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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 16 (1858) · p. Seite 63

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
16 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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63 die Pforten zu öffnen, damit Jeder aus den Ter! lerne, nicht ans Ueberlieferung. Dann abe bespricht er die sittlichen Rätbsel der Welk, die Gegensi tze deS Guten und Bösen, die Vorsehung, die Allwissenhsit, inSbeson, dere die im Hiob geschilderte Glaubensverschiedcnbeit; endlich die Zwecke des GeseyrS und der fin einen Gesetze, eine der allgemeine» Ansicht durchaus en gegentretende Lehre, welcher zufolge das Gesetz ohne Rücksicht auf Gründe und Zwecke geübt werden, und Ri mand berechtigt sein solle, nach solchen zu forschen, weil dies dem reinen Gehorsam Eintrag rhue. Maimoni erklärt diee ses (Absch. 31) für ein thörichleS Vorurthe-l. feil f Sckr Jet« t >;ügli b AuS dieser kurzen Inhalt-Angabe. welche nicht den Reichthum der dem Werke ein danken erschöpfend bezeichnet, stießt von gemeine Bedeutsamkeit für die Gestaltung thums. War auch Vieles im Einzelnen stand hier doch Alles in Zusammenhang unt Verbindung. Maimoni verfaßte diese bar nach seinem großen thalmudischen W war sich bewußt, daß sie sich nicht für I Er widmete sie deshalb seinem vor Schüler und kennlnißreichen Fieund. Joseph (nach Einigen auch b. Aknin genannt), eine nur für ihn fund Gesinnungsgenosse^ Schrift. Dieser Joseph war ein ausge lehrter, auch Philosoph und Aut, welcher der dauernden Unterdrückung entfliehend, {id nach Aegypten begab. bei welchem er weilte, mit ibm eine verbesserte Ausgabe eines Andalusiers Jbn-Afla besorgend und ibm studirend. Er^siedelte sich dann in H er als Arzt des König- Al Dhaher Ghasi. hcddin'S, eine hohe Stelle bekleidete, nach" Jahre von Handel sich ernährt und bann Landgute unweit der Stakt gelebt batte, ersten Jahre (um 1187—8) harre Maiin« Belehrung obiges Werk ailsgearbeitet. Ar sendung desselben stand er mit ibm in Brie Joseph war in der jüdischen Wissenschaft angesehen, als im Leben, und machte sich d einen Rainen. am d da I WaS der ..Führer" in den versiosscneü hunderten geleistet, w'ic er die verstocktesten wenn auch nicht immer gewonnen, doch j Forschen und Denken angeregt, und wie dritten Moses (Mendelssohn) und dessen genossen von Neuem die Leuchte geworden blos in der Kammer der Philosophen verscheuchen, sondern den jünger» Lehrern thums die Wege zur Kcnntniß der heiliger der Religion zu zeigen. — dies alles älteren Kämpfen und aus den Erfolgen der Geschichte enthält dessen Lobrede. Whe Maimoni die Genugthuung batn über Judenthum — denn von seinen Werl zcneikunde und andere wissenschaftliche Vor») die Rede nicht, — weit verbreitet und, ge sprüche ungeachtet, anerkannt zu wissen, auch die Bitterkeit nicht erspart, vielfache erle bei weitem gestreuten Gest dessen undes Jutcnicht neu. so gegenseitiger ist unmiitel- , rke; aber er mann eigne. befähigten b. Jehudab jleicksam älS ) bestimmte z^ichnerer GeauS (5 en la, zu Maimoni ge Zeit verr Astronomie ibcrhanpl bei rieb an, wo Sohn Zalaem er einige auf einem iährcnd jener ui zu dessen ch nach.Hinwechscl. denn nicht minder rrch Schriften (P/2 Jabr- Finsterlrnge. «sdenfalls zum endlich im GesinnungS- , um nicht Dunkel zu des Judrn- Schrift und llt aus den Neuzeit. Die . seine Werke en über Arürfe ist hier! ehrter Widero ward ihm Verkennung und Mißdeutung zu erfahren. Tie Art. wie er-diese aufnabm und Wider-sglhern gegenüber behandelte, bewährt" den edlen Weisen, alfi welcher er.sich in allen LrbenSverbältnisscn zeigte. Sein Tod verursachte weit verbreitete Trauer» Seine Leiche ward nach Liberia gebracht,' Maimoni war in feinem Leben und Wirken eine großartige Gestalt, er ist eS. aber noch mehr in der Geschichte durch die staike Bewegung der Geister, welche seine Lebensthikigkeit inmittelhar nach seinem Hinscheiden und neck ein Jahrh rndert spater hervorrief und durch die Bedeutung, welch« feinem Namen von den Israeliten aller Welt. Freunden, und Feinden, beigelegt wild. Durch ibn-hatte die .PZissenschaft des Judenthums eine Abrundilng erha ten, wie nie zuvor, und zugleich eine Theilnahme ang,rcgt. welche in kurzer Zeit 'wieder an vielen Orlen neie Scknlcn in Blürhe brachte. — Was auch vcllblicken?e Vorgänger versucht ballen, um taS erstarrte Judenibr m durch die Fackel der Wissenschaft zu beleuchten und!U beleben. —' ihre Bemühungen waren fruchtlos gctlefren, weil sie nur Licht krachten, nicht Wärme. Sa zvj.a h ' s . geistvolle Betrachtungen macken den Eindruck durchdachter Leichenreden, welche nur die Vorzüge der Oahingeschiehenen preisen, ohne die Liebe zu wecken. Gl birol. der beredte und begeisterte Dichter, verliert sich a!S Denker in nebelige Fetnenr' wohin ein nach! Re igion -schmachtendes Gemülh ihm nicht folgen mag; Jebud'ah h.all«wi. dessen, kühne Phantasie die anziebcrdsten Bilder schuf, bleibt auch als Rtligiousverlreter aps dem Boden der Dichtung: Abraham b. Ddvid. dti tiesdenkenve Lehrer, beschäftigt nur' den Verstand, obne die GlaübenSinnigkeit anzuregcn. Alle düse einseitigen Abhandlungen, noch dazu in einer ungcweibctcn Sprache verfaßt, auS'welcher sie erst schwer-' fällig übertragen wrnden,. pm in die Hände entfernter Lebrer zu gelangen, konnten nur schwachen Anklang finken. ivenn man sie auch würdigte. 'Maimoni allein hatte den Weg muiiielt, um auf Geist und Herz einzuwirken. Er errichicte nicht ein nrueS philosophisches Lehrgebäudes und .schritt.auch nicht'über den Gedankenkreis der überlieferten NeligionSlehie binanS. Er führt vielmehr seine GlaübenSzenossen durch die Jrrgänge des thalmudischen Labyrinths, und macht den.Jüngern der Religionswissenschaft hie O-uelke, aus der.Alle schöpften, genießbar. Er übergfebt Allen, welche nach Durchdringung der Religion verlangen. waS ihnen bisher abging: den.Gesetzkundigen die Freihpil, die innern Gründe der Satzungen zu erforschen;'den fleißigen Schülern, welche vor dem UmfangdeS Stoffes zurückbebten, eine Uebersickt der Ergebnisse aus der unendlichen Menge der Stimmen früherer- Gesetzlrhrer; ben Bedenklichen, welche manche Aeußerung -der Vorfahren nur mit Kopf» schsitttln oernabme,,. sie Zuversicht. baß aus allen noch so unerklärlichen Stell m des Tbalntuks der Geist Gottes rede; den Feinden fremder W'issienschaft die Ueber» zeugung, daß tiefe dei Religion nickt enlgegcnstehe; den Freunden derselben aber das Vertrauen, daß sie. richtig angewendet, -die Walrheiten der Offenbarung bestätige und ihre kräftigste stütze sei'; allen nach ReligionSerkenntniß Strebenden endlich den festen Glauben, raß

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