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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 62 (1857) · p. Seite 247

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
62 (1857)
Date
1857-01-01
Page
Seite 247 (sequence 3)
Language
German
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247 bringen, was. wie cs scheint. Du jetzt so f beschlmscn. — Dornenvoll wirb der Weg zu T>Jm Helle sein, schmerzensreich die Jahre bis dahin; a/wenn Äu genug gclttten. genug gebüßt, wir§ Dir ar/bicsen Dornen die himmlische Rost der Versöhnung e/uhen. Di^ soll sie dann vom Himmel angekündigt wa"n." — I So geschah cö auch. Den/ag daraus wu^te Niemand. wo der Großinquisitor h^ekommen. Man stellte Nachfuchungen an. ganz Madr/ war in Dewegustg, aber alle Mübe, ihn wieder aufzuvohen, war vergebeis. In Polen angelangt, scsted er von Baalschrm. und scheidend sagte er: „o, fg^e mir dock, heiliges Mann, .wann wird dieser glückliche Zeitpunkt kommen, von dem ^z^M^Mprochen. gkeb mir/ein Zeichen, an dem ich erkenmeine Leiden ein Ende baben.-! Wann ^^^^^^^Eerlauf vieler Jahre der ganre Hergangjd » heut vor Dir erzählt wird. -* dann ^Ziel und Maß erreicht, nrcn "pw Laufe der Erzählung faß der Rabbtn barer Bewegung. Seine Spannung und Rüh^ nen mit jeder Minute zuzunehmen. AlS aber die lehren Worte gesprochen, stürzte er ihn um und. rief entzückt: „Bote GotteS, FriedenSengel. mel entfaiidt. habe Dank! O. ich bin der De dieser Eiende, der so tief gesunken war, dem a in sessier Barmherzigkeit auS dem Abgrunde wunderbar mf ttet. Ihr wisset, sprach er zu den ihn Um-e toten, «)br wisset, daß ich in Eurer Mitte nun 18 Jahre lebte. V2»ttn Lebenslauf in diesem Zeiträume liegt yor Euch Wen. Alle meine Thaten. meine Worte, mein Phun und (sseu, Alles habt Jbr gesehen. — Was aber ist meinem .snern vorging, davon gebe ick nur meinen^ ewigen ter Rechnung. — Dieser Richter wird gnätig sein meine Rabbi Baal.Echem low. habe Dank! Sei «sich fürder ^^tö'ürsprcchcr 'für mich, auf daß ich einst^ klon in seiner^*"" schauen möge." -— ' ß es unserem Schmul von nun an bi l m sein Lebcnse * wohl ging, habe ich nicht erst nöthig zu erzählen i j — » mich anbelangt. so fand ich mich für düe kleine »ü. die ich meinem Gewährsmazine erzogt, durch der Chassldim Kictiosismhigkeit charakterjHfsKe Erzählung reichlich belohnt, bald^as Ziel meiner Reise. Gott dankend, rüben Ahnungen eitel gewesen. ■jutti l/icu^iuuiy. - JC'itfri uuu/iu ivuv yipuu — Er ist's schon jetzt, er kündigt mir .^'.ung an. Habe Dank, o Ewiger! Auch T^u, - 0 Baal Schtm low. babe Dank! Sei auch diese die so auffall« und erreic daß alle mi Brief» aus und nach der Heimath. VI. Sie wollet^ gern noch eimge allgemeine Resultate, die ich auf weilten vielen ötreiz- und Ouerzü;e» vergangenen Mänaten gesammelt, erfahren. Ich ich für sie auch nicht eine sprnch nebme. ,1 l,tn renn auch auS voller Uev i, o . > Ihnen gern, we gültigkeit in A So kann i in den gebe sie emein- Deine die Ansicht ^uSsprechen, daß'un''cre Glaubensgenossen im letzten Jahrzehnt ap Bildung und'Gesiltung wieder außerordentliche, ühMll bemervlichc Fortschritte gemacht. Sie missen, ich verffbbe diese lijLorte nicht so leicht und oberflächlich hin; ich verstehe unter Bildung und Gesittung vor allem Gesinnungstüchtigkeit. Würde. Ta«. Ohne diese drei ist mir der rohv, ungehobelte- Mensch eine viel erfreulichere Erscheinung, ^ls der mir unverdauten K^nntniffen und fein sein sollenden Manieren versehene ^Zubringling. Der gesinnungStüchrige Jute willvseiue Religion ' nicht verleugnen, wird Fe! überall, wo sie offen angegriffen wird, offen vertheidigen. Iwill aber in seiner Erscheinung nicht' vorwiegend die Elemente zum Vorschein kommen lassen, welche für den Jüden. und nicht immer von der edelsten Seite, als chara^rdristisch angcsshen werden. Die Würde verlangt ein Benehmen^ daS eben so weil vom Zurückstoßen wie vom Elchaufträngcn entfernt ist; eben 'o.wei.t von rer reizbares Einpsindlichkeit. die unS noch beherrscht und über das Maß hinausgreifen läßt, von h/k" Gleichgültig! eit gegen offenbare Beleidigung, »er feine Ta^.regelt Wrrt und Gcberke, um jeder Per-' sbnlichkeit .gegenüber i,nd in jeder Situation daS richtige Verbältniß zu finden. Äch habe nun auf meinen Reisen, im Post- und Dampswaaen und zu Schiff,- in großen und kleinen Hotels viele Juden getroffen, denn unsere Glau.- benSgenoffen reisen verhsiltttißmäßigAiel — und kann sagen, daß ich es besieh und immer bcssu^Mid. Mir geringen Ausnahmen traf ich mit Person^WMD»^BekenntnisseS zusammen, die in den drek' ebe^^^Wtbnen Eigenschaften einen rühuvichen Grad will eS offen bekennen, iw fand dies bei tenMaueo viel weniger wie bei den Männern. Mag eS daher kommen, daß die Männer vielmehr in der.Welt leben, vielmehr mit Anderen in Berührung kommbn; aber die Damen unsere- Bekenntnisses, zeichnen sich noch zu sehr durch auffallende Putzsucht und namentlich in der Sprache ab. Meist mit einem etwas-grellen Organ versehen, lieben . sie es, lauter zu sprechen, als passend ist. und zieben dadurch die Aufmerksamkeit mehr auf sich. alS sie sollten. Mögen oie Damen, die ^dieS etwa lesen, mir.uichk zürnen; ich will auch Jede/die eS liest, als Ausnahme gelten lassen. Ich hatte diese, erst ulicke Beobachtung bereitseit Jahren an meinem Schxeibepülte gemacht. Wenn ich der schrecklichen Arbeit geder ke. die mir im ersten Jahrzehnt d. a. Z. deS Judenrhum, die Corrcspondenz der Redattion verursachte, so verwunde'e ich mich über meine Ausdauer; ehe-ick mich durch zwanzig Briefe^durchgeschlage^. so konnte ich vielleicht von kaum dreien Gebrauch machen — die anderen wandenen wegfn Nichtigkeit deS Inhalts und Ungeheuerlichkeit der Fom.in den Papierkorb. Jetzt ist atß erzeugung e» umgekehrt der Fall; von zwaNz bei Seite; die Juden hciben jetzt steller, sondern die jüdischt Ma lernt. Ich rechne'mir hal hierzu meinen Tbeil beigetra reicht mir oft zur -^euve und ferntesten Gegenden und den den Händen jüdischer GerherbSmanner ich kaum drei, viele Schriftschreiben geeldienst an. Aber eS geauö den ent- Ortschaften auS. ststylisirte Zuschriften. im klarsten, rundesten^ lebendigsten Deutsch zu empfangen. DieS Allenun auf meinen vielfachen Reifen auch im

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