Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 4 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4908862-5999346-6000824--1023-4909657- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
15 ali iii bo8 Erbarmen der Inquisition vertrauen, sagte ich ihm.- „Du wirst doch wohl nicht so unv sein!" „Zn der Tbat, »ch war zu entrüstet, abzuwägen. Er kann mir übrigens nick das Gebeimniß. daS allein nnch in se umfaßt ihn sowohl wie mick.- „Zch wollte, ick könnte eS glauben, daß er in Wirklichkeit ist, was er zu daher möchte es gefährlich se'in, ihn zu ,.3ch fürchte ihn so wenig, wie verachte. Ich habe dieses Gerücht scho» aber tege gar keinen Wertb darauf. Unfje verliert wenig durch die Abtrünnigkeit c HLngcrS." „ES mag sein, Jnez, aber er hat in seiner Gewalt, rznd darum würde Leichtes sein.- „Du kannst mich nicht erschrecken, eS wie Du willst. Man sagt, Pedro sterbenskrank — eS thut mir leid für kann in einer schlechteren Verfassung zu er; aber ich bin viel zu stolz, ihn zu mir. Besser er schadet mir, als daß iä Seele schade, indem ich sie mit der se Sieh," fuhr fie lachend fort, indem sie leibte Gestalt eines Dominicaner-Prieste Maulthier den steilen Weg zu ihrer offenbar in so ängstlicher Eile, daß es lustigte; „der da hat mehr Furcht, als ich Was kann der arme Priester wollen? Julian t Kommt er zu Dir oder zu mir folg,.) , rsichtig gewesen nn meine Worte schaden; denn ne Macht gäbe, Aber Viele sagen, ein scheint, und Erzürnen." ibn unsäglich früher gehört, re beilige Sache ines solchen An- ,S Analekten. (Entnommen au» dem! zweiten Theile der G-schichte dcS-Hudentbums und seiner Seelen von Oe. Jost, dr unter den diesjährigen Schriften des Instituts erscheint.) Auch Elifcha sophie ein, aber er gänzlich abzufallcn 1. Acher. b. Abuja drang in gelangte durch sie d> und ein Feind dci werden. Bemerkenswerth ist dabei der Rabbinen gleichwohl ihn als einen au rühmen, und nur seinen Abfall beklage zur Zeit, da der Tempel stand, in Jerus^l überlebte ohne Zweifel den Fall Detha Meir. der ihn als seinen Lehrer ver Ansehen stand imo zwar nach Akiba'S am Leben. Die Wenigen, und zwar e welche wir von ih^u haben, reichen n klares Bild von diesem merkwürdigen werfen. Er ward! frühzeitig unterrichte umfassende Kenntnisse von allen Seiten Die Rabbinen führen einen schönen der vielleicht einen1 Seitenblick auf den S > ihm, und daS Leben Anderer Racke ihm ein Zulian, versuche?enito ist krank, hn. denn keiner sterben fein, als ürchtcn, glaube meiner eigenen nigen vereinige, auf die wohlbezeigte, der sein Pilla binarfftrieb, auch Julian beje fühlen werde. Kennst Du Ihn, 2“ die höhere Theo, hin, vom Gesetz JudenthumS zu simstand, daß die Szezeichneren Geist Er war noch cm geboren, und S, denn wahrend hrte. bereits in tode. war er noch •i nfeitigen Berichte, cht hin, um ein Charakter zu enl- und erwarb fich dcS JudenthumS. >ruch von ihm an, viel altern Akiba werfen wollte: Wer als Kind unterrichtet wird, trägt in sich eine frische Schri t auf glattem Papier; wer erst im Alter lernt, hat eine Schrift,auf abgeriebencm Papier!*) Sie erzählen aber v>m. Elischa Tbaten. welche seinen Namen brandmarken und dennoch zollen sie ihm eine Per» ehrung, die fast unbtgrciflich cxsckcinr. Er betrat nämlich, wie sie sich auSdrücken. daS 'Paradies, und zerstörte die »Pflanzen darin; oder nlit andern Worten, er drang in die Geheimlehre efn, und wollte, wie die drei genannten Männer. daS Wesen der Gottheit schauen'; aber er ward voo Zweiteln ergriffen und wankte im Glauben, so daß er sich, auch vom Gesetz ioS ciß. Als Grund'davon geben sie an, daß er sich mit ,ricchischcn Dichtungen und griechischer Philosophie beschäf igle 2). Er . ward auS einem Gesetzlehrer ei l Gegner und Verfolger drS Jndenlbums. Er verrietb tigten, an die Nöme alle, die sich mit dem Gesetz bcschafc.^und jagte die Jugend aus den Schulen b) an ihr Gewerbe. Ja er soll sogar alle UmgungSgefetzc den Römern angczeizt usschretlungen hestraften die Zeitgenossen nur dadurch. I^aß sie ^feinen Namen ^nicht nannten, und ihn nur mit dem Worte Acker, ein Gewisser bezeichneren. Was ihi^ in seinem Abfall bestärkte, war die Erfahrung von den Lxideik aller ^hercr, die daS Gesetz übten/wabrend sie dstvon ihr Heil erwarteten? wobei er außer Augen ließ, ^aß sie dies Heil ausdrücklich nicht vom irdischen Wohlsein verbanden wissen wollten. Um so auffallender ist' der Beweis der einem ausgezeichneten Mann von solcklem Charakter gezollten Aufmerksamkeit. Sein Pchüler!. der berühmte Meir. lehrte i« Liberia, wo Elischa «lohnte.oder sich aufhielt, und gab niemals die Hsffnungf auf. ihn andern Sinnes zu machen. Elischa selbst scheint, durch eine Vorliebe für die Studien seiner Ptngend^ getrieben, den Umgang und die Unterhaltung mis ihür ausgesucht zu haben. Es sind unS einige geistvolle^ Gesprßche noch aufbewalm, in denen. Meir stets die Rehe auf seinen Abfall binlenkt, und die Bemerkung auSwercht, eS fei für vorhanden, wieder mit voller Seele in'S Judenlbum z irückzukehren. Dennoch behauptete Meir, eine Aeußen ng des sterbenden Elischa habe ihm dessen reuevolle Pckthrung dargelcgt. Elischa immer durch ihn keine Aussicht 1) Ab. IV. 20. Dergl. Cassel. 0. 43. Doch darf nickb außer Albt gelassen »steten. daß Ab. der Natbau denselben Satz dem gelebttea Eliezer b. Jakob (einem Zeitgenossen Elischa'»), dagegen unsrem Mische eine -leibe anderer-schöner Sprüche zuschretbh. die keine Seitenblicke, enthalten können. 2» EasselS Erklärung ^-2 als Schriften zur vbilosopbischen Erläuterung gpomeirs. .womit sich die alexantrinischen Schulen-beschäftigten. hat sebir viel fiir sich. 3) Nach Jer. Ebaa 77. 2j batte er selbst viele getödttt; das ist wobl n»r eine Ueo> rtreibustg des Ausdruckes. Sebrrärbselhast ist »sich e-rrn re *rr’ -er: 'ssmp- Uebrigens siebt diese Thatsache nicht vereinzelt da. Die Rabbinen erzählen sowohl von Elazar b. Simon (b. Jochai). als auch>vn Jsmael b. Jose, daß sie von Seilen der Regierung als Polizeibeamtea anzestellt waren, um Diebe und Räuber anzpgeben und den Gerichten zu überlicfem. uni» daß man es ibne» sehr verdachte, solches Amt zu führen, obwcbl man nicht umbin konnte, fie;u entschuldigen, weil fie ich demselben nicht zu entwichen vermochten. Elfterer soll sogar lan ze Zeit ein sehr lasterhafte» Leben geführt haben, bis Rabbi ihn überredete, sich völlig-zu -bekehre-, und seinen Öhrim zu-kessest Lehrer ernannte, welcher kenn auch seine gänzliche Umwandlung bewirkte. LM. 98ä'