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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 4 (1858) · p. Seite 16

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
4 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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16 Hierin mag tcnn cudi t« Grund liegen, Laß die Rabbinen den Achcr nicht als gänzlich avsgeschieden betrachten. und nur mir Schmer; seiner Entartung gedenken. Seine Löckner murren von ten Rabbinen der svätern Schule mir RüHnchl auf die Gelehrsamkeit ihres PaterS ernabrt.^). (Kann man wohl einen schöner» Beweis der Duldung finden?) 4) Zer. ‘ Cbag7 77 und daraus Midr. Ruth i2 sehr skizzen» hart und legendenartig. aber rübrcnd und voll tiefer Gemütb»! lilbkcil. Im Babli lob wird Meir wegen seines Umganges mit Üljscha dadurch gerechtftrligt. daß er die Druckt aß. aberden Stein wegwarf, wie denn üderbauxt die wabre Lebre. gleich einer Ruß. wobl anperlich bcscbmutzt werden könne, aber dadurch nichts am Lerlb des Kerns einbüße. Tie Legenden sink übrigens in beiden Tbalmudcn verfchieteu. ' Moses Gumperich als Menschenretter. Zm Jahre 1784, erzählt v. Horn im diesjährigen Klein'fcken Jabrbuch. erlitt das Dorf Klüsserath eine außerordentliche Nebcrschwcmmung durch die Salm. Vierzig Menschen batten sich in ein hochgelegenes HauS gerettet. ' Aber idre Meinung, daß sie hier sicher waren, zeigte sich bald als irrigdenn die immer noch steigende Fluch brauste bald um das schwache Gebäude, auch welchem die erschrockenen Menschen ihren Jammer« unb-Hülftruf ertönen ließen. Auf einer naben Höbe., die . völlig sicher war, befand sich erne große Zahl Einwohner, welche die Nokh jener Unglücklichen sahen, Niemand aber wagte sich J zur Hülfe. Da rief sie Moses GnmperiL. ein Jude. auS Klüsserath auf. mir Gottes Gnade und Hülfe -zu retten, bevor da» morsche Haus einbräcke. Er eilt, die Anhöhe hinab und schreitet durch die lobende Flutb. ergreift eine, junge Frau und tragt sic jitr Anböbc. Sein Beispiel reißt die Anderen mit fort, alle Männer und Burschen felgen ibm, und so legt man noch'Dreimal den-Weg vom Haufe zur Anbehe zurück. Aber die Flüth steigt, der Boden wird weicher. daS HauS kracht, Gefahr be» - trobl die Retter. „Vorwärts," ruft Gumperich und noch einmal gelingt die rettende Thar. Noch aber waren Einige »ft dem wankenden Hause geblieben, die um so berzzer» reißender jammern, je unwahrscheinlicher die Rettung schien. „Unser Werk darf kein halbes sein!" ruft Gumperich. Wieder voran, felgen ibm einige entschlossene Männer, sie rasten ihre Hände, um sich der Gewalt der Flutb bester widerseycn zu können. — Die Letzten der Bedrobten werden gerettet, daS Haus bricht zusammen und wird von den Wellen begraben. v Die dankbaren Klüsserather befreiten Moses. Gumperich und alle seine Nachkommen von allen Abgaben, und. als dies in neuerer Zeit nicht mehr möglich war. wurde seinen Enkeln die Nutzung der Geftteindrhut um die balbe Steuer ertbeilt. — Kleine Beobachtungen. Es ist eine alte Sage, daß daS Her; der Frauen weicher und zum Woblthun und zu Werken der Barm» Herzigkeit geneigter sei, alö daS der MänNer. Ich habe wohl das Elftere, aber nicht daS Letztere bewahrt gefun» den, und aus den Händen der Frauen stets unbedeutende Gaben empfangen, so daß ich mich in Nothfällen möglichst nur an Männer wende. Haben Andere dieauch erfahren? Es ist merkwürdig, wie der Mensch im Großen und Kleinen von zwei entgegengesetzten Trieben beherrscht wird,'! von dem Drange, nach außen und in die Ferne zw gehen. I und hanu wieder sich in's Enge und Engste zurück^lziehen. Et verlaßt die freie Natur, geht in die ummauerten Städte, in das kleine Haus, in die vier Wände des Zimmers und in daS enge Bett. — Das Ohr des Menschen ist so .gebildet, daß eS ver» hältnißmäßig weit mehr von den feinen und scharfen Tönen der Pfeife, als von dem Gerolle der-Pauke berührt wirk. Untcrhaltunqs - Pillen. Bon L. Lehmann in Lad Homburg. Im Sommer, wann so viele Leitende in unsrem Badcstakkchen Genesung suchen, ging ich einmal mit einem fremden bier anwesenden Rabbiner durch die Stadt. Ein kleines, artig grüßendes Männchen begegnete uns, dessen Züge große Gutmütbigkcit und Freundlichkeit ausdrücktcn, um dessen' Mund aber ein tiefes unnennbares Weh zu spielen schien. „Wer ist dieses Männchen?" frug ich meinen Begleiter. „Ein Rabbiner einer ziemlich großen Gemeinde Polens." war die Antwort, „uns sucht hier in Ihrem von so vielen Fremden besuchten Homburg Linderung für seine Leiten." Was fehlt ihm denn?" fragte ich auf'S Neue mit Tbeilnahme. „Ach." enlgegnetc mein Begleiter, „cs ist eine alte und dock' stets neu auftrctcndc Krankheit, unsre Weisen nannten sie r?rr rra:." Denkspruch aus der Sidra der Woche (Bo.) Ein Gesetz soll für ten Eingebornen und für den Fremdling sein, der sich in eurer Mitte aufhält. 2. Mos. 12, 49/ Allgemeine Zeitung be» Judenthum». Ro. 3. 1856. Leitende Artikel: Ein Blick in die Weltlage. — Einige Fragen au» dem Gebiete der Homiletik I. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten. Preußen: Aachen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Gayg. au» Galizien. Wien. Holland: Amsterdam. Die Schweiz: Genf. . Korrespondenz: Meine Reise über Galizien nach Deutschland. Von Jsaac Rosenmeyer. Oberlehrer in Homonaa. I. — 93” Za beziebea durch jede» Postamt nab jede Buchhand' lung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich */« Thaler. verantwortUcher Redartrnr: St. Nabe »trlafl e4B■ |irIHet i Sn^'.-jaWun* in tttirjig. — frei von »lrrantir Jüifte in vtivtig.

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