Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 59 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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unk um gewirbelt. und die kleineren Fahrzeuge stromaufwärts geschleudert. um bald wieder zurückzustürzen und unter den rbmmboben Wellen zu verschwinden. Wie an den Play gefesselt, wo sie standen, durch die Schreckensscene selbst geoannr. betrachteten Alvar und seine Gattin tiefes furcktbaie Schauspiel. Ihr Blick rühre auf dem neuen Marmorttrande, wo rausende und abertausende von Flüchtenden zulanimcngedrängt standen, starr, wie in unbewußter Adnung dessen, was ihnen widerfahren sollte. Wieder braßh nie Flurb herein, vorwärts, vorwärts. über 1 die massenhafte« Trümmer, brausend, lobend, schwellend, ' wie ein lebendes Wesen; und indemselben Augenblicke versank dex Sttand mir seiner großen lebenden Bürde in einen Abgrund schäumender Gewässer, in welche» unzählige Boore gleichzeitig fortgerissen wurden, keine Spur zurücklasscnv — selbst als die zornigen Wasser,, schnell wie sie es verlasen batten, in ihr'Bett zurückkehrten — an der inan baue seben können, was vorher da gewesen war. ..Es war d starr uns an di weilen ru lassen Weile Murd. m wie er bis jetzt Sieh, ein ande r Arm Gottes, der uus hierher führte, seni dem Untergänge geweihten Strande Almab, geliebreste. nur noch eine kurze b er wird uns erhalten und uns retten, geiban har. Barmherzige Vorsehung! -es zorniges Element drobr alles' Leben und Eigcnrbum du verschlingen, das noch erbalten w.urte. GriTßcr Gott, da« ist sürchterllch!" Und fürchterlich war es. Auf drei verschiedenen Sciren der zerstörter Stadt loderten plötzlich gewaltige Feuer empor, zi'chend, 'rasselnd, sich erbebend wi, belle-Säulen flüssiger Flamme»^ . hinauf in die rabenschwarze Finsterniß. ibr zebnial igen Schrecken -verleibend — u* nach allen Seiten anSbreirend — alles Ho!z ergreifend. taS stehen geblieben var. mit ihren- Schlangenwintunaen um die Rlzinen zünattnd.. seltsame und furchtbar schöne ^Gestalten in glühender Färbung bildend. daS Auge mit Bcwunderllnq vcrza V'.ul in den Ade m erstarren machend.. ErneurcS Geschrei und Grjaminer d des FeuerS b'egle Essraßcy unk Pl GutroEen Sckci s/lbst »tut den sei bernk. aber das Fleisch erbeben und. daS nrc die Entstehung und die Fortschritte, tct; aber abgestumpft und betäubt traten die tvehigen Uebttlebeuken keine Anstalt.' ibm Einhalt zr: tl'un:»nach - llen Seiten breitere cs sich auS. ganze «>,?c erfüllend, und feinen so weit bin verbreitend, daß man ncn Höben dabei bärrc lesen können, und grauienrrreg nd war die Secne, die dieses furchtbare' Licht aenrt-ültte. Jetzt erst könne Alvar die volle Größe der Zerstörung überschau,tt. welche bereingebrochen war. Diese herrliche Statt, welche w nige Stunden zuvor lm prachtvollsten Sonnenlicht gestrcbtl hatte — mächtig durch ihre Paläste und Tbürme — durch ihre Kirchen, Klöster. Theater. Lllagazme und WAhnungen — reich durch ihre zahllosen (bewerbe und Pr reiche — lag jetzt verwüstet und. zer« lrümmert ka wie ein grausiges Gespenst langverfiossener Iabrbundenr, wätrend die zerstreuten Gruppen, die noch ällgA^ch hin und her wankten, oder in knienden. oder stehenden Massen lck zusammengedrängl batten — einige von rorhem Feuirsckein übergosscn. andere dunkel und gc't.ttklos. außer r>cnn eine neue Flamme autloderte und erkennen ließ, was jLt waren — von der schrecklichen Gegenwart zeugten. i Immer noch wär die krampfhafte Erschütterung der Natur nicht vorüber;; die Erde bebte und hob sich noch immer, die zischenderi Flammen oft heftiger anfachend unk zerstörend weiter führend, bis die zusammenzestürzten Feuermassen zuletzt jein weites Flammenmeer bildeten. Der Ocean selbst hob und senkte sich noch, und hob sich wieder; Schiffe wurden von ihren Kabeln gerissen, Anker aus dem Grunde aufgewühlt und in die Luft geschleudert — wahrend die tobenden Wasser, der rollende Donner, die prasselnden Flanimen eine Bereinigung von Tönen bildeten, die, auck ohne die Begleitung menschlicher Angst und Todesqual, für sich allein »rehr als genügend waren. daS Blut im innersten Herzen zu erstarren, und jedes Gefühl und jede Empfindung zu verbannen. auSgenonimcn die der betäubenden Furcht. Aber menschliche: Liebe und mehr als menschlicher Glaube bewahrten bor der Erstarrung des Entsetzens. Die Ueberzeugung. dap der Gott seiner Väter ibm gegenwärtig wäre und ihn und Alnrab biS zu Ente erretten würde, verließ ihn jnicmals einen Augenblick, sondern trieb ihn an zu Krafwnstrcngungen, welche, hätte er diesen kräftigenden Glauben! nicht besessen, er selbst für unmöglich gehalten haben poürde. Und sein Glaube bewährte sich. Der Gott -CcS1 unendlichen Erbarmens, der seine Reckte ausgcstreckt batte, sie zu retten, der die Ohnmacht menschlichen ZorncS ünd menschlicher Grausamkeit gezeigt hatte, war ferner nsir ihnen und führte sie, trotz der Schrecken, die sie uoch umlagerten, trotz der vielfältigen Beschwerden und Entbehrungen auf ihrer schnellen Flucht, zu Leben und Freuds und ließ sie auftreren als Zeugen und Verkünder seiner utiwrrnd,Ibaren Liebe, seiner nie ermüdenden Vorsehung. -Mit dem großen Erdbeben zu Lissabon, dessen Anfang die vorstebendcn Blätter schwach zu schildern versucht haben, und mir seines verdeckenden Wirkungen auf eine weite Länkcrstrecke bat sich unsere Erzählung nickt ferner zu beschäftigen. Der dritte Tag brachte unsere armen Flüchtlinge nack Badajoz, wo AlvarS Vermögen geborgen war. . Sie verweilten daselbst nur so lange, bis sie die beglückende. Nachricht erbielten, daß Hassan ben Ahmed mit ihrem Kinde wohlerbalten in England angekommen war. daß seine treue Fürsorge, in» Verein mit der ibres Agenten in Spanien, den größten Thcil ihres Vermögens bereits ebendahin geschasst hatte, bis sie Ben AbmcdS Adresse erhielten, und ihm Nachricht von ihrer wunderbaren Rettung gegeben halten; dann setzten sie ihre Reise weiter fort. Eine nickt gar lange Zeit brachte sie glücklich an s Ziel derselben, uriks eyvlich drückten die doppelt Geretteten ibren rheuern Knaben an ihr fehnsuchlsvollxs Herz, und fühlten, daß die überstandcnen Gefahren ihre Liebe zu einander und zu ihrem Kinde, wenn es möglich war, noch stärker, inniger, beseligender geinacht batten. Aber nicht die menschliche Liebe allein. Der Schleier der Heimlichkeit war gefallen, sie waren in einem Lande, dessen milde und freisinnige Regierung den Verbannten und Wanderern eine friedliche und ruhige Heimach gewährte, wo sie den Gort Israels verehren jfonntcn nack dem Gesetze, das er selbst gegeben; und in> Herzen wie das eines Alvar und