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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 64 (1857) · p. Seite 255

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
64 (1857)
Date
1857-01-01
Page
Seite 255 (sequence 3)
Language
German
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255 On Di cn |aui Ei in i nd lalle : fa >1 na h i hl. Du Wer war frober alS^ich üjfcci die rSsche uji5 Wendung meines Schicksals! > „2a/' sagte ich. ..ich will; und 2hr soll^ meine Aufwartung nicht zu beklagen haben." ' Ich blieb bei ihm. bis es Abend war. Da die Synagoge und sie strahlte von Lichtern.! war Freitag Abend und der Sabbath wurde Der alte Jtzig stand auf und wir gingen Synagoge und stellten unö vorn an die Thrch, Platz der Fremden und armen Leute, der wie sie im,Slang beißen. AIS der Gottesdienst war. wünschten viele von den wohlhabenden nebm auSsehendcn Gemeindemitgliedern dem einen ..guten SchabbeS." der alte )tzig dankte, unter den Arm und sagte: ..Jetzt wollen wir geben." Unterwegs sagte er: ..Gebt mir die Bü mal; zahlen darf ich heute Abend daS Geld ni ich möchte doch wohl wissen, ob was drinnen^ iß gab ihm die Büchse, die ich in der Hand trug, sie an's Ohr und schüttelte sie. „3a'‘ sagte tr. waS drin, und ich höre auch, da- Silber brin ist riv. mein Jung', jetzt wollen wir einen ve SchabbeS halten." Wir gingen quer durch und traten in das HauS. in die Stube, in dir sitzen. An jenem Abend sah sie anders auS. »IS auSsiehr. Durch die ganze Stube, der Länge n< ein Tisch gedeckt und mit weißem Leinen reinlich gen; der Boden war mit gelbem Sand bestr von der Decke berab hing eine Messinglampe m kleinen, aber bellen Lichtchen. ..Gut SchabbeS. Rcbbe Jtzig!" sagte Ide» Schimmen, der frisch gewaschen und mit eitlen Hemd tcm Eintretenden enrgegenhinkte. „GutS Gut Schabbes!" tönte rS von allen Seiten; gan/e Stubwar voll von ..Schnorrern." und trachteten und ehrten den alten Ztzig als ihr Ob ..Hier dab' ich mir einen.neuen Aufwärter ggno sagte er, indem er mich vorstellte, „er heißt Davit ausAschkeneS" .— Aschkenes ist Deutschland in der dieser Leute. Sie bewittkommnelen -mich Ale und schüttelten mir die Hand. „Setzt Euch, Rebbe 3tzig," sagte draus her Schimmen. „Willst du wob! gleich von Rkble seinem Lcbnstuhl herunter, du NichtSnutz?" fchrü Mädchen von ungefähr zwölf Jahren an, das Ledniiubl lag. Er schlug es und jagte eS herunter Mädcken ist inzwischen fünfzig älter, eS ist ein« a geworden. ... ES ist Mirjam, die da vorhin i auch von dem Lehnstuhl herunter gejagt hat.! Lehnstuhl . . . damals sah er auch noch beffeij er heute aussiehi. Der alte Jtzig setzte sich hin wir alle setzten uns an den Tisch zum Essen nzed aßen Fische mit braunerRostnensauce. wir aßen „D — Weißbrot mir Mohnflechten — wir aßen rümpel mit Kartoffeln — ach Alles so. wie i HauS am Freitag Abend so oft gegessen hatte; ward so wohl unter diesen „Schnorrern." wie langer, langer Zeit nicht gewesen war. is»«ietzung folgt.) zlückliche ch über Briefe aus un^ nach der Heimath. xu. I üllte sich enn es gebetet, in die auf den orrer." zu Ende vorn Jtzig e mich Haufe chfe einaber Ich St hielt „eS ist ..Da» ^nügten kestreet vir jetzt sie jetzt ch, war behan» > ul und t sieben lahme reinen habbeS! kenn die 'rille be. rhaupt. nmen", und ist spräche herzlich labme Ztzig er ein >uf dem DaS te Frau r Kino Za. der als i in und r. Wir rcheS." Hänfcge. eS zu sind mir nir seit Sie haben opu nwinem Kruder tzcrnominen, baß ich in Heidelberg von ihm Abschied nahm, um mich nach der Schwei; zu begeben. Auf .der raschen Fahrt von H. nach Friedrichshafen am Bodrnj!ee 'war mein.Gcmüth nur von einem Gefühle beherrscht Landschaften,, Berge und bedachte, wie nach dem Ansckauen diese- Schiller und durch den erb Ob auch mancherlei reizende T.häler. Wälder und. Flüsse, Städte undlDörfer an mis vvrüberflogen, ode^r vielmehr ich an ihnen, ob. mir mänckeS flüchtige Interesse ringe« stößt wurde, ob ich namentlich, als der steile Rücken deS Hohenstauffen auS den ib» umringenden Genossen mir entgegentrat, von einer tiefen deutschen Empfindung be« rührt wurde. da ich im leiste die mächtigen Gestalten jenes Kaisergeschlechts von diesem, jetzt selbst trümmerlosen Gipfel binab.steigen sah; säwich koch alles dies vor dem einen Gedanken meiner Seele zurück — du sollst jetzt die Schweiz sehen, du,- in-d^iner Jugend, in. deinem alle- Verdienstes noch baarcm »eben. sollst gewürdigt werden, einen der herrlichsten Therme der göttlichen Schöpfung mir deinen Augen zu schauen. |mit deinem Fuß zu burchwan« dein! Sie scherzen sicherlich nickt darüber, mein alter Freund, und meinen, ick ipäre doch kein rechter Student,' wenn ich Jbncn gesiebe, daß in dieses Hockgefübl deS DankeS sich auch eine leis: Wchmurh schlich, wenn ich viele bochbe;able Männer sich 'vergebens Landes sehnten, z. D. unser irmlichtn Mangel an Mitteln eS niemals erreichen fsnWfji. Wer bin ich, sagte ich mir, daß mir eine gütige Hand znwender, waS so großen Männern versagt war? J^keßick war auf ^m. Wege, und ließ eS mir gefallen Rock eine Eriimetung an meine Lieben, noch ein Ge »et für ein glückliches Gelingen und der Frohsinn der Jugend schüttelte AUeS von sich, und ich kam in FriedrichSh iftn an. ES war schon spät, und der schwarze Schleier der Rachk hatte A8*S in Dunkel gebüllr. Ick begab mich;it Rub mit der frühen Hoffnung auf bas, waS der M »rgen bringen wjrfce.- Und dieser Morgen kan . .Die Sonne^strahlte glänzend in die Fenster meine- Schlafzimmer-, und bald eilte ich binunter. Ich bestellte daS Frübstück in den Garten am Urer deS See'S und ckritt zux Tbür. Ich öffnete sie. Da quoll mir das gol »ene Licht de- Tageentgegen, und in diesem Lichte daS liebliche Gestade, der blaue See. die grünen' Betge am! anderen Ufer und darüber der Felsenrücken de- Eenti- Nnb die ewigen Schneegipfel der'Bündner Alpen im Silberstrahl de- Morgen-!... Ich stand wie angefesselt; Pie neue Herrlichkeit, die sich mir austhat, die Majestät^r Erscheinung, die mir,'in nie geahnter Fülle entgegeyttat, entzückte, erhob, .über« wältigre mich zu gleicher Zeit., und die Gefühle der Erhebung und Befriedigung wogten in meiner Seele auf und ab. Endlich schritt ich zum Ufer, endlich ließ ich mich nieder, um daeben so schöne wie großattige Bild immer von Neuem zu genießen, Mmer genauer zu betrachten, immer tiefer mir «inzu^fig?». Ich habe seitdem Vieles gesehen, noch Schönere-, noch Größere-, aber die Reuheü. überraschte-mich hier so seht, und durchhauchte mein Ge« mütb mit einer Andacht und Weihe, daß ick sie auf

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