Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 57 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt. Zur Keiehrung und rinlerhaitung auf jüdischem HeKiele. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. sRo. 37. 1837.1 Bon dieser S»itsck>rise erscheint «Sdentli» elat^Numwer. Brei» ,nnfl» 1 Alt. vlersrisitri-?'/, M«r. U> Bv<ddavltv««en. uv» geirvvi»er»rditlouev nehmen B»ü«IIovL.ev an. «.'«Ä» «Aahrg. 4. Qua^I. S Hälfte Ro. o3-65.1 Die Rettung. 1755. (Nach einer Tbatsachr.)! AuS dem Englischen der MißsGrace ^Aguilar. tSoriietzuiiq.) Mehr enthüllte 'sie nicht; abermals die Wiener der Inquifltion^gegen Abend kamen, fanden sie Nickis als die verlassenen Mauern. Das reiche M^bilar sind die prächtigen Lsmälbe, welche allein zurückgebliebene waren, wurden natürlich von dem heiligen Offirium binweggenommen. VaS auch Alvar- Vermögen einzog^. Wäre! seine Verhaftung drei Monate länger aufgeschoben worden, so wäre Allesortgewesen — verschlungen von derselben habgierigen Macht, bei der.großer Reichthum limmer ein Beweis von großer Schuld war — aber jetzt blieb der? größte Theil, der in Spanien angelegt war. unberührt, cjn höchst glücklicher Umstand, da Almab'S PlänS;u ibrcf Ausführung deS GoldeS bedurften. . j “ ’ Der Raum gestattet uns nicht, bei den jEmpsinbungen der Mutter, zu verweilen, als sie ich von übrem Knaben »rennte, den sie vielleicht zum letzten Äale fab. Sie weinte weder, noch seufzte sic. Gin andres, mächtigeres Gefühl bewegte diesen zarten Busen — die Opferfreudig« feit deS WeibcS — und diesem mochte sie! jetzt lauschen. Groß war deS alten Gonzalos Erstaunen nnb Schrecken, als Almab, nur von Hassan Best Abmcd begleitet, und beide in maurischer Kleidung, in seine Wohnung trat und um Schutz und Hülfe flehte. Die Verhüttung Alvars hatte natürlich jeden heimlichen Zilden in hie größte Bestürzung versetzt, obgleich man Hch nichts! merken lassen du»üe. Gonzalos' einzige Hoffnung und alleiniger Trost nMck daß Almah und ihr Kind entkommen wären; als er sie daher so recht mitten in der Gefahr s^h, ihre rubig dargelegten Pläne hörte, kam ihm diese- Alleso sehr wie Wahnsinn vor. daß er sich alle erdenkliche Mühe gab. sie von ihrem Vorhaben abzuschrecken. Aber jewollte ihpi nicht gelingen, und mir den schmerzlichsten kAhnungen gab der alte Mann endNch dem stärkeren aufopferung-fähigen Geiste nach, mit dem er umsonst gerungen hatte. Sosald seine Gebieterin unt!er Gonzalos' Dache in Sicherheit mar, begab sich Ben Wmed auf ihr dringendes Bitten, unter dem Schutze verflacht. zurück zu ihrem Kind« um eS mit seiner Amme nach England zu bringen, dem gesegneten Lande, wo man den Schleier de- Geheim» niffefallen lassen durfte.! t ^twa eine Woche nach der Verhaftung AlvarS suchte und fand ein junger iMaure Zutritt bei Jüan Pacheco, . dem Geheimschreiber dhr ÄHquifftion. als Angeber gegen Alvar Rodriguez. Er sagte aus. daß er Dienste bei ihm genommen hätte al- HandlungSgehülfe öder Secretär. unter der Bedingung, daß er ihn taufen und in der heiligen katholischen Relttzion unterrichten sollte, daß Alvar diesenoch nicht gethM hätte, daß viele Dinge in seinem Haushalt eine Lockerheit »n de» Grundsätzen der Ortbo« dorie bekundeten, welche daheilige Officium wohl thun würde zu bemerken. iGleichzeitig bot. er demüthig eine Börse mit siebenzig Goldstücken an. »m Messen für sein Seelenbeil lesen zu lgssen. Dieseletzte Arguvzent hatte mehr Gewicht alalles Andere. Der junge Maure, der sich kühn Hassan Pen- Hhmed nannte (was eine starke Bestätigung feiner früher» AaHfagsn war. da iw LevraS Denunciation AlvarS und JHiu£ Haushaltet<x maurische €fCT^MttntntIid) auf. Weksthrt war), fand aufmerksame- G^^L^Mb»»urd« zutetzt^M'HLrstzfchreibe« Qffirinms in Pacheco'S eigene- ^HauS äufgenomm^^^" Trotz feiner äußersten Jugend und Zartheit der Gestall, des GesichrS ufid der Stimme. gewa»n Hassans Thätigkeit und Eifer, jedem Mitglied« decheiligen Officium-. Hohen wie Niedern, gefällig;» sein, allmählig die- Gunst und Gewogenheit aller. Seine Erfindungsgabe, Andern zu dienen, war unermüdlich, und so hatte er in wenigen Wochen mehr Gelegenheit, die- Gefangenen zu sehen, als andre von seinem Range in Jahren gehabt batten. Aber der Gefangene, den er.am meisten zu sehen nicht aufgefunden. unh erst als h ordert wurde, in dem großen Inquisition-- und Folteffaale. erblickte Hassan, Pen Ahmed seinen früher« Herrn zum ersten Male wieder. Er harte Pacheco in seiner Eigenschsst .,«11 UtUspjkecretär begleitet, aber sich so tief in de» SLattze» gesetzt', »aß. obgleich er jede Bewegung in Alvars Gestalt und Zügen erkenne« konnte, er selbst unsichtbar war. Da- Derbdr, wenn ein so gesetzloses Verfahren Verhör genannt werden kann, nahm seinen Fortgang, aber Alvar Rodriguez bestand e-, ohne sich die geringste Blöße zu geben. Wunderbar und überurenschltch muß ble Macht gewesen sein, welche in einer solchen Umgebung und zu solch' einer Stunde verhütete, daß die unglücklichen Opfer den wahren Glauben, dem sie angehörten. vernetben. Gestanden sie, so war da-Urtbeil unwiderruflich der Tod, und immer und immer wirprr sind die Söhne Zfraelverlangte, war noch vor seine Richter ge