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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 20 (1858) · p. Seite 78

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
20 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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78 hundert vor dem Falle'Zijon'S in Rom allein schon über 10,000 Juten ansässig waren. Als daher JerusLalajim vernichtet, und Israel aus der Väter Land vertrieben, worden, sanken hfe Flüchtlinge schon überall freie und ansässige Stammes» und Glauben-genoffen, denen sie sich anschließen konnten, die ne voll Liebe und Barmherzigkeit aufnabmen. die ibnen Kalten unk rietben. so daß auch die vom Kriege und Sieger Zersprengten dem Unterfange entkamen. Wo -aber eine Zahl Juden binqeratben, da batten sie auS der Heimatb kaS Bedürtniß mitge» bracht, nck ein rrsrn r*z eine Dtlsiätte zu gemeinsamer Uebung drö Gottesdienstes zu^rrickten, möglichst auch, so ein tüchtiger GotteSgelahner unter ibnen. war. ein ^277 r'i, ein LebrbauS, denen sich bald ein 3v*“ r**3 eine LegräkNißstälte anschließen mußte. Um diezu bewirken und zu erkalten, mußten sie ein .77775 eine Gemeinde bilden, mußten sie Porsteber und Statuten einfetzen. Da sie ganz aut sich angewiesen waren, mußten sie Pereine r—an für woblthätige 3*“!377 und für Lehrzwecke 77-.- '7**27bilden. Hierzu kam, daß die Herrscher überall den Juten gestatteten, in Civilsachen ibren eigenen Satzungen zu folgen und Streitigkeiten und Prozesse nach ihrem Rechte zu schlickten, daß demnach die Gemeinden sich Richter und Gesetzlehrer, Rab« binen einseyren und mit obrigkeitlicher Gewalt bekleiden mußten. So war also bald überall eine Organisation da, die bürgerlich-^und religiös tier eingriff, und in der die Zerstreuten eine unerschöpsiiche Ouelle der Krim zum Leben. zum Widerstande, zum Schaffen fanden. An die Stelle de- '77 2“9*2 waren zahllose 27-2 c*2*9;3 getreten, an die Stelle der großen brri*1 777? zahllose welche die Energie jener in hunderttausend Bruch» tbeilen dennoch ganz, vollständig, urkrättig erbielren. So batte die göttliche Vorsebung sü'ns Jahrbundene vor dem Falle JeruschalajimS, vor dem Verluste beS. heiligen Landes schon die Fäden leise angesponnen, auS denen dagroße Gewebe des JuvenrhumS und der Judenheil brrvorginz, das sich jetzt über die ganze Erde legte und noch beule an Ausvebnunz immer mebr' gewinnt: unv so kam es, daß durch die Zerstörung JeruschalajimS weder unser Stamm, noch unsere Religion in ihrem Bestände gefährdet waren, sondern größer und stärker aus .jener bervorbrinzen. — Wenn es demnach überall und immer darauf ankommt, welcher Geist es ist, aus dem unser Streben und Schaffen bervorgrbr. und dieses eben nur ein Ereigniß jenes ist: so ist es doch klar, daß '7777:77. Pie Gemeinde, die Grundlage ufffmi ganzen Eristenz als Juden ausmacht. Denken wir uns unsere Väter, als sie glücklich dem Einsturz ibreS Staates unv Heiligibums entkommen waren, einzeln neben einander, ohne Verband.'ohne Organisation, obne Gemeinde — so batten sie kein Jahrhundert dem feindlichen.Strome des heidnischen Lebens widerstanden. Haben wir koch dafür auch tbatsächliche Beweise. Als ici Jabre 14‘J2 Ferdinand der Katholische die Verbannung auS Spanien ausiprack, und Hunderttausende das lbeure Vaterland, die Gräber ibrer Vater und ihre Benytbümcr verließen, um der Religion Israels trell zu! bleiben, beugten sich Hunderttausende der Gewalt, und ' gingen scheinbar von ibrem Glauben ab. Nun, diese j gingen la’.curcur von lvrem tDtauven ao. vcun, Mtse \ Enupim blieben lange Zeit Juden in ihrem Innern und I in ihrem Hause, übten heimlich die jüdische Satzung und erzogen ihre Kinder darin. Aber Gemeinden konnten sie natürlich nicht bilden. Und siehe, nach drei Jahrhunderten war keine Spur mehr von ihnen vorhanden, wir suchen fie jetzt vergebenin jenem Lande der Barbarei und der Scheiterhaufen. Ohne Gemeinde keine Synagoge, keine Lehre und Schule, keine Wohlthätigkeitsanstalten. also keine Religion, wenigstenckein Judenthum. Und hierzu der Charakter einer jüdischen Gemeinde! War war und ist ihr Zweck? Niemals war und ist dieser ein äußerlicher, materieller. Nicht zu erobern und zu gewinnen, nicht Einfluß, Ansehen, Reichthümer zu erlangen, überall und immer und ganz ist eS nur ein religiöser Zweck, also der höchste, lauterste, der der Gemeinde JeschurunS einwohnt. Gemeinsavt den Einig- Einzigen anzubeten, in seinen GlaubenSbunv einzutreten, in ihm die Ehen zu schließen, in ihm zu sterben, seine Lehre zu erkennen, zu wahren und fortzubilden, und wohlkhärige Werke, Werke der Liebe zu üben, baS ist der Zweck der Gemeinde, die also mit ihren Füßen auf Erden steht, aber ihr Haupt und ihre Blicke in den Himmel erhebt. Sie ist um. Gott und. für Gott da, ihn bei unS zu behalten, zu ihm geführt zu werden. Und darum hat unsere Religion jeder Gemeinde “r Israels, so groß oder so klein sie sei, die Würde der ..Heiligkeit" beigelegt-, schon in dem alten SegenSsprucke heißt es: „der Herr «Tipn 7777:77 » re* *pa, snpn mhnp 53 a* 77777 segne die ganze heilige Gemeinde mit allen heiligen Gemeinden." Ja. ob viel ' oder wenig Gottesfurcht in ihr herrsche, ob die Lehre deS Herrn in ihr viel oder wxnig verbreitet sei, ob daS religiöse Leben in ihr blühe oder verfallen sei — als Ganze-, als Gesammtheit, als Gemeinde ist sie 2r»p heilig, hat sie die Majestät der ganzen nnsr 7777s auch auf sie gelegt. Denn dieist der Unterschied zwischen Ven2" D7 „Volk Israel" und brrp „Gemeinde Israels", jenes ist die Gesamtzahl der Individuen auS Israel entsprungen, und kann nur nach dem Werthe und Verdienste der Individuen beurcheilt werden, aber 7777s ist die Gesammtheit als solche, die unsterbliche Verkörperung und Trägerin der ganzen Idee Israel-, die von Gott selbst stammt, von Gott in sie gelegt worden, die also göttlich, heilig ist. Darum ist die Gemeinde jetzt das wabr§ und erste der 7X-2'' *:3 ~2*rp der „Heiligtbümerder Söbne Israel'-." — Ist dies aber die Gemeinde — dann tritt das heilige Wort (3. Mos. 22, 15. 3) mabnend an unS heran und ruü' uns zu: 3* *:3 *2*9 re< iVrnr 7« „ent» weihet nickt die Heiligkbümer der Söhne Israels, 7«-sr *:a *^7775» r-mr seid zurückhaltend mit den Heil.jgtbümern der Söhne Israel'-, -2-9 52 re* -Varn kVi daß ibr nicht entweihet meinen heiligenNamen. '77 ich b in derEwige!" Sagt nicht in demselben Sinn unser Weise: x*3:*772 “T:*73 “ca 77377 72 ',2j27 re* „waS sich von der Gemeinde entfernt, leugnet eine Grundwahrheit", und im Gegensatz: 772-77 “32 32*27 777r,2 "N Ire* —3277 37 392*777 73 ..wer die Gemeinkeangelegenbeiten leitet, über sie bringe ich großen Lohn." (Pirke Äboth.j Aber nicht der allein entweihet daS Heiligthunr Israels, die Gemeinde Israels, der geradezu feindlich

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