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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 48 (1857) · p. Seite 191

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
48 (1857)
Date
1857-01-01
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
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191 Barnum's Regeln, sich Erfolij im Leben 'zu sichern.*) 1) Wähle ein solcheS Geschäft, »welches deiner natürlichen Neigung und Deinl m Temperament e z u s a g t. Manche Menschen sind geborene.Mechaniker. Andere haben entschiedene Abneigung für Alle?, was mit Maschinerie zusammenbangt, und so in anderen Stücken. Der hat eine Vorliebe für einen Beruf, und Jener für einen anderen. Ich konnte nie als .kaufmanK voran kommen. Ich habe eS mehrere Male versucht und immer ohne Erfolg. Ich konnte nie mit einer» festen Salair zufrieden sein, denn mein Naturell ist rein speculativ; Andere sind grade das Gegentheil. Da )er sollte Jever darauf bedacht sein, das zu ergreifen, mal ihm am besten zusagt. 2) Da8 einmal gegeb ene Wort sei Dir immer heilig. Versprich nie etwa-, o me eS xaii der strengsten Pünktlichkeit zu erfüllen. Nichts empfehlt, einen Geschäftsmann mehr, als der Ru', daß er stets pünktlich vollziehe, wozu er sich anheisch g machte. Ein strenges Festhalten an dieser Regel sicher einem Manne die Verfügung über alle disponiblen Mittel im Kreise seiner Bekannten und macht ihm eine Anzahl -Freunde, auf die e,r sich bei allen Vorkommnissen «erlassen kann. 3) Was Du tbust, thue eS mit Deiner ganzen Willenskraft. Arbeite früh und spät daran, in der Zeit und außer der Zeit, laß keinen Stein auf dem anderen und verschiebe nie auch nur ein, Stunde, waS jetzt geschehen kann/ DaS alte Sprüchnort hat seinen guten Sinn, daß alles, was des Vollbri igenS werlh ist. recht vollbracht zu werden verdient. Mancher erwirbt ein Vermögen, weil er seine Geschäfte durchgreifend erledigt, wahrend sein Nachbar arm bleilt, weil er die seinigen nur halb thut. Ebrgetz. Energie, Fleiß und Beharrlichkeit sind unentbehrliche Erfordernisse für guten Erfolg im Geschäfte. „ 4) Mäßigkeit und Nüchternheit. Mache nie Gebrauch von irgend einem berauschenden! Getränke. Da Niemand in einem Geschäfte vorsmkommen kann/- wenn er seinen Kopf nickt beisammen hat, seinen Plan zu machen, und seinen Verstand, ihn in dessen Ausführung zu leiten, so mag seine Einsicht noch so groß sein, wenn sein Verstand verwirrt und durch berauschende Getränke getrübt ist. eS wird ihm nie gelingen, Geschäfte mit Erfolg durchzuführen. Wie oft ist die guteiGelegcnbeit für immer entschlüpft, wäbrcnd ein Mann mrt feinen Freunden ein Gläschen in Gesellschaft trank. Wie vidi unsinnige Handel sind unter dem Einstnsse einer „Herzstärkung" abgeschlossen worden! Wie viele vortbeil^aftc Aussichten sind auf morgen verschoben worden und yraren dann zerstoben, weil der Wein den Geist elngelullt batte und die Energie erschlafft war. die für den Erfolg so nrsthig. Der Genuß geistiger' Getränke ist ebenso eine Ablödtung, •) Es wurde jüngst in diesem Blatte von dem Verfasser der »Briefe nach der Heimatb" des Nvedamerikaners Barnum eriväbnt. Hierauf wird uns von einer änderen Hand ans der Eelbstbio« gravhie dieses Mannes obiger Artikel zugesandt k*“i-t:“ teressant ist und nützliche Winke giebt. der immerhin inwie das Opiumrauchen bei den- Ehinefen. und beide wir« ken gleich zerstörend. 5) Perlicre die Hoffnung nicht, abe'r gieb Dick keinen Täuschungen bin! Viele hleibe« imn>er arm, weil sie sich zu sehr.leeren Hoffnungen hingeben. Jedes Projekt scheint ihnen sicher und so schwanken sie von einem Unternehmen zum andern, immer im Sckweiß. immer im Gedränge! Die Idee, die Küchlein zu zählen, ehe sic auszebrütet sind, ist sehr alt. scheint aber noch nicht veraltet. 6i Zersplittere Deine Kräfte nicht! Laß Dich nur in eine Art Geschäfte ein und bleibe dabei, bis es glückt oder bis Du es ganz ausgibst. .Ein fortwährendes Klopfen auf denselben Nagel treibt ihn dock arr Ende Wenn eines Mannes ganzs Aufmerksamkeit sich ein. auf ein Geschäft wendet, so wird ihm sein Geist immer auf's Neue gute Mittel eingebcn, die aber auSbleiben, wenn er zur nämlichen Zeit zehnerlei Gegenstand, n nachjagt. . - - 7) Suche zuverlässige Leute anzustellen! Engagire nie einen Man» von schlechten Sitten wenn Du einen guten bekommen kannst. Ich war genöhnlick äußerst glücklich in der Wahl geeigneter Diener und Agenten. Man kann kaum dankbar genug für -solch' ein Glück sein. Findest Du Jemanden ungeeignet für 'die ihm zugedachte Arbeit. auS welchem Grunde eS sei, so versuche nicht, ihn zu bessern, sondern entlasse ihn! sofort. Du bewirkst bei solchen Verslrckwn nichtS. Eine! Dohle wird?ne zum Adler. ' Vielleicht war sein Berus nur verfehlt. Laß ihn seihen- Weg sucken. 8) Aunoncire! Dein Geschäft'. Stelle Dem Lickt nicht unter den Scheffel. WaS auch Dein Beruf sei, wenn er durch daö Publikum unterstützt werden muß, so annoncire tüchtig un-d -ordentlich, sh daß die Aufmerksamkeit des Publikt.mS erregt wird.! Ich gestebc offen, daß mein ganzer Effolg mebr der Presse, als irgend einer anderen Ursache zug^sckrieben werken kam. Vielleicht giebt es Geschäfte, die kifiner Annoncen bedürfen. Ich^frnire aber keine solchen. Manche sagen, sc hätten das Annoncireu versucht; ^eS bczable sich aber nickk. DaS ist nur möglich, wenn eä| nur unvollständig und kärglich geschah. Homöopathische Dosen mögen wirkungslos sein. Es ist eine halbe Dosis Arzenei. Sie i«*t<Sjt“ übel und hilft nichts. Nimm die! volle Mirtur un> sie wird helfen. Einige sagen, sie könnten die Kosten nicht erschwingen. Sie irren,' sie können die Kosten nichi erschwingen, cs zu. unterlassen. In diesem Lande, 'wo I der die Zeitungen liest, muß man einen dicken Schädel h lben, um nicht, einzusebrn, daß Ännonciren dgS wohlnilste und sicherste Mittel ist, zum Publikum zu-sprechen und sich Kunden zu erwerben. Nimm den Schein an. Beschäftigung zu haben, und die Beschäftigung kommt '>on selbst. ES ist, wie das Saatkorn. ^während eö still n der Erde liegt, keimt es. Wahrend Du mit Deinen Kunden sprichst, wird Deine Annonce von hundert uni tausend Anderen gelesen, die sonst nie etwas von Dir und Deinem Geschäfte gehört hätten! 9) Vermeide' ^übermäßigen Aufwand und lebe immer^bäfcheiden von Dein em Einkommen, wenn Du,eS ohne Mangel thur kannst. Man braucht kein Prophet zu sein,?m denen^. die

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