Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 20 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 3)
- Language
- German
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79 gogen sie auftritt, oder verächtlich sie beschimpft! sondern auch der, welcher, zu ihr gehörig, sich von ihr ßern-hält, ih» ren Zwecken abfagt. ihre Institute vernachl Bestand nicht fördert, an ihrem ganzen inner n und äußern Leben nicht Theil nimmt. Denn er trägt' >ie Mitschuld an ihrem Verfall, er kann nicht begeistert, beseelt sein von ihren Zwecken, er behandelt sie alS rod und unheis lig. Wem die geringste Bemühung um sie zu viel ist. wer mit vornebmem Ton spricht: „ich zahle mäne Steuer und um daS Uebrige bekümmere ich mich nicht"; wer weder ein Amt in her Gemeinde übernin mt, oder, so er eS übernommen, nachlässig behandelt, uoch an den' Wahlen der Vorsteher und Vertreter der G meinde Theil nimmt — wie könnte dem ihr Wohl un v Wehe, ihr Wachsen. Schwinden, ihr Steigen oder Fall' n am Herzen liegen; wie könnte in Dem die Idee der Religion und ihre Verwirklichung lebendig sein, wie sillte der nicht das Heiligthum seines Glaubens verletzen. entheiligen. und damit begehen! eine- Entheiligung des göttli hen NamenS Gott! Lfsigr. ihren Eines zu lebenslänglichem Kerker D y letztes Wort. Meine Seele sucht! ... WaS bist Du, Erdenherrlichkcit — Auf finstre Tiefe licht gestreut. Mit wurmdurchnagtem Purpurroth. Mit jener Macht, die ewig droht. Dem Tod — DaS ist deS Lebens ganzes Wehen: Ein ewig Werden und Vergehen, DaS Sein nur schatienvolleS Bild, Wie eS im Kluge sich enthüllt — O, daß eS in den edlen Zügen Doch nur verbirgt ein bö-lich Trügen — Weh' Dir, glaubst Du. daß Du eS hast, ES ist entfloh'», eh' Du'S erfaßt! Meine Seele sucht! . . . WaS biS Dn, schwanker Menschengeist — Wie schnell der Wirbel Dich entreißt Den Hob n, und in die Tiefen stürzt. Und in den Kelch, den D» die Kreude Den bittren Wermuth tckucht. Daß. wenn die Hoffnung Dich burchhauch^ Ihr Wehen facht der Täuschung Gluth Von Neuem nu^'zu grimm'ger Wuth . Bald über Ät?rne setzt er feinen. Stuhl, Und wähnh daß er sie schafft; Bald sinkr er in des SumpfeS Pfuhl Zum Nichts erschlafft. -£>, Menschenweisheit, bleich sind Deine <s> Verloren in der Schatten Nacht, Nur neue Qualen Hat all' Dein Forschen Dir gebracht. , rurtheilten «ürzt, trahlen, Meine Seele dürstet und sucht! ... Wer hat dieS Werden und Vergehen Aus unerschöpftem BorN geleitet?' Auf welchem Grund kann eS «bestehen? Wer ist eS. der eS engl und «eitet? Und da eS einmal aufgpgaugen, Das Sein in seinem kurzen Prangen. Wer rief eS aus deS ELovS Nacht. " - Und stellt' ihm Wehr, und stellt' ihm Macht? — Wer zauberte Dich. Lktnschengeist, hervor. Und hat Dich zwischen Tag und Nacht gestellt? Wer Dir die Finsterniß «hellt, Und schloß Dir doch de< Lickte- Thor? HinaufwärtS drängt Dich Dein Verlangen, Und abwärts zieht Dich die Begier^ Nach Großem sehnst Du Dich mit Bangen, Und Kleinliches nur treibst Du hier ... Meine Seele dürstet und. sucht! .. . Und wie sie sucht wird'S nicht gefunden? Wird nie der Kelch der dürstenden gereicht?. .*. Blitz durch Gewölk —l die Nacht, fie weicht — Schau, Licht, von Rorgenroth umwunden! Oeffnet Euch, Mauern, Kallei nieder. Ketten! ' Strömet der Erkenntniß Schauern, Ein, die Seele zu retten, — Die Seele zu heben zür Majestät der Himmel Empor, anbetend, sonder Schranken, 2m hehren Gewimmel Der Gedanken! Gott! Gott! Dein Name sprengt die Kerkerpforte DeS LeibeS und der Seelen Engniß! Und Licht durchströmt bei diesem Worte DeS LeibeS und der Seel.' Gefängnis! Ich nenn' Dich, und deS Geiste- Schwingen, Sie breiten fich zum Fluge au- — Wo nicht der Zeiten Rufe klingen. Der Raum nicht baud fein enges HauS. Gott!! Ja Gott ist Freiheit! DaS Endliche unendlich wird'S. Der Sinne Bande fallen nieder, ES weicher jegllchcS Umgrenzen; Die Weisen, diese- WeltallS^Glieder, Sind nur des WeltenallS Ergänzen; Und wer in Gott sich fühlt und denk». Fühlt sich deS All-, in'S All gesenkt 0- WaS ist de- Kerker- Wand — Ich denke Dein — und sie entschwand, . Ich fliege endlos durch die Räume, Und schaue nicht der Marken Säume. Gott! In Gott ist Würd' und Majestät! . Flamm' auf, o Sonne, .Sterne, leuchtet, Meer, rausche um der Erde Run.d, j Ihr Wolken, diese Erde feuchtet, Ihr Bergkoloffe^ drückt sie wund — Da- Häuflein.Staub, daS sich zu Gott erhebet,