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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 57 (1857) · p. Seite 226

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
57 (1857)
Date
1857-01-01
Page
Seite 226 (sequence 2)
Language
German
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226 tu pi-u Äfitcki» der Znguifirion geblieben, baben sieben, »kbit oder zw >lr Zabre lang jede Art von Folter ertragen, unl> sind tan: entlassen worden, weil der Beweis nicbt qcfübrt reutut konnte, tjf sie dem verhaßten Zudentbum Und dann stoben sie auS' den (legenden solcher Barbarei in Lander der Duldung und Freideit, und bekanntesda öffentlich unk freudig den beseligenden den sie im SriUen so viel geduldet bauen. (Glauben, tut Alvar Rpkriguez war einer nichts ru bekennen. dulden, aber an. aber re > der Won noch Seufzer wurde ihm erpreßt. Mit dem Geangenen beschäftigt. denn es war die Pflicht seines Amte zuschreiben, achtete Pack er sich rtur Bläffe konnch zeigen, aber k wurde rftr zurückgesckick sein Tbun Haffan nach Hüter es entrichten. von diesenbereit zu Man wandte die Folter die nnzusammenbängenden Worte niedcrie feinen Lippen etwa entfahren möchten, beeo weder den jungen Mauren, noch erinnerte seiner Anwesenheit. .kleine ungewöhnlich^ sich auf der gebräunten Wange Veffelben es übcrkäm ihn ein Gefühl, als ob fein qaüzer Körrer zu Stein erstarret wäre; ein tödtlicher chivinkel ü «Linel ihn, und nur das furchtbare Bewußtsein alles de sen. was ibm noch zu thun oblag, verhinderte rbn, btwußrloS zu Boten zu sinken. . Der furcplhare Kampf war endlich entschieden. Alvar n Augenblick entlassen und in seinen Flerker Die Freibeit benutzend, die er genoß, da nd Lassen so wenig beobachtet wurde, eilte dem Gefängnisse, bevor Alvar oder seine bin schneller Blick zeigte ibm, daß es die 'Aussicht auf einen entlegenen Theil des HoseS baue, der ttS. Garten angelegt war. Tie Höbe der Mauer schier etwa vierzig Fuß zu betragen, und auf keiner Seite n rren Fenster, von denen aus man beobachtet werden koya u DgZ war glücklich, um so mebr, da Hassan schon zuvor mit V^^rlren Gärtner Bekanntschaft gemacht' unk unter em WMvande, ein großer Gartensreuild zu sein, dicht u itft dem Kcrkerfenster gearbeitet hatte, nicht abnenk. wie nab^ er dem war, den er suchte. Eine re, blbctannre hebräische Melodie, mit ihren klagenden betr lischcn Worten, zitternd und leise unter fernem Fenster gestrigen, weckte Alvar zuerst zu dem Bewußtsein, daß ein gru ibm nabe war. Sr fuhr empor/ fast.in aberglaubisst em Schrecken, denn die Stimme schien ein Echo kerjen gen, welche fortwährend in seinem Herzen ertönte. Die e geliebte Stimme konnte es nickt sein, ja er getraute sich nickt, cs zu wünschen; aber die. Worte waren bebr lisch. und jetzt zuerst erinnerte er sich einer Gestalt in nanrjschcr Kleidung. die. bei seiner Rückkehr in sein Gtsängniß. nach feiner Vernehmung. an ihm vorbeigeeilt w . Hassan rönne kein plötzlichen .orgekommetzt der Maure füvlte sich pockte toi r. - ■ \ der treue Hassan! Alvar war überzeugt. eS anderer sein, obgleich in dsm Augenblicke der Erregung die Stimme ihm aleine andere war. Er schaute aus dem Fenster hinab; war über die Blumen gebeugt, aber Alvar n feiner Permutbung bestärkt, und sein Herz plötzlicher Hoffnung auf Befreiung. Er machte ein Geraus b, um Aufmerksamkeit zu erregen, und eine Bewegung der Gestalt unten überzeugte ibn, daß er gebört wordr». Ein € aber er t« chrin war gelhan; der nächste war gefahrvoller, urve auSgerübrt. Zn einem Blumensträuße. heraufgezoge» an einem dünnen Faden, den Alvar zufällig besaß, hatte Ben Abmed eine Fette verborgen, und als er sie Hinaufsteigei» sah und die im Winde flatternden Blumenblätter erblickte, zum Zeichen, daß sie ihr Werk vollbracht hätten — denn Alvar wagte nicht, sie bei sich zu bebalren — fühlte Hassan wieder jene Körperschwäche, die ibn früher im Foltersaale befallen batte, so daß es ibm eine fast.krampibafre Anstrengung kostete, seiner Sinne mächtig zu bleiben: aber die allerbarmende Vorsehung wachte über °ihm und Alvar, und machte ein schwaches hülfloseS Wesen zum Werkzeuge ihrer errettenden Liebe. Der Raum gestattet uns nicht, bei den verschiedenen sinnreichen Mitteln zu verweilen, die Hassan Ben Ahmed anwandte, um seine Plane zu beordern und zur Reife ^zu bringen. Es genüge die Bemerkung, daß ihm Alles zu gelingen schien. Am Ende der Gartenmauer war eine verborgene Thür, die in einen unterirdischen Gang führte, der sich nach den Ufern deS Tajo zurückzog. Dieser Umstand. sowie die künstliche Vorrichtung, um die Thür zu öffnen, entdeckte der alte Gärtner in einem Augenblicke unüberlegter' Plaukerbasriqkeit dem Ben Abmed, nickt ahnend, wie überglücklich die unerwartete Kunde diesen machte. Ein Alcalde und etwa zwanzig Mann Wache machten bisweilen die Runde durch den Garten vor AlvarS Fenster. aber dieses geschah nickt oft, da solche Vorsicht unnörhig schien. Es war «in Abend ungewohnter Festlichkeit unter den Soldaten und Dienern des heiligen LfsicinmS gewesen, und schwerer Schlummer war zuletzt dem allgemeinen Rausche gefolgt. Hassan harre mir dem Gärtner gespeist, unv indem n ibn wacker mit Wein zusetzte, bald die gewünschte Wirkung hervorgebrackr. Vier Monate war der Maure jetzt in dem fürchterlichen Kerker, und der Augenblick war endlich gekommen, wo er nicht länger zu zögern brauchte. Um Mitternacht war Alles in tiefes Schweigen gehüllt, nickt ein Blatt bewegte sich, und die Nacht war so außergewöhnlich still, daß man den schwächsten Laut gehört haben würde. Hassan schlick sich leise an den Wachen vorbei. Ans vielen Posten schliefen die Wächter, andre waren'.ganz verlassen. Er stand unter dem Fenster. Einen Augenblick faltete er feine Hände und beugte sein Haupt in einem beißen, inbrünstigen, obgleich stillen Gebet, dann grub er aus einem Blumenbeete zu seinen Füßen eilig eine Strickleiter hervor, die dort einige Tage verborgen gelegen baue, und warf ein sicher gezielte- Sternchen gegen das Gitter von Alvars Fenster. Der Klang, obgleich kaum laut genug, um einen Vog^Du erschrecken, hallte in dem zitternden Herzen des Gefangenen wieder, als ob tausend Geschütze abgefeucrt worden wären. Ein Augenblick ängstlichen Harrens, und Alvar Rodriguez stand am Fenster, die herausgcnommene Gitter« stanze in der Hand. Er ließ den Faden hinab, an den HaffanS jetzt zitternde Hände die Leiter befestigten, und zog sie hinauf. Sein Herabsteigen mochte höchstenzwei Minuten dauern, aber welche Ewigkeit banger ll^sorgniß schienen sic für den, der unten seiner darrte 1 Al^ar war an seiner Seite, hatte seine Hände gefaßt, haste ihn im Tone deS tiefsten Gefühls „Haffan! Bruder!" gestaunt, aber er sprach kein Wort. Er suchte zu fliehen, naH dem ersebnten Haien zu eilen, aber feine Füße schienen 'plötz- \

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