöbnlick näbrten die Frauen ihre Linker selbst und eS geschah nur zuweilen bei jungen Prinzen, daß man sie der Sorgfalt einer Amme anverrrauie. Man nädlte die Sinter bis zum Alter von zwei oder drei Zabren; . wenn sie entwöbnt wurden, gab man ein Fest und die frommen Mütter brachten Lpt'er dar.' Während der ersten. Lugend wurden die KindLO"terlei GeschlcchrS von ibren Müttern erzogen; in den reichen Häutern dielt man ibnen Erzieberinnen. Waren die jungen Kna» ben so weit berangewachsen, daß siedie Sorgfalt der Frauen entbehren konnten, so übernahm der Barer selbst ihre Crziebung oder gab ihnen auch wohl einen Erzieher, ^men genannt, dem wahrscheinlich die materiellen Sorgen oblagen, wahrend die moralische Erziehung durch den Pater selbst oder durch einen Lebrer geleitet wurde, der oft mit der größten Strenge verfuhr. Wir finden keine Spuren von öffentlichen Schulen bei den Hebräern vor der Verbannung und wir kennen sebr wenig die Einzeln« beiten des Unterricht-, den sie ihren Kindern ertbeilten. Escheint, alö habe man sich begnügt mit dem durch damosaische Gesetz vorzeschriebenen Unterricht und die Lehren der Moral wurden durch den Vater oher die Mutter vorgetragen in kurzen Sätzen, die sich dem Ge» dachinin leicht eingruben, oder auch unter der Form von j Parabeln und Rätbseln. Wenige junge Leute, besonderj die Leviten, später die Propheten, widmeten sich etwaau-gckreiltteren Studien, welche wir genauer kennen lernen werken.^.wenn-wir von dem intellektuellen Leben der Hebräer sprechen. Zn dem Maße als die Knaben beranwuchsen. halfen sie ihrem Pater bei den landwirth» schafilichen Arbeiten; man lehrte sie Alle-, was de.» Landbau betrifft, und man gewöhnte sie auch an militärische Hebungen. Die jungen Mädchen wurden von der Mutter zu den bäu-lichen Arbeiten angebaltcn und lernten die Beschäftigungen kennen, welchen sich die Frauen gewöhnlich widmeten und die wir oben besprochen. Sie lebten meistensebr zurückgezogen; in den weniger hoben Ständen gingen ne zuweilen aus, um die Hcerdcn zu büren oder Wasser zu holen. Um die Kinder zu verdeiralben, wartete man nur das Alter, der Mannbarkeit ab. welchein den südlichen Landern früh eintritt. Um einige Beispiele davon anzu» sübren aus der historischen Zbit (denn nach den Trakl» rionen -es ersten Buche- Mostverbeirarhere man sich in den patriarchalischen Zeiten gewöbnlick sehr spät-, brauchen wir unS nur zu erinnern, daß Zoram. König von Juda, iin vierzigsten Jahre starb unk einen Sohn von 22 Jahren hinterließ; Amon binterließ im 24sten einen Sohn von 8 Zähren, der seinerseits im 14ren Jahre Barer war; Zojackin batte zu sechs unk dreißig einen Sobn von achtzehn Zabren. Dawain der königlichen Familie Gebrauch war. war es ebne Zweifel auch in den-orderen Elasten der Gesellschaft; denn bei den Hebräern war /i nicht Sitte, daß der Pater den Söhnen vor derHeiraih zu einer Stellung verhalt, diese blieben vom Pater abhängig bis an dcffen"Tok. Nach den rabbinischen Ueberlieferungen dursten sich die jungen Leute zu achtzehn Zabren verbeiratben,und die jungen Mädchen wurden in ' dem Alter von zwölf Zabren für fähig zur Heiratd erklärt. Selten folgte der junge Mann, bei der Wabl seiner künftigen Lebrn-gefäbrlin. dem Jmrulseine- Herzen-. ES konnte sich zuweilen auf dem Lande zutragen, daß «in junger Hirt mit einer Hirtin eine Bekanntschaft anknüpste, oder daß ein junge- Mädchen, welche- Wasser holte, die Blicke einejungen Bürgeraus sich zog; endlich konnte eine Reise oder ein anderer Umstand einen jungen Mann diejenige kennen lehren, die er seinen Eltern bezeichnen wollte, wie wir eS z. B bei Simkon sehen. Aber kies waren nur sebr seltene Fälle; gewöbn» lich wablten die Eltern eine Gattin für ihren Sohn, und ost wurden die Eben geschloffen, ohne daß die zukünftigen Gauen sich vorder gesehen batten. Wenn die Eltern oder der Sobn ihre Augen auf eine junge Person geworfen batten, ging der Pater dejungen Mannezu den Eltern dejungen Mädchens, um wegen der Heirath anzu» fragen und einmit ibnen über die Ehepakten zu werden, besonderwada- Mohär oder die Morgengabe der Braut und die Geschenke, welche die letztere crbalten sollte, betraf. Wir haben schon von Mohär gesprochen, welcher nach den Umständen sich änderte. Er konnte, in Geld, in Heerde.n, in Gegenständen de- Verbrauchu. s. w. bezahlt werden. Der Prophet Hoschea zeigt unS ein Bei» spiel, wo ein Mohär mit 15 Seckel Silber und einer gewissen Menge Gerste bezahlt wird. Zuweilen nahm der Pater dejungen Mädchendie Dienste seine» zukünftigen Schwiegersöhneal» Mohär an; der Krieger gab fein« Tochter al» Preis einer großen Heldenthat, wie e» Ealeb und Saul tbaren. Hatte da» junge Mädchen