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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 18 (1858) · p. Seite 71

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
18 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 71 (sequence 3)
Language
German
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71 minder. Kann ein Mensch die Liebe rein lieben, fühlen wir nicht, daß die Liebe noch unendlich, no h unerschöpflich tiefer ist? Ja. müssen wir nicht all' Zeit unser Wollen selbst beschränken, eS immer nach den Drrhältnissen regeln, es immer nach dem Trreichk ar-Möglichen bemessen? Aber innen wogt rin ungemein stärkeres Verlangen. das Hinausgreifen möchte üb'r alle diese Marken und Schranken, und Großes, imuer Größereerfassen und sich zu eigen machen möchte! Und geh« nicht durch unser ganze- Wesen ein Ahnen, daß eS noch weile, große Welten über uns hinaus gieb . eine Fülle von Leben, dem wir angehören, und doch k nnen wir eS nicht, mit dem unS unbegreifbare Fäden ve binden, aber wir wissen eS nicht! Was anderjst^ eS, waS den menschlichen Geist immer wieder in die Tiefe von Geheimnissen verlockt, die ihm verschlossen fistd. und in die er poch sich.versenken möchte, daß er immer wieder den! sonnenhellen Pfad des Verstandes verläßt und die Schaden der Mysterien sucht? Wohl, danennen wir „heilig" — iras über das Maß unserer Sinne, unseres Denkens, FühlenS und WollcnS hiyau-geht. aber wir wissen eS, bas eS ist, dabelegen wir mit dem Worte ..beilig" — Gott ist vollkommen, Gott ist unendlich, wenn wir Al eS. was uns über Gott gelehrt ist,! erfaßt haben, so w ssen wir. Er ist noch unbegrenzt mehr, ruft der Prophet aus: „heilig, heilig, heilig ist der Ewige Zebaoth, feir e Herrlichkeit reichet über die ganze Welt hinaus!" Hes. 6, 3.) Wir benennen damit alle Tiefen des göttlichen Wesens, die wir mit unserem beschränkten Geiste richt erfassen. Und weil wir Menschen nun diesem Gott' nachstreben, ihm ähnlicher zu werden ringen, zu ihm unerheben sollen, weil wir niehr sollen, als blos dinken, fühlen und wollen, weil wir in Gott unS läutern!, die menschliche Natur in uns imoier mehr veredeln, wftl wir einem Ziele zueisern sollen, ^aS über unS hinauÄiegt, darum wird uns als das höchste Gebot ausgestellt! „Ihr sollt Euch heiligen, denn ich, dev Ewige, bin heilig./' *< l Und waS nun hierzu dienet, waS hiermit in Verbindung stehet, was uns zu Gott und Göttlichem führen, was unS mit Gott vermitteln soll, das nennen wir ünp „heilig", so TSTpÖ das Heiligthum, oahin wir berufen werden, Gott anzübelen. so die Sirr, die unS über Gott und Heiligung belehrt, so Sabbath Nnd Fest, an denen wir unS heiligen sollen. Und darvty heilig Alle-,, was unS unantastbar erscheint auS der Tieft deS Wesens heraus, 3i3np heilig ist da- Band der Ete, heilig d'aS Verhaltniß der Kinder zu den Eltern, heilig die Treue, die wir gelobt, wett Alledieüber die B rechnung des Verstände-, über da- Maß de- Gefühl- Nock Etwamehr, etwa- Unerschöpfliche-, Unbegrenztes. Göttlichehat. Dieist die Bedeutung der or>p Ripa, eS ist die Zusammenberufung der Menschen, der Jsra'ltten sich ge. meinsam und in der Gemeinsamkeit zu teÜigen. über dagewöhnliche Leben hinaus, vor Gott und nur vor Gott sich zu denken und zu fühlen, zu Gktt sich zu erheben, mit ihm unmittelbar in Verbindung zu treten, da- Göttliche in un» zn erwecken, zu beleben und zu nähren, unS an Gott zu veredeln, zu klären, zu läuterst. Hier sollen alle- Tiefen unseres Wesensich erschließen/ hier alle Ahnungen' unfexrS Geiste-. sich eröffnen, u^n höher, höher zu steigen über unseihst hinaus. . Und wirIsraeliten, können wir deren entbehrest? entbehren als Menschen, wenn wir nicht werden wollen zu niedrigen Knechten der Erbe, zu Sklaven degemeinen Thun- und Treibens. Bleibet zurück, wenn.b!ic Drommeten der Religion zur 'p Ripu rufen, messet u»1d hämmert, waget und schreibet, scharret und grabet nhr weiter und kommet nicht; wie finket ihr tiefer und tiefest, entheiliget und entwürdiget. Entbehren als Jsraelitrst. wenn ihr nicht werden wollt zu veststummten Zeughst. zu falschen Zeugen, die der Herr einst fragen wird:^v»iu habe ich Euch geboren werden lassen in Israel, und^hr habet everläuguxk! - Wohlan, Peßach ist gekommen, so heiliger Euch, -ilt «ipu ist auSgerufen, so heiliget Euch in ihr! Ermr stiert Euch, die Ihr demHerrn entschlafen seid, erwa he Geschlecht, daS feistem Ursprung und seinem. Berus sch enlschlägt, richte Dich auf. erhebe Dich zum Höhech, zum Heiligen, zum Göttlichen, auf daß Deine Zusajstlmenberufung wieder leine heilige werde, und daS Woicl deS Propheten, sich lerfüüe: „Der Ewige wird schaffen über Eure Zusammenberufungen eine Wolke de- TagseS, eine Feuersäule des darüber gebreitet. .. NachtS: denn! Herrlichkeit wifb Blumenlesej. Au-ulgt von Erzählungen, Gleichnissen. Gedanke« und Meinnngest' -wie Erklärungen von Schriftsteller, au» hebräischen Werken. Don Joseph Rawirz in.^reSlau. I l'rn 31 und »up'31, saßen imi vertraglichem ® sprach und wurden 'den deS Wegekommenden «3^ gewahr. „Stehen wir vor ihm auf", sagte der Ein/, „und bezeigen ihm die binem Jünger der heiligen Leh e schuldige Ehre.- . „Fällt nyr doch nicht ein", enlgegnp e der Andere, „vor einem Gegner, einem Streitsüchtig! n aufzustehen; nimmt er. keinen Anstand Opponent d r Weisen zu sein, brauchen wir auch'gegen ihn nicht dlN Anstand zu. beobachtest/' Wahrend diese- Wortwechs«? über die zu bezeigende Höflichkeit, kam auf sie «j u und grüßte: „Friede mttEuch. Könige! Friede Eui). Könige!" „Du hältst unfür Gelehrte", entgegnen sie,7„und begrüßest unköniglich. - ÄLoher hast Du >s denn, daß ^31 KöNjge bezeichnet werden?" „Wer nach der Weisheit lebt und Herrschaft über fich selbst übt^. antwortete er, „den' bezeichnet die Schrift al- Könt^ „Durch mich —: spricht' die Weisheit — herrschen Könige." Sprüche 8j 16. „Woher' hast Du eS, däß man Könige mit einem doppelten. Gruße anredet „AuS der Stelle, worauf mrp 31 im Namen de- 21 abssmerksam gemacht: „Und ein Geist «rsüllte den Amasai, daS Haupt der Anführer:/„Zu Di«, Dävid, und mit Dir, Sohn Jtschai'-, Ärirde, Friede Dir!" Chronik 1.12,18. Diese Geistesblitze entzündeten die Ersten mit,Achtung und sie forderten ihn auf: „Möge edem Herrn gefallen, etwa-'bei unzu genießen." „Erst muß ich/',

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