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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 64 (1857) · p. Seite 256

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
64 (1857)
Date
1857-01-01
Page
Seite 256 (sequence 4)
Language
German
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J 256 meiner ganzen Reise in tiefer Stärke nickt wieder, empfand. Wenn mein Blick bald über die reizenden Gestade links und rechts binsäiweifle. wo Dörfer und Städte am Fuße der Berge gelagert waren, baldüber tie Wellen des See s, tie in der mannichsaltigsten Färbung bier smaragdgrün, dort bimmelblau, da silbern schäumend'erschienen. bald über die ansteigenden Berge unk Felsen jenseits: da kniete mein Geist * *auf dem Nasen des Users, aus den Wogen der See. aus den Eisfeldern der Riefen. Es war mir. als ob mir jetzt erst die Herrlichkeit der Gottcsscköpsung ausgcgangen. jetzt erst ick rufen könne: sic ist schön, majestätisch. vollkommen, und ick. ein Tbeil derselben, und alle jene traurigen Bilder von Qere und Elend waren - l'inrcr mir versunken, und daS Wort der Schrift prangte, in goldenen Lettern vor mir: „Und siebe, es wav' Alles sebr gül!" und war gerechtfertigt... Mil dem Blick naH den Sitberhörnern deS hoben Bergkamms bestieg ich den Dampfer und fuhr über den See.' der mit lichtgrünen Wellen den Bug deS Schiffes - umkräuselte. Aber bald, da wir uns der Milte des See's . näbertcn. versanken die Schneeberge nach und nach hinter den lacke.:Ven Vorbergen, deren grüne, walddurchzogeue Manen dem Auge so wobl kbaten und von den vielen Reizen sprachen, die sic in ihren Schluchten und Tbälern. auf ibreb Rücken und Gipfeln bargen, und mir freigebig darzubieten verdienen, wenn ick zu ihnen käme...- Aber al? ich nach der furchtbaren > Glutb des Mittags gegen Abend zu ihnen kam, und voll freudiges- Erwartung lang-- sam Höbe nach Höbe bestieg, da mbr plötzlich ein Föbn von Süden ber, sammelte rasch vunkle Wolken an der Minagsseite des Himmels, der Donner rollte, die Blitze zuckten, der Regen rauschte, wahrend die andere'Hälfte deS Himmels noch vo^ den brennenden Strahlen der Sonne leuchtete. Die ganze Gegend, wohin mein Sckritt gewandt, war ein weites, ausgemuldetcs Tbal, das von den Bergen nach dem Tee hinunterlief, war in Nebel gehüllt, durch den die Sonne nur bie und da ein scharfes Streiflicht warf, cs war ein Kamps zwischen Dämmerung und Lickt, daß Alles gespensterartig erschien und wie in einen gewaltigen.Zauber gehüllt vor.meinen Augen lag... Begnügen Sw sich, werrber Freund heute mit dieser Skizze, ich wollte Ihnen nur meinen Eintritt in dieses Wunderland zeichnen, bald ein Mehreres. Der Name Makkabäer. unweit Lidda in Judäa Mathias, der Sohn Simons, Sohn ChasmonS. Priester aus dem Hause Israels aus Jerusalem. Sr sagte zu seinen fünf Söhnen: ES ist besser, sür die Gesetz^ der Barer zu sterben, als in Schande und Schmach zu leben. Und diese HaSmonaerfamilie wurden Helden, welche die schönsten Triumphe feierten, welche sich mit blutigen Lorbeer» schmückten, sie vertrauten auf Gott, Vas Gottesvertrauen richtete ihren Much empor, unv Rettung kam, Rettung brachten sie, wo man Rertung nicht mehr envarrete. „Seid einig, meine Söhne, fppichr MarbiaS auf dem Tovtenbette, jeder verwende sein vorzügliches Talent zum Wöhle der Uebrigen. Euern Brüder Simon achtet wie Euern Vater, er hat einen vortrefflichen Verstand, folget immer seinem Rache, Euer Feldberr aber sei der tapfere Judas, er wird die Schmack seines Volkes rächen, und die Feinve vernichten,- Unv er batte sich nickt getäuscht der sterbende Vater, JudaS besiegle Apollonius, Lysias, Ptolemaus, Darmenis Sohn, GorgiaS. Nikanor. und stellte, den GotteSvienst wieder ber. „So groß," sagt JosephuS. „war die Freude über die Wiederherstellung deS alten Gottesdienstes, daß ein Gesetz den Nachkommen gegeben wurde, jährlich diese Be. gebenheir durch 8 Tage zu feiern." „Seit dieser Zeit," sagt er ferner, „biS auf den heutigen Tag begehen wir dieses Fest, welches daS Lichterfest, Fota, heißt, sehr feier« lich. Ick glaube, daß eS deswegen diese Benennung erhielt, weil unerwartet das Glück frei zu handeln, unS leuchtete." Bon der Benennung Chanuka erwähnt Fla» vius eben so wenig, als von dem im Talmud bei dieser Gelegeuheir erzählten Wunder. — Aber woher der Name Makkabäer? Woher der Name Judas Makkabäus. Einige nehmen den Namen *222 als Notaricon der auf dem Schilde Juvas angebrachten Devise p DTMO "pSD An. dere wollen ihn JudaS Martell nennen. Nach Jechiel Heilpern und David GanS ist dieser Name eine griechische Benennung für einen Gewaltigen im Kampfe p.«X7) stcoeco;. Uns aber schwebt ein einfaches natur- und fach, gemäßes Notaricon vor. Gewiß hat sich Juda, gewiß haben sich seine Brüder, seinem edlen Beispiele folgend, durch die Erinnerung an die Ermahnungen ihres sterbenden LaterS, durch die Erinnerung an die Begeisterung deS edlen und opferfreudigen Mathias, im Kampfe gestärkt unv begeistert; gewiß hat ihnen der ehrwürdige Name irmrra pT* *p pb wie in Flammenfchrift in den Kriegen und Zügen Vvrgesckwebt. daher ver Name *222 ein Notaricon von v*rr p pr *rmrr. DaS Chanukafest naht heran, das Fest, welches uns zeigt, wa- Seelengröße ist — sie muß in der Stunde ver Rolb und Gefahr sich in ibrer Glorie zeigen, sich bewähren und bethätigen; uns zeigt, was Judenthum ist — eS muß uns erheben über die'gefährlichsten Stürme des LebenS; uns zeigt, waS reiner und wahrer Glaube an Gott ist — unter den Trümmern der Welt muß er für diesen Glauben kämpfen. Um daS I. d. SED. 3816 sollte daS Judenthum durch den Syrerkönig AntiochuS Epiphanes vernichtet werden. Aber zur selben Zeit wohnte zu Modin Allgemeine Zeitun g de« Judeulhum«. Ro. 80.' 1857. Leitende Artikel: Die Handels» und Geldkrise. H. — Die Verwerfung der bürgerlichen Gleichstellung in Mecklenburg. — Au« Amerika. — Die Erledigung der Schweiz-Amerikanischen Angelegenheit. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten. Deutschland: AaS de» FSrstentbnm Birkenfeld. Dessau. Preußen: Breslau. Oesterrelchischer Kaiserftaat: Wien. Wien. — Italien: Aus Oberitalieu. Jtä Zn beziehen dnrch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thalrr. vierteljährlich */« Thaler. verantwortlicher Skedattenr: JL Räbe. *rrU| >ea e«s« tirtB.c « Ss^boBtlnng in — -try* srn ■;» jaB ti i » 11tc 1» Vrltit«. / /

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